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120 Jahre Continental-Antriebsriemen

Vom Leder zum Hochleistungsriemen

| Redakteur: Stefanie Michel

Flachriemen von Continental zeigten sich bereits in den 1950er-Jahren als zuverlässige Antriebslösung in der Landwirtschaft.
Flachriemen von Continental zeigten sich bereits in den 1950er-Jahren als zuverlässige Antriebslösung in der Landwirtschaft. (Bild: Continental)

Was vor 120 Jahren mit einem einfachen Keilriemen begann, ist zu einem großen Produktportfolio angewachsen. Inzwischen sorgen unterschiedlichste Antriebsriemen aus verschiedenen Materialien für den Antrieb in nahezu jeder Industrie.

Aus dem Jahr 1899 datiert die Anmeldung zur Marke Continental unter anderem für Antriebsriemen. Das war der Beginn einer Geschichte des Antriebsriemen, die Continental maßgeblich mitgestaltet hat. Es begann mit einem einfachen Keilriemen. Seitdem entwickelt und produziert das Unternehmen Riemen, die in nahezu jeder Industrie weltweit – von Motorrad über den Automobil- und Maschinenbau bis hin zu Aufzügen – für den nötigen Antrieb sorgen. Ob klein, groß, mit Zähnen, Rippen oder Noppen, endlich oder endlos. Stetig entwickelt Continental die Materialien, Produkte und Produktionsprozesse weiter. „Aktuell arbeiten unsere Ingenieure am intelligenten Antriebsriemen, mit eingebauter Sensorik. Digitalisierung und Vernetzung leiten die nächste Ära in der Antriebsriementechnologie ein“, sagt Claudia Holtkemper, die den Geschäftsbereich für Antriebsriemen bei Continental leitet.

Quantenspruch: Keilriemen statt Lederriemen

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Zurück zum Anfang: Vor 150 Jahren gab es in fast jeder Fabrikhalle Dampfmaschinen. Sie trieben beispielsweise Webstühle oder Spinnräder an. Die Energie wurde per Riemen aus zähem Leder übertragen – eine Technik, die damals einer industriellen Revolution glich. Doch schon wenige Jahre später, mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts, setzte der Keilriemen mit Verbindungsschloss, der von Continental aus einer Gummimischung produziert wurde, neue technische Maßstäbe für die Übertragung von Drehbewegungen. Sein Vorgänger, der Flachriemen, konnte bei gleicher Breite nur etwa ein Drittel der Kraft übertragen. Ein Quantensprung in der Entwicklung von Antriebsriemen, der sich ähnlich noch viele Male wiederholen sollte. Denn die Anforderungen an Riemen wuchsen kontinuierlich: Immer mehr Leistung sollten sie übertragen können, sowohl möglichst platzsparend, robust, leicht und branchenübergreifend anwendbar sein als auch effizient arbeiten.

Diese Herausforderungen galten Continental als Motivation. Schon 1930 hatte das Unternehmen Riemen für die Landwirtschaft im Programm, die ihr geringes Gewicht, Längen von mehreren Metern und die enorme Flexibilität bereits damals zur idealen Lösung für Anwendungen im Agrarsektor machten. Doch Continental passte Werkstoffe weiter an und präzisierte Produktionsprozesse und Maschinen.

Höhere Leistung durch Zahnriemen

Das Ergebnis: „In den 1950er-Jahren haben wir Zahnriemen aus dem Kunststoff Polyurethan produziert. Mit seinem Zugstrang aus Stahlcord war er noch leistungsfähiger und konnte die Riemenspannung konstanter halten – und im Gegensatz zu Keilriemen war er mit seinen Zähnen formschlüssig und sehr präzise. So stiegen unsere Riemen erneut in eine höhere Leistungsklasse auf“, erzählt Alexander Behmann, Anwendungstechniker bei Continental. Höhere Drehgeschwindigkeiten und kleinere Bauräume waren dank dieser Eigenschaften problemlos möglich. „Kleinere Bauräume sind vor allem in Geräten wie Staubsaugern gefragt, in denen heute Zahnriemen von etwa 6 mm Breite zum Einsatz kommen. Damit die Riemen trotz der geringen Maße robust und langlebig sind, ist die Auswahl hochwertiger Materialien von entscheidender Bedeutung“, erklärt Behmann.

Antriebshochleistung für Hyperloop bis Industrieroboter

In den 80er Jahren war die Materialkompetenz so weit entwickelt, dass Keilriemen ohne Gewebeummantelung hergestellt werden konnten. Das machte sie noch schmaler und gleichzeitig leistungsstärker. Zugleich wurden die Keilriemen mit einer Art Verzahnung gefertigt, was ihnen den Vorteil der besseren Biegefähigkeit brachte.

Auch die Zahnriemen verzeichneten eine ähnliche Entwicklung: Mit dem Synchrobelt brachte der Industriezulieferer seinen ersten Zahnriemen auf den Markt, der vom Drucker über Motoren bis zu weiteren Anwendungen im Maschinenbau über ein extrem breites Anwendungsspektrum verfügt.

Nun hat man sich auf die Verbesserung von Materialien und deren Kombination konzentriert. Faserverstärkte Mischungen, EPDM, Aramidzugstränge und später auch Carbon. „Heute ist der Synchrochain Carbon unser stärkster Zahnriemen am Markt“, so Behmann. Das liegt vor allem daran, dass sich Carbon auch bei hoher Zugbelastung kaum dehnt. So findet man ihn heute häufig in Baumaschinen, der Forstwirtschaft und der Energiebranche. Nicht zuletzt unterstützt Continental mit seinen Riemen die Hyperlooptechnologie, in der Experten einen revolutionären Ansatz für die Mobilität sehen. Studierende der Hochschule Emden/Leer und der Universität Oldenburg nutzten beispielweise einen Synchrochain Carbon von Continental für ein Hyperloop-Projekt. Mit diesem Antriebsriemen brachte Continental zudem seinen ersten ölbeständigen Gummizahnriemen auf den Markt.

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