Energiepreisdruck Verbände fordern Rettung für Zulieferer durch die OEMs

Quelle: Pressemitteilung

Anbieter zum Thema

Die Liquidität der Zulieferer aus dem Automobilsektor und allgemein aus der Industrie versickert zusehends durch die hohen Energiekosten. Drei Verbände fordern Unterstützung durch die Auftraggeber.

Eine Box mit Schrauben! Bald könnten diese wichtigen Zulieferteile den OEMs schmerzlich fehlen, denn die Lieferanten steuern wegen den horrenden Energiepreisen rasant auf die roten Zahlen zu. Die Verbände IBU, IMU und DSV fordern deshalb jetzt Hilfe durch die Kunden.
Eine Box mit Schrauben! Bald könnten diese wichtigen Zulieferteile den OEMs schmerzlich fehlen, denn die Lieferanten steuern wegen den horrenden Energiepreisen rasant auf die roten Zahlen zu. Die Verbände IBU, IMU und DSV fordern deshalb jetzt Hilfe durch die Kunden.
(Bild: DSV )

Die Energiepreise klettern zum Teil schon auf das Vierfache, verglichen mit vor einem Jahr. Bei den Zulieferern färben sich die Zahlen allmählich rot, heißt es von Seiten der Verbände IBU (Industrieverband Blechumformung), IMU (Industrieverband Massivumformung) und DSV (Deutscher Schraubenverband). Es drohen deshalb Produktionsstopps. Dann würden Schrauben, Blechteile und geschmiedete Komponenten den OEMs aber fehlen. Die drei Verbände rufen deshalb zu Gesprächen über eine Unterstützung durch die Auftraggeber auf.

Viele Zulieferer rauschen bald in die roten Zahlen

Die Zulieferer verhandeln mit ihren Abnehmern momentan wenigstens über die über 50-prozentigen Materialkostenanstiege. Parallel dazu erreicht sie der nächste Preisschock in Form erdrückender Energiekosten. Dieses Problem war bisher kein Verhandlungsthema, muss es aber dringend werden. Denn diese rapide Steigerung überfordere die eh schon gebeutelten Stahl- und Metallverarbeiter hoffnungslos. Die meisten Zulieferer sollen ihre Einsparpotenziale längst ausgereizt haben. Und die Abschaffung der EEG-Umlage ist durch gleichzeitige Strompreissteigerungen sozusagen verpufft, führen die Verbände weiter aus. Das erste Problem wird ein Mangel an Liquidität bei den Zulieferern sein. Angesichts der geringen EBIT-Margen, stürzen viele davon, wie es weiter heißt, tiefrot in den roten Zahlensumpf, wenn es keine Abhilfe gibt.

Früher oder später haben auch die OEMs ein Problem

Den neuen Grundsätzen des VDA zur Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern und ihren Partnern beispielsweise müssen jetzt Taten folgen. Immerhin beschreibe das Papier alles sehr gut. Doch wenn der Inhalt nicht umgesetzt wird, bleibt er nutzlos.

Gesprächsbereitschaft und Fairness innerhalb der Wertschöpfungskette seien deshalb gefragt. Noch pochten die Kunden der meist mittelständischen Zuliefererindustrie aber auf die einst ausgehandelten Vertragsbedingungen. Außerdem, so haben die Betroffenen erleben müssen, bezweifeln die Kunden die von den Lieferanten genannten Energiepreiserhöhungen. Unterschiedliche Laufzeiten und Abschlusszeitpunkte sorgten außerdem für unterschiedliche Steigerungen, was sich aber bald relativieren dürfte. Die massiven Anstiege werden früher oder später auch alle Unternehmen treffen. Das, betonen die Verbände, ist marktcharakteristisch, und deshalb nicht zu umgehen.

IBU, IMU und DSV fordern deshalb ein schnelles, konsequentes Handeln, um energieintensiv produzierte Produkte in Deutschland zu halten. Und wenn Zulieferer auf den Preissteigerungen sitzen bleiben, werden Lieferketten reißen, so die düstere Prognose. Das lässt sich nur verhindern, indem die Krise gemeinsam bewältigt wird.

(ID:48496612)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung