Rohstoffmarkt Warum fehlt in Europa der Stahl?
Lieferengpässe gab es im letzten Jahr bei vielen Waren. Aktuell wird in Europa der Stahl knapp. Der Stahlhändler Günther + Schramm weiß, wo es hakt.
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Der Systemdienstleister für Stahl, Edelstahl und Aluminium Günther + Schramm hat eine Einschätzung zur Stahlknappheit in Europa abgegeben. Dafür gäbe es mehrere Gründe. Während der Coronakrise waren Güter nicht immer verfügbar. Unternehmen mussten sich auf Lagerbestände verlassen. Bei vielen gingen die Stahlbestände nun zur Neige. Die Nachfrage steigt dadurch schnell an. Laut Bernd Seibold, Geschäftsführer von Günther + Schramm, haben die Händler aber auch nicht genug Bestand, um den Bedarf zu decken.
Die Werke produzieren zum Teil auch noch gedrosselt. Da zudem aktuell ein Laderaum- und Lkw-Mangel herrsche, gäbe es auch Engpässe beim Transport von Gütern. Nach Angaben von Seibold würde es den Händlern schwer fallen, wieder Bestände aufzubauen, um Kunden zuverlässig bedienen zu können: Waren werden sofort weiterverkauft, nachdem sie im Lager angekommen sind.
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Aus Händlersicht rät Seibold in der aktuellen Lage zu möglichst viel Transparenz in der Kundenkommunikation. Preisänderungen, die durch die gedrosselte Produktion und die hohe Nachfrage entstehen, lassen sich momentan kaum vermeiden. Man sollte das als Händler offen kommunizieren. Aufgrund der unterschiedlichen Probleme könnte es noch dauern, bis sich der Stahlmarkt wieder normalisiert. Erst wenn die Stahlwerke die Produktion wieder hochfahren, kann der Bedarf über verschiedene Ebenen gedeckt werden.
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