Zahnriemen Warum Zugträgerspannung so wichtig für die Qualität eines Zahnriemens ist
Viele aus der Praxis bekannte Probleme in Polyurethan-Zahnriementrieben wie Aufklettern des Riemens oder Seitenkantenverschleiß hängen mit einer ungenügenden Führung der Zugträgerspannung im Extrusionsprozess zusammen.
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Was haben ein Zahnriemen und eine Geige gemein? Nun, beide leben von der richtigen Saitenspannung – der Ton macht eben die Musik! Während aber bei der Geige die Saitenspannung mit den Tönen g – d1 – a1 – e2 variieren soll, strebt man bei der Herstellung von Zahnriemen in allen Saiten - den Zugträgern - in der Regel die gleiche Spannung an. Warum aber spannt man die Zugträger bei der Riemenherstellung überhaupt vor?
Meist dienen Fine-Steel-Cords als Zugträger der Zahnriemen
Für die meisten Anwendungen finden als Zugträger eines Zahnriemens verseilte Stahldrahtkonstruktionen, so genannte Fine-Steel-Cords, Verwendung, die aus vielen feinen Einzeldrahtfilamenten bestehen (für Sonderanwendungen werden auch Rovings aus Aramid- und Kohlefaserfilamenten eingesetzt).
Da produktionsbedingt nicht alle Filamente exakt dieselbe Schlaglänge haben und da durch die Verseilung nicht nur Zug-, sondern auch Querkräfte auf die Filamente wirken, ist zu Beginn eines Belastungsvorgangs die Last im Zugträger nicht gleich verteilt. Die Filamente dehnen sich ungleichförmig und setzen sich dabei in eine neue Lage. Erst oberhalb einer Dehnung von etwa 0,1 % geht die Last-Verformungskurve des Zugträgers in die Hooke’sche Gerade des Werkstoffs über.
Setzverhalten von Zahnriemen für Anwender unerwünscht
Wir bezeichnen dieses Setzverhalten bei kleinen Kräften als Low-Load-Elongation, kurz LLE. Für den Riemenanwender ist die LLE unerwünscht. Eine große LLE führt im Betrieb schon bei kleinen Kräften zu vergleichsweise hohen Dehnungen. Die Riemenvorspannung wird abgebaut und die Längentoleranz des Riemens verschlechtert sich in den ersten Betriebsstunden. Die Passfähigkeit des Riemens auf der Scheibe sowie sein Laufverhalten leiden.
Aus diesem Grund spannt Breco die Zugträger während der Extrusion so vor, dass die resultierende Dehnung immer >0,1 % ist. Gleichzeitig prüft unser Drahtlieferant, die belgische NV Bekaert SA, für jede Charge die LLE und weist das Prüfergebnis in einem Messprotokoll nach. Grundvoraussetzung für alle nachstehend beschriebenen Anstrengungen, den Einfluss der LLE für den Anwender zu minimieren bzw. zu kompensieren, setzen voraus, dass der LLE-Wert des Zugträgers im Toleranzbereich bleibt und über einer Liefercharge nur geringen Schwankungen unterworfen ist.
Gleichmäßige Zugträgerspannung über die gesamte Breite des Zahnriemens gefordert
Da in einem Zahnriemen immer viele Zugträger nebeneinander liegen, tritt neben die Forderung nach konstanten Zugträgereigenschaften und einer Mindestvorspannung im Prozess die Forderung nach einer hohen Gleichmäßigkeit der Zugträgerspannungen über der Riemenbreite. Ungleichmäßige Zugträgerspannungsverteilungen äußern sich bei endlichen Riemen in einer mangelhaften Riemengeradheit, bei endlosen Riemen in einer erhöhten Ablaufneigung.
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