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Auftragschweißen Umweltschonender Fülldraht für robustere Endergebnisse

Redakteur: Peter Königsreuther

Mit dem neuen Fülldraht Endotec Safe-Hard 600 von Castolin Eutectic wird das Nickel- und Chrom(VI)-Schweißen Wirklichkeit, heißt es. Die Umwelt und die Lungen von Millionen Schweißern können buchstäblich aufatmen.

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Nach zwei Jahren Forschungsarbeit gibt Castolin Eutectic bekannt, einen Fülldraht entwickelt zu haben, mit dem man beim Auftragschweißen frei von Nickel- und Chrom(VI)-Emissionen arbeiten kann. Endotec Safe-Hard 600 heißt die Produktpremiere. Im Vergleich zu Standarddrähten habe man die chemische Zusammensetzung so angepasst, dass sich die Abrieb- und Stoßfestigkeit der applizierten Schweißraupen (wie hier im Bild) verbessert. Und nicht nur das...
Nach zwei Jahren Forschungsarbeit gibt Castolin Eutectic bekannt, einen Fülldraht entwickelt zu haben, mit dem man beim Auftragschweißen frei von Nickel- und Chrom(VI)-Emissionen arbeiten kann. Endotec Safe-Hard 600 heißt die Produktpremiere. Im Vergleich zu Standarddrähten habe man die chemische Zusammensetzung so angepasst, dass sich die Abrieb- und Stoßfestigkeit der applizierten Schweißraupen (wie hier im Bild) verbessert. Und nicht nur das...
(Bild: Castolin Eutectic)

Sicherheit geht vor, war das Motto bei der Entwicklung dieses, für das Auftragschweißen konzipierten, Fülldrahts, erklärt Castolin Eutectic. Zwei Jahre Labor- und Feldforschung führten zu einem, wie es heißt, absolut risikofrei handhabbaren Fülldraht ohne Chrom(VI)-Gefahr bei der Schweißrauchentwicklung. Das ist nicht zu verachten, denn das Unternehmen schätzt, dass etwa 11 Millionen Schweißer auf der Welt arbeiten. Dazu kämen noch gut zehn Mal mehr Arbeitnehmer, die der Rauchentwicklung an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt seien.

Warum ist Chrom(VI) so ein großes Problem? Hier die Antwort:

Sechswertiges Chrom ist in allen chemischen Verbindungen vorhanden, erklärt Castolin Eutectic. Chrom(VI) kann beim Schweißen etwa gebildet werden, wenn an unterschiedlichen Grundmetallen und mit verschiedenen Schweißzusätzen gearbeitet wird. Die kritischste Auswirkung von Verbindungen, die sechswertiges Chrom enthalten, ist Lungenkrebs. Doch kann diese Verbindung noch zu vielen anderen Problemen führen, wie Überempfindlichkeit, Hautalterung, Gendefekten oder Irritation der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts, heißt es. Die europäische Richtlinie 2017/2398 legt deshalb die Grenzwerte für berufsbedingte Exposition (SCOEL) für Chrom(VI) mit 0,025 mg/m³ fest. Nach fünf Jahren ist übrigens eine Verringerung auf 0,005 mg/m³ vorgesehen, betont das Unternehmen. In einigen Ländern, zu denen Deutschland, Frankreich und die USA gehören, sind außerdem bereits strengere Auflagen in Kraft.

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Die heute am gebräuchlichsten Schweißzusatzstoffe sind laut Castolin Eutectic Drähte des Typs 600 HB (Brinellhärte). Sie beinhalten 9 % Chrom (Cr) und 0,6 % Kohlenstoff (C), heißt es. Bedenke man, dass laut Zahlen des Europäischen Schweißverbandes rund 1000 t Schutzgas-Fülldraht und 1800 t Massivdraht verarbeitet werden, kann man sich vorstellen, wie dazu die Chrom(VI)-Emissionen aussehen.

Gut ausbalancierte Eigenschaften verbessern das Schweißergebnis

Das Ziel bei der Entwicklung von Fülldrähten ist es, die richtige Balance zwischen Abrieb- und Stoßfestigkeit zu finden, und ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erreichen, sagt Castolin Eutectic. Der neue Fülldraht Endotec Safe-Hard 600 zeichnet sich außerdem durch eine sehr gute Verarbeitbarkeit aus – sowohl in Bezug auf seine Fördereigenschaften als auch bezüglich der erreichbaren Schweißeigenschaften. Die neu entwickelte chemische Zusammensetzung verbessere nicht zuletzt die Abrieb- und Stoßfestigkeit, verglichen den konventionellen Schweißdrähten. Die rissfreie Applikation ist laut Hersteller ein weitere wichtiger Pluspunkt.

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