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Zerspanungswerkzeuge

Werkzeuge für die Medizintechnik stellen besondere Anforderungen an die Schneidstoffauswahl

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Gewinde, sowohl Außen- wie auch Innengewinde, sind in den genannten Werkstoffen in herkömmlicher Weise nicht herzustellen. „Zum Herstellen von Knochenschrauben oder Zahnimplantaten”, so Michael Dieterle, „sind zusätzlich sogenannte Gewindewirbelapparate erforderlich.“ So sind für das Fräsen der Innengewinde für Dentalimplantate entweder Druckluft- oder Hochfrequenzspindeln mit Drehzahlen von mindestens 40 000 bis 50 000 min-1 vonnöten.

Das Fräsen der Innengewinde bietet den Vorteil, dass die Gewinde bis zum Grund der Bohrung gangbar gefertigt werden können. Die Außengewinde der Knochenschrauben werden im sogenannten Wirbelverfahren hergestellt. Dies ist im Regelfall ein rotierender sechs- oder mehrschneidiger Messerkopf mit eingesetzten Wendeschneidplatten. Diese sind satzweise dem Schraubenprofil entsprechend geschliffen.

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Geometrien müssen gezielt für die Medizintechnik entwickelt werden

Nach Einschätzung von Kristof Löhle, Produktverantwortlicher Medizintechnik der Gühring oHG, Albstadt, erfordert die Bearbeitung von Sondermaterialien für die Medizintechnik spezielle Werkzeuge: „Extrem harte und verschleißfeste Beschichtungen sowie gezielt entwickelte Geometrien sind ein Muss in der Medizintechnik.“ Werkzeuge für die Bearbeitung von Knochenmaterial benötigen grundlegend andere Geometrien und Beschichtungen als solche in der Stahlbearbeitung. Werkzeuge mit extremen Durchmesser-Längenverhältnissen und einer durchgehenden Kanülierung gehören in der Medizinbranche zum Standard. Zusätzlich müssen die Oberflächen der Werkzeuge für die Medizintechnik besonders behandelt werden.

Für Werkzeuge zur Bearbeitung von Knochenmaterial werden nur Edelstähle benutzt. „Für das Segment der Dentaltechnik”, so Löhle, „bieten wir ebenfalls Werkzeuge aus Vollhartmetall an. Diese werden überwiegend von Dentallabors für die Bearbeitung von Gebissabdrücken benutzt und zerspanen Materialien wie Zirkonium, Kobalt-Chrom, Titan und Kunststoff.“ Zur Bearbeitung von Implantaten brauche es vor allen Dingen sehr präzise Maschinen mit einer Vielzahl von schwenkbaren Achsen. Auch hohe Vorschubgeschwindigkeiten sind von Vorteil.

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