Werkstück-Spannlösung

Werkstück-Spannlösung steigert Produktivität um 20 %

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Wechselbacken können Spannränder eines Werkstücks reduzieren

Roemheld bietet bereits für Standardanwendungen ein umfangreiches Sortiment an Wechselbacken an, das sich durch kundenindividuelle Varianten nochmals erweitert. Das Lieferprogramm umfasst schnell austauschbare Wechseleinsätze. Die mit Hartmetallgripp-Einsätzen können so nichtparallele Spannflächen ausgleichen oder Werkstücke mit schmalen Spannrändern kraftvoll spannen. Falls notwendig, lassen sich mit ihrer Hilfe auch die Spannränder eines Werkstücks reduzieren.

Mit den TUC-beschichteten Semistandardbacken gelingt es, die Haltekräfte bei unveränderter Spannkraft deutlich zu erhöhen, beispielsweise für das sichere Spannen dünnwandiger Teile bei einer kraftvollen Zerspanung.

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„Wenn es neue Bauteile zu bearbeiten gibt, bekommen wir von Claas Anfragen für Sonderbacken. Das passiert in der Regel mehrfach im Jahr“, erläutert Karl-Heinz Stötzel, Produktmanager Werkstück-Spannsysteme am Roemheld-Standort Hilchenbach. Stefan Picht sendet dann die Bauteildaten an die erfahrenen Konstrukteure in Hilchenbach. Diese entwickeln geeignete Spannlösungen, die Vorschläge erhält Claas als Zeichnung oder 3D-Grafik. „Beim Ringen um die beste Lösung haben wir immer einen lebhaften Austausch zwischen unserer Arbeitsvorbereitung und Bauteilkonstruktion sowie der Konstruktion von Roemheld“, berichtet Picht. Produktmanager Stötzel weist darauf hin, dass die Aufgaben durchaus anspruchsvoll sind: „Für unsere Konstruktion ist es mitunter eine Herausforderung, die Spannbacken so zu konstruieren, dass sie eine optimale Zugänglichkeit des Werkstücks für die Bearbeitung gewährleisten.“

Rüst- und Übergabeplätze mit Handlingsystem

Alle eingesetzten Werkstück-Spannsysteme sind rein mechanisch bedienbar. Bei Claas werden zwei Varianten der Hilma-TS-125 Spanntürme eingesetzt. Die Systeme mit 3.-Hand-Funktion werden über eine Spindel betätigt. Die Spannkraft baut sich gleichmäßig an der zentralen Mittelbacke auf. Die TS 125 Vector werden mit zwei Spindeln betätigt. Beide Spannstellen arbeiten unabhängig und können mit unterschiedlichen Spannkräften beaufschlagt werden. Alle TS-Turmspannsysteme werden mit einem in der Beladestation montierten Handlingsystem betätigt.

Der an Balancern aufgehängte und geführte Pneumatikmotor wird vom Bediener auf die Spindel des Spannturms aufgesetzt. Die Betätigung erfolgt mittels Fußschalter. Der Bediener hat immer beide Hände zum Werkstückhandling frei und die Spannkraft ist stets reproduzierbar. Dies hat einen sehr positiven Effekt auf die Ergonomie am Arbeitsplatz und die Spannsicherheit. Zum Schutz vor Unfällen muss der Bediener erst den Drehmomentmotor am Rüstplatz einhängen. Erst dann meldet ein Induktionsgeber, dass der Roboter die Palette mit den Spannmitteln abholen kann.

Mit der langjährigen Zusammenarbeit ist Claas sehr zufrieden, verrät Fertigungsplaner Picht: „Beratung, Kommunikation, Projektablauf und Service sind sehr gut, die Qualität der Spannmittel ist ausgesprochen hoch, ihre Bedienung einfach und zuverlässig. Und die Verbesserungen hinsichtlich Produktivität und Sicherheit sind größer, als wir ursprünglich erwartet haben.“ Um den Durchsatz weiter zu erhöhen, sollen bei Claas Industrietechnik in Zukunft noch mehr Werkstücke auf Standardspanntürmen mit Sonderbacken gespannt werden.

„Vor allem für die Bearbeitung von Bauteilen aus Aluminium sind die Werkzeuge immer leistungsfähiger geworden. Daher haben sich die Laufzeiten kontinuierlich verkürzt, deshalb fällt das Rüsten immer mehr ins Gewicht“, erklärt Picht. MM

* F. Stephan Auch ist Inhaber der auchkomm Unternehmensmmunikation in 90402 Nürnberg, Tel. (09 11) 2 74 71 00, fsa@auchkomm.de

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