Kein Ende in Sicht ... Die Rekord-Insolvenzwelle rollt beständig weiter

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juni wieder deutlich nach oben geklettert, wie das Statistische Bundesamt berichten muss ...

Die Insolvenzwelle in Deutschland reißt nicht ab, wie das Statistische Bundesamt analysiert hat. Vor allem der Juni war wieder arg. Die Koalition sollte sich das zu Herzen nehmen, heißt es. Andere sehen das als keinen Grund für zu große Sorge ...(Bild:  KI-generiert)
Die Insolvenzwelle in Deutschland reißt nicht ab, wie das Statistische Bundesamt analysiert hat. Vor allem der Juni war wieder arg. Die Koalition sollte sich das zu Herzen nehmen, heißt es. Andere sehen das als keinen Grund für zu große Sorge ...
(Bild: KI-generiert)

Die Pleitewelle rollt weiter! Denn zur Jahresmitte waren genau 12.812 Fälle registriert – der höchste Wert für ein erstes Halbjahr seit 2013. Zum Vorjahreszeitraum ist das eine Steigerung um 6,7 Prozent, heißt es zum Vergleich. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) registriert diese Entwicklung als Warnsignal, das die Koalition nicht ignorieren sollte. Sie dürfe jetzt nicht von ihrem Reformkurs abweichen. Der DIHK-Mittelstandsexperte Marc Evers dazu: „Um von den Insolvenzrekorden wegzukommen, brauchen wir eine schnelle Umsetzung der vereinbarten Reformen und insgesamt eine Wirtschaftspolitik, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wieder in den Fokus rückt.“ Nach einer leichten Entspannung im Mai haben die Amtsgerichte im Juni 2.266 Anträge auf Unternehmensinsolvenzen registriert und damit 15,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor in ihre Listen aufnehmen müssen. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen legte zu. Sie stieg im Juni um 5,1 Prozent auf 6.839 Fälle. Destatis nimmt die Fälle erst nach einer ersten gerichtlichen Entscheidung in die amtliche Statistik und zählt zudem Kleinstunternehmen mit. Laut IWH hat es im Vergleich zum August 2025 mit 1.525 Fällen neun Prozent mehr relevante Unternehmensinsolvenzen gegeben. Verglichen mit dem August-Durchschnitt in den Jahren 2016 bis 2019 liege die aktuelle Zahl sogar um 63 Prozent höher. Auch seien deutlich mehr Beschäftigte betroffen gewesen.

Kleinere Fälle, aber keine Besserung in Sichtweite

Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf rund 18,5 Milliarden Euro – nach 28,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Das bedeute, dass im laufenden Jahr eher kleinere Verfahren angemeldet werden. Die Insolvenz trifft übrigens Unternehmen in allen Branchen. Bezogen auf 10.000 Unternehmen wurden im ersten Halbjahr 36,2 Player zahlungsunfähig. Besonders häufig waren Unternehmensinsolvenzen im Bereich Verkehr und Lagerei (71,6 Fälle auf 10.000 Betriebe) sowie im Gast- und Baugewerbe (59,6 und 53,4 Fälle) zu beklagen. Die deutsche Wirtschaft wird bekanntlich seit Längerem von einer Pleitewelle erschüttert. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen laut Bundesamt um gut zehn Prozent (auf 24.064 Fälle) – der höchste Stand seit 2014. Schon 2023 und 2024 war die Zahl der Firmenpleiten je um mehr als 20 Prozent gewachsen, wie das Amt anmerkt. Insolvenzprofis sehen hingegen keinen Grund zu Alarmismus. Die Entwicklung sei vor allem Ausdruck eines wirtschaftlichen Strukturwandels, hatte der Vorsitzende des Verbands der Insolvenzverwalter und Sachwalter, Christoph Niering, vor einigen Wochen erklärt. Entscheidend sei viel mehr, dass nach einer Insolvenz Kapital, Flächen und Arbeitskräfte in zukunftsfähige Geschäftsmodelle flössen.

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