Nachgehakt Was ist eigentlich mit dem Wankelmotor?

Autor: Stefanie Michel

Felix Wankel erfand 1954 den Wankelmotor als Drehkolbenmotor. Bis in die 1970er-Jahre wurde er in Autos von NSU und Mazda sowie in Motorrädern verbaut, doch dann wurde es still um ihn. Existiert er noch?

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Der Wankelmotor ist nicht tot; vielmehr erlebt er eine Renaissance in Wasserstoff-Hybridfahrzeugen von Mazda.
Der Wankelmotor ist nicht tot; vielmehr erlebt er eine Renaissance in Wasserstoff-Hybridfahrzeugen von Mazda.
(Bild: Mazda)

Die positive Nachricht vorab: ja, der Wankelmotor existiert noch und wird stetig weiterentwickelt – beim Autohersteller Mazda. Bereits 1961 arbeitete man dort, wie auch bei NSU (später mit Audi fusioniert) an den Herausforderungen, die dieser Antrieb mit sich brachte: hoher Verbrauch, hohe Produktionskosten, schlechte Abgaswerte. Zudem sorgten anfangs Probleme bei den Dichtleisten dafür, dass der Motor schnell verendete. Mazda bekam das Problem mit der Zeit in Griff, sodass hohe Laufleistungen erreicht werden konnten.

Der erste Mazda mit Wankelmotor, der Cosmo Sport, kam 1967 auf den Markt. Später folgten Sportwägen und Mazda feierte Erfolge mit diesem Antrieb im Motorsport, wie beispielsweise den Sieg des 24-Stunden-Rennens in Le Mans 1991. Zuletzt kam der Wankelmotor im Sportwagen Mazda RX-8 zu Serieneinsatz: mit einer Leistung von 231 PS/169 kW bei 8500 min-1. Vorgestellt 2003 zeigten sich, dass die technische Weiterentwicklung inzwischen enorm war: Im Vergleich zum Vorgänger RX-7 benötigte das neue Modell namens Renesis nur halb so viel Schmieröl und 40 % weniger Treibstoff im Leerlauf, außerdem konnten die Schadstoffemissionen deutlich gesenkt werden. Dafür erhielt der Hersteller sogar die Auszeichnung „International Engine of the Year 2003“.

Mazda setzt auf Wankelmotor bei Wasserstoff-Hybridfahrzeugen

Bis auf ein Facelift 2009 folgte allerdings kein weiteres Serienfahrzeug, denn zur gleichen Zeit investierte Mazda stark in Hybridantriebssysteme. Bei der Entwicklung solcher alternativer Antriebe fällt dem Wankelmotor eine Schlüsselrolle zu, denn auf Basis des Motors aus dem RX-8 entstand 2003 eine Variante, die mit Benzin oder Wasserstoff betrieben werden konnte. Dieser RX-8 Bi-fuel wird seit 2006 in Kleinserie gebaut. Heute fahren Wasserstoff-Fahrzeuge wie der Mazda RX-8 Hydrogen RE und der um ein Hybridmodul erweiterte Mazda5 Hydrogen RE Hybrid (mit einer Kombination von Kreiskolben- und Elektromotor) bereits seit mehreren Jahren Tests auf öffentlichen Straßen in Japan sowie Norwegen.

Der Wirkungsgrad des Bi-fuel-Antriebs ist gegenüber einer Brennstoffzelle geringer, dafür entfallen teure Materialien und es ist auch ein Betrieb mit Benzin möglich. Allerdings war die H2-Reichweite wegen recht kleiner Wasserstoff-Tanks im Sportwagen bislang mit 100 km recht gering.

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 Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt