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Zerspanungswerkzeuge

Werkzeuge für die Medizintechnik stellen besondere Anforderungen an die Schneidstoffauswahl

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„Grundsätzlich braucht die Medizintechnik zwar Präzisionswerkzeuge”, betont Matthias Oettle, Leiter Forschung und Entwicklung der Paul Horn GmbH in Tübingen, „doch sind spezielle Werkzeuge nur für spezielle Bearbeitungsaufgaben wie das Gewindewirbeln von Knochenschrauben erforderlich.“ Spezielle Substrate, Geometrien und Beschichtungskombinationen an Werkzeugen kämen bedingt durch die in der Medizintechnik verwendeten Werkstückstoffe zum Einsatz. „Die geforderten Toleranzen und Oberflächengüten, die noch vor zehn Jahren in der Medizintechnik als speziell angesehen werden konnten, haben sich im allgemeinen Maschinenbau weitgehend etabliert.“

Bei den zu bearbeitenden Werkstoffen muss unterschieden werden zwischen Bauteilen, die direkt im menschlichen Körper eingesetzt werden, und Bauteilen, die für medizintechnische Apparaturen gebraucht werden. „Für uns Hersteller von Zerspanungswerkzeugen“, so Oettle, „stellen diese Werkstoffe in der Regel eine Herausforderung dar, weil entsprechend den Anforderungen der Medizintechnik die Legierungsbestandteile, die das Zerspanen vereinfachen, wie Schwefel und Phosphor, nicht oder nur in sprichwörtlich homöopathischer Dosierung vorhanden sind.“

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Legierungsbestandteile wie Kobalt und Nickel verringern die Standzeit des Werkzeuges

Oft sind speziell für medizinische Anforderungen legierte Titanwerkstoffe und Kobalt-Chrom-Legierungen zu zerspanen. Insbesondere für abrasiven Verschleiß sorgende Legierungsbestandteile wie Kobalt und Nickel erhöhen unter anderem die Zerspantemperatur und verringern die Standzeit des Werkzeuges. Stark zunehmend, und dies nicht nur in der Medizintechnik, sind ebenfalls Kunststoffe wie PVDF, das bei der Herstellung von Prothesen verwendet wird, und faserverstärkte Kunststoffe, die völlig neue Anforderungen hinsichtlich des Verschleißverhaltens an das Werkzeug stellen.

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