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Zerspanungswerkzeuge

Werkzeuge für die Medizintechnik stellen besondere Anforderungen an die Schneidstoffauswahl

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Für Markus Schnyder, verantwortlicher Entwicklungsleiter der Mikron Tool International in Bioggio/Schweiz, kommt es bei Werkzeugen für die Medizintechnik vor allem auf scharfe Schneidenausbildung, optimale Oberflächenqualität und geeignete – sprich bioneutrale – Beschichtungen an. „Zudem müssen Werkzeuge so ausgeformt werden, dass der Schnittdruck bei der Bearbeitung auf das Werkstück so gering wie möglich ist.“ Im Bereich der Medizintechnik komme es weniger auf die produzierte Menge, dafür umso mehr auf perfekte Qualität und Präzision an. Und dies im Toleranzbereich von wenigen hundertstel oder sogar tausendstel Millimetern.

Hohe Qualitätsansprüche erfordern speziell abgestimmte Werkzeuge

Auch nach Ansicht von Axel Küpper, Manager Business Development der Sandvik Tooling Deutschland GmbH, Düsseldorf, verlangen die hohen Qualitätsanforderungen in der heutigen Medizintechnik speziell für diesen Bereich abgestimmte Werkzeuge: „Eine exakte Auslegung der Schneide in Bezug auf Schärfe und Struktur der Mikrogeometrie ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für eine effektive Zerspanung. Die Anforderungen bestehen aus einem Zusammenspiel von Prozesssicherheit, Spanverhalten und Werkzeuglebenszyklus.”

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In der Medizintechnik verwendete Werkzeugmaschinen seien häufig in der Kleinteilefertigung eingesetzt. Sie sind nicht nur in der Medizintechnik zu finden, sondern in allen anderen Segmenten: „Unsere Werkzeuge können flexibel auf allen bekannten Maschinen eingesetzt werden, die Schnittstellen sind genormt und immer so genau ausgelegt, dass sie den Erfordernissen genügen.“

Bei Zahnimplantaten sind sehr filigrane Werkzeuge notwendig

„Grundsätzlich braucht die Medizintechnik eigentlich keine speziellen Werkzeuge”, sagt Josef Gießler, als Entwicklungsleiter der Tübinger Walter AG verantwortlich für Produktentwicklung der Kompetenzmarken Walter Titex (Bohrwerkzeuge) und Walter Prototyp (Gewinde- und Fräswerkzeuge). „Allerdings sind die zu bearbeitenden Werkstoffe relativ schwer zu zerspanen und daraus ergeben sich erhöhte Anforderungen, die aber in anderen Industriezweigen auch vorkommen.” Außerdem würden häufig sehr filigrane Werkzeuge gefordert.

Bei Zahnimplantaten aus Titan muss beispielsweise ein tiefes Innengewinde M1,6 hergestellt werden. Solche Gewinde werden heute üblicherweise gefräst. Der Fräser hat einen Nenndurchmesser von 1,2 mm. Gießler: „Wir bieten dazu spezielle Orbital-Gewindefräser an und liefern auch die passende Strategie samt NC-Programm.“

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