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Dreistern Von der starren Profiliertechnik zum multifunktionalen Fertigungssystem

Redakteur: Dietmar Kuhn

Das Walz- oder Rollprofilieren ist ein Fertigungsverfahren, mit dem Bleche oder Bänder stufenweise zu Rohren und Profilen geformt werden. Dies geschieht durch eine Anordnung von Walzenpaaren. Bisher war das Rollformen nicht ganz so flexibel, wenn auf ein anderes Produkt umgestellt wurde. Mit der multifunktionalen Profiliertechnik von Dreistern ändert sich das aber.

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Das Walz- oder Rollprofilieren ist ein Fertigungsverfahren, mit dem Bleche oder Bänder stufenweise zu Rohren und Profilen geformt werden. Mit der multifunktionalen Profiliertechnik steht jetzt ein hochflexibles Fertigungssystem zur Verfügung.
Das Walz- oder Rollprofilieren ist ein Fertigungsverfahren, mit dem Bleche oder Bänder stufenweise zu Rohren und Profilen geformt werden. Mit der multifunktionalen Profiliertechnik steht jetzt ein hochflexibles Fertigungssystem zur Verfügung.
(Bild: Kuhn)

Etwa hundert Augenpaare blicken gespannt auf die vor ihnen stehende Maschine. Es ist eine Profiliermaschine in multifunktionaler Ausführung. Zwei junge Mechaniker demonstrieren, wie einfach und schnell es geht, die Maschine umzurüsten beziehungsweise Fertigungseinheiten, wie etwa ein Stanzmodul, auszutauschen und an anderer Stelle der Profilierlinie wieder einzuschieben. In nicht mehr als 10 min ist dies passiert. Was die Besucher des Dreistern-Innovationstages 2014 im südbadischen Schopfheim gesehen und erlebt haben, ist die multifunktionale Profiliertechnik, die von Dreistern als Profilierexperte zu einem neuen Standard erhoben wurde.

Teure Rüstzeiten sind passé

Der Maschinenbauer hat aus den herkömmlichen Profiliermaschinen ein hoch- flexibles und schnelles Blechbearbeitungszentrum entwickelt. War ein solches System in der Vergangenheit eine eher statische Angelegenheit, die beim Wechsel auf ein anderes Profil oder Rohr teure Rüstzeiten in Anspruch nahm, so lassen sich in die neuen Dreistern-Anlagen zahlreiche unterschiedliche und zusätzliche Prozesse integrieren. Damit stellt die multifunktionale Profiliertechnik eine konsequente Weiterentwicklung mit diesen Möglichkeiten dar.

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An den beiden Innovationstagen in Schopfheim wurden neben der P3 mit Schnellwechsel-Gerüstsatz sowie verschiedenen Stanzeinheiten die Vorzüge der neuen Dreistern-Technologien in Theorie und Praxis erklärt und demonstriert. Über die P3.25.12 hinaus zog noch eine Reihe weiterer Maschinen und Anlagen die Aufmerksamkeit der zahlreich erschienenen Gäste auf sich. Im Umfeld der hochinteressanten Veranstaltung präsentierte sich auch eine Reihe von Partnerunternehmen von Dreistern. Mit dabei waren beispielsweise Oerlikon Balzers als weltweit führender Anbieter von Beschichtungen, welche die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Präzisionsbauteilen sowie von Werkzeugen für die Metall- und Kunststoffverarbeitung wesentlich verbessern, Arnold & Shinjo, ein Anbieter von Verbindungssystemen im Bereich der industriellen Blechteilefertigung, die Ottemeier Werkzeug- und Maschinentechnik GmbH, die für innovative Systemlösungen steht und bei Dreistern mit dem Thema hochflexible Stanzwerkzeuge auftrat, die SMS Elotherm mit ihrer Induktionstechnik für die Wärmebehandlung von Bauteilen oder die Rofin-Sinar Laser GmbH, die beispielsweise ihre Lasersysteme für die Profilieranlagen zur Verfügung stellt.

Doch zurück zur multifunktionalen Profiliertechnik, die ja im Mittelpunkt der Veranstaltung und des Besucherinteresses stand, und die Gründe von Dreistern, sich dahingehend zu entwickeln.

Das multifunktionale Profiliersystem bringt Wettbewerbsvorteile

Kaum eine Entscheidung hat für einen Profilhersteller größere strategische Bedeutung als die Investition in neue Anlagentechnik. Häufig soll damit ein bedeutender Wettbewerbsvorteil erreicht werden, der die eigene Marktposition entscheidend verbessert. Über welche Eigenschaften aber sollte eine neue Profilieranlage verfügen, um dieser Forderung gerecht zu werden? Dies die Frage, die man sich auch beim Maschinenbauer Dreistern stellte.

Mit steigender Produktvielfalt und kürzeren Innovationszyklen ist die Flexibilität, also die Fähigkeit, unterschiedliche Produkte herstellen zu können, zu einem der wichtigsten Entscheidungskriterien geworden. Viele interessante Entwicklungen der letzten Jahre konnten die Flexibilität von Profilieranlagen enorm verbessern. Für den Profilhersteller liegt darin aber auch eine gefährliche Falle. Flexibilität muss mit steigenden Anlagenkosten erkauft werden, die sich am Ende rechnen müssen. Der anhaltende Trend zu immer größeren Profiliermaschinen mit immer mehr Umformstationen ist ein Beispiel dafür. Eine kürzlich von Dreistern gelieferte Maschine hatte über 60 Umformstationen.

Die Komponentenaustauschbarkeit spart letztendlich Kosten

Was aber, wenn sich diese Maschine mit komplexen Profilen nicht auslasten lässt? Einfachere Profile erfordern weniger Umformstationen. Die Maschine wäre für solche Aufgaben überdimensioniert und eigentlich zu teuer.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Integration von Stanz- und Prägeoperationen. Ein Beispiel aus dem Automobilbau kann dies verdeutlichen: Rollgeformte Längsträger erfordern sowohl Vor- als auch Nachstanzoperationen, welche die Investitionskosten schnell verdoppeln können. Das Gleiche gilt für den Platzbedarf solcher Anlagen, der sich ebenfalls leicht verdoppeln kann. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird aber ein Nachfolgeprodukt oder ein parallel im Produktmix zu fertigendes Produkt andere, häufig auch weniger Stanzoperationen erfordern. Wiederum wäre die Anlage für das Nachfolgeprodukt zu groß und zu teuer.

Dies war der Ausgangspunkt für die Dreistern-Entwicklung eines neuen Maschinenkonzepts, das diese Kostenfalle vermeidet und gleichzeitig eine bisher nicht vorstellbare Flexibilität hinsichtlich Produktmix und Nachfolgeprodukte bietet. Dies war nur möglich durch eine radikale Abkehr vom bisherigen Konzept mit spezialisierten Anlagenkomponenten, wie Profiliermaschine, Stanzpresse oder Trennmaschine, die jeweils nur ihre ursprünglich zugedachte Aufgabe erfüllen können.

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