Die Geschichte der Maschinensicherheit

Vom Not-Aus-Schalter zur Safety-Steuerung

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Definiert wird ein einheitliches Schutzniveau zur Unfallverhütung für Maschinen in der sogenannten Maschinenrichtlinie. Hier heißt es beispielsweise mit Bezug auf die Integration der Sicherheitsfunktionen: „Die Maschine ist so zu konstruieren und zu bauen, dass sie ihrer Funktion gerecht wird und unter den vorgesehenen Bedingungen – aber auch unter Berücksichtigung einer vernünftigerweise vorhersehbaren Fehlanwendung der Maschine – Betrieb, Einrichten und Wartung erfolgen kann, ohne dass Personen einer Gefährdung ausgesetzt sind.“

Und weiter: “Die getroffenen Maßnahmen müssen darauf abzielen, Risiken während der voraussichtlichen Lebensdauer der Maschine zu beseitigen, einschließlich der Zeit, in der die Maschine transportiert, montiert, demontiert, außer Betrieb gesetzt und entsorgt wird.“

Wann ist eine Maschine wirklich sicher?

Doch wann ist eine Maschine wirklich sicher? Welche Funktionalitäten muss die Sicherheitssteuerung dafür heute abdecken? In den Anfängen der Steuerungstechnik standen die Funktion und damit die Abbildung des Prozesses in einer Steuerung im Vordergrund. So wurden Maschinen und Anlagen durch Relais und Schütze gesteuert. Im Bedarfsfall wurde einfach der Aktor von der Energieversorgung getrennt.

Es folgten Sicherheitsschaltgeräte, mit denen sogenannte Sicherheitsfunktionen realisiert werden konnten. Durch die definierte Sicherheitsfunktion wird ein bestehendes Risiko durch geeignete Maßnahmen minimiert, beispielsweise durch NOT-AUS oder NOT-HALT oder durch die Stillstandsüberwachung eines Antriebes.

Sicherheitssteuerungen mit hoher Funktionalität und Flexibilität

Die erste sicherheitsgerichtete Steuerung entstand letztlich aus dem Wunsch heraus, ähnlich wie bei einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) Funktionen flexibel durch Programmierung verschalten zu können. Sicherheitssteuerungen werden, wie der Name sagt, in sicherheitskritischen Systemen eingesetzt, um das geforderte Maß an Sicherheit und Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Ihre Anfänge haben die programmierbaren Sicherheitssteuerungen in den 1990er Jahren, als sie noch als Pressensteuerungen konzipiert waren. Heute sind Sicherheitssteuerungen verbreitet, die sich flexibel programmieren lassen, indem aus einer gegebenen Bibliothek zertifizierter Funktionsblöcke Instanzen frei platziert und „verdrahtet“ werden.

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