Antriebstechnik Voith erfolgreich durch Ausrichtung auf nachhaltige Technologien

Quelle: Pressemitteilung

Der Voith-Konzern konnte den Auftragseingang um 24 Prozent und seinen Umsatz um vier Prozent steigern. Damit sieht sich das Unternehmen für seine Ausrichtung hin zu nachhaltigen Technologien bestätigt.

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„Schritt für Schritt verankert Voith die Megatrends Digitalisierung und Dekarbonisierung im Konzern und macht industrielle Nachhaltigkeit zu seinem Geschäftsmodell“, so Toralf Haag, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung.
„Schritt für Schritt verankert Voith die Megatrends Digitalisierung und Dekarbonisierung im Konzern und macht industrielle Nachhaltigkeit zu seinem Geschäftsmodell“, so Toralf Haag, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung.
(Bild: Voith)

Trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie, globalen Lieferengpässen und stark gestiegenen Rohstoffkosten: der Voith-Konzern konnte seine Geschäftszahlen auch im Geschäftsjahr 2020/21 (zum 30.09.) verbessern. Der Auftragseingang stieg um fast ein Viertel auf 5,02 Milliarden Euro, vor allem durch das sehr erfolgreiche Großanlagengeschäft. Der Auftragsbestand erzielte mit 6,25 Milliarden Euro einen Allzeitrekord. Dr. Toralf Haag, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung, erklärte dazu: „Unser stark gestiegener Auftragseingang zeigt, dass wir mit unserer strategischen Ausrichtung auf die Megatrends Digitalisierung und Dekarbonisierung die richtigen Schwerpunkte gesetzt haben. Nachhaltige Technologien für eine klimaneutrale Industriegesellschaft werden immer stärker nachgefragt, und Voith ist hervorragend positioniert, um davon zunehmend zu profitieren.“

Auf der Umsatzseite konnte Voith den Rückgang aus dem ersten Pandemie-Jahr im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf 4,26 Milliarden Euro (währungsbereinigt plus 4 Prozent) nahezu vollständig aufholen, obwohl das Geschäftsjahr noch ganz unter dem Eindruck der Pandemie stand. Begünstigt wurde das auch durch die Zukäufe der Vorjahre. Das EBIT ist um 18 Prozent auf 165 Millionen Euro gestiegen.

Unter dem Strich fiel das Konzernergebnis nach Steuern, auch im zweiten durch die Pandemie beeinträchtigten Geschäftsjahr, mit einem Jahresergebnis von 1 (Vorjahr: 6) Million Euro positiv aus. „Wir haben notwendige Aufwendungen für Restrukturierungen auch im Krisenjahr getätigt. Die langfristige Verbesserung unserer Ertragslage ist uns wichtiger als ein kurzfristiger positiver Effekt auf unser Ergebnis“, so Haag.

(Bild: Voith)

Für weitere Investitionen gut aufgestellt

Auch im zweiten Corona-Jahr hat der Konzern weiterhin kräftig in den künftigen Unternehmenserfolg investiert. So hat Voith den Aufwand für Forschung & Entwicklung mit 192 Millionen Euro auf hohem Niveau gehalten. Für weitere Investitionen in künftiges Wachstum ist der Konzern nach eigenen Angaben finanziell gut aufgestellt. Die Eigenkapitalquote war zum Bilanzstichtag mit 19,8 Prozent weiterhin sehr solide. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit war mit 144 Millionen Euro erneut positiv. Die stabile Liquiditätsposition versetzt Voith auch weiterhin in die Lage, wichtige Zukunftsinvestitionen zu realisieren.

„Voith ist bisher besser durch die Krise gekommen als wir das zu Beginn der Pandemie erwarten konnten. Wir haben gerade im abgelaufenen Geschäftsjahr die Robustheit unserer diversifizierten Aufstellung und die Resilienz unseres Geschäftsmodells unter Beweis gestellt. Voith wird gestärkt aus der Krise hervorgehen“, resümierte Konzernchef Toralf Haag. „Dieses Ergebnis konnten wir nur dank des herausragenden Engagements unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit erzielen.“

Fokus auf Dekarbonisierung und Digitalisierung

Im Mittelpunkt der Geschäftsaktivitäten von Voith stand im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 neben der Bewältigung der Pandemie-Folgen vor allem die konsequente Umsetzung der im Vorjahr entwickelten Konzernstrategie mit Fokus auf die Megatrends Dekarbonisierung und Digitalisierung.

Jüngster Meilenstein war der nach Geschäftsjahresende vereinbarte Erwerb des Minderheitsanteils von Siemens Energy an Voith Hydro. Dadurch wird Voith künftig alleiniger Eigentümer dieses für die Energiewende bedeutsamen Geschäfts sein. Die Akquisitionen der jüngeren Vergangenheit in den Konzernbereichen Paper und Turbo tragen bereits zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns bei. Auch bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder kommt Voith voran. So ist der Konzernbereich Turbo in Kooperation mit internationalen Windradherstellern in das Windkraft-Geschäft eingestiegen und entwickelt und produziert Getriebe und Generatoren für Windturbinen.

Verstärktes Engangement in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette

Ein Schlüsselthema wird in den nächsten Jahren die Wasserstoffgewinnung und Wasserstoffnutzung sein. Voith verstärkt sein Engagement in allen relevanten Bereichen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette: Wasserkraft spielt bei der Erzeugung grünen Wasserstoffs eine zentrale Rolle; beim Transport über Wasserstoffpipelines kann Voith seine Expertise im Bereich neuer Antriebstechnologien ausspielen; der Konzern arbeitet bereits an der nächsten Generation von Hochdruckbehältern für die Wasserstoffspeicherung und an der Nutzung mittels Brennstoffzelle. Mit dem Voith Electrical Drive System bietet das Unternehmen zudem einen kompletten elektrischen Antriebsstrang an, der auch in Wasserstoff-betriebenen Stadtbussen eingesetzt werden kann.

„Schritt für Schritt verankert Voith die Megatrends Digitalisierung und Dekarbonisierung im Konzern und macht industrielle Nachhaltigkeit zu seinem Geschäftsmodell. Wir leisten damit an vielen Stellen einen entscheidenden Beitrag für eine klimaneutrale Industriegesellschaft und sichern gleichzeitig unser künftiges Wachstum. Zusätzlich werden wir selbst bereits ab 2022 CO2-neutral arbeiten“, so Haag.

Rückblick 2020/21: Turbo von Störungen der Lieferketten betroffen

Im Konzernbereich Hydro ist der Auftragseingang um fast ein Drittel gestiegen. Hauptgrund dafür waren zwei Großprojekte in Osteuropa und Nordamerika. Der Anstieg im Auftragseingang wird sich aufgrund der Langfristigkeit des Großanlagengeschäfts sukzessive in Umsatzzuwächsen niederschlagen. Im Berichtsjahr blieb der Umsatz stabil. EBIT und ROCE gingen zurück.

Im Konzernbereich Paper stieg der Auftragseingang vor dem Hintergrund einer starken Investitionstätigkeit im Papiermaschinenmarkt um gut ein Drittel auf den Rekordwert von 2,28 Milliarden Euro. Der Umsatz entwickelte sich erwartungsgemäß stabil. Das operative Ergebnis ist gestiegen, auch aufgrund erfolgreicher Akquisitionen.

Im Konzernbereich Turbo zeigten sich sowohl im Industry- als auch im Mobility-Geschäft Aufholeffekte nach dem Pandemie-bedingten Markteinbruch des Vorjahres. Auf der anderen Seite war das Geschäft weiterhin von Störungen der Lieferketten und erhöhten Logistikkosten beeinflusst. Insgesamt stiegen Auftragseingang und Umsatz stärker als erwartet. Das EBIT blieb in etwa stabil.

Ausblick 2021/22: Steigerung bei Umsatz und Ergebnis erwartet

Nach dem Übergangsjahr 2020/21 wird das laufende Geschäftsjahr nach Einschätzung von Voith angesichts einer fortschreitenden, aber noch nicht durchgreifenden Erholung des wirtschaftlichen Umfelds ein Jahr des Wachstums. Mit Blick auf den Auftragseingang geht man davon aus, dass dieser weiterhin auf hohem Niveau, aber spürbar unter dem außerordentlich hohen Wert des Geschäftsjahres 2020/21 liegen wird. Beim Umsatz erwartet Voith eine leichte Steigerung, bei EBIT und ROCE eine deutliche Steigerung gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr.

Mit Blick auf das Ergebnis geht das Unternehmen davon aus, dass die in den letzten beiden Geschäftsjahren umgesetzten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung zu einer besseren Profitabilität führen werden. Im Geschäftsjahr 2021/22 soll das EBIT daher deutlich steigen. Die Ergebnisprognose ist jedoch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet, da derzeit nur schwer absehbar ist, inwieweit die signifikanten Materialpreissteigerungen kompensierbar sind. Zudem sind die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Pandemie zuletzt wieder gestiegen, mit ungewissen Auswirkungen auf die Konjunktur und damit die Geschäftsentwicklung.

Industrielle Nachhaltigkeit: Beispiele aus den Geschäftsbereichen

Mit der Übernahme aller Anteile am Joint-Venture Voith Hydro sieht der Konzern großes Wachstumspotenzial beim Thema Wasserkraft. Sie wird laut Voith von immer größerer Bedeutung beim Erreichen der Klimaziele sein. Voith Paper leistet nach eigenen Angaben Pionierarbeit bei nachhaltigen Verpackungspapieren. So wurde beispielsweise eine Pilotanlage für die wachsende Nachfrage nach Barrierepapieren und flexiblen Verpackungslösungen als Alterntive zu erdölbasierten Verpackungen aufgebaut.

Voith Turbo hat mit dem elektrischen Voith Schneider Propeller den Umwelttechnikpreis 2021 des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gewonnen. Er leistet einen Beitrag Beitrag zur Elektrifizierung des Antriebsstrangs in Marineanwendungen.

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