Suchen

Zerspanungswerkzeuge

Werkzeuge für die Medizintechnik stellen besondere Anforderungen an die Schneidstoffauswahl

Seite: 8/8

Firmen zum Thema

Der Entwicklungsleiter unterscheidet drei grundsätzlich unterschiedliche Teilefamilien, die zu bearbeiten sind: Implantate, Instrumente und Schneidwerkzeuge für den Einsatz bei Operationen. Die Implantate sind entweder aus Titan oder Titanlegierungen oder aus nichtrostendem Stahl mit hohem Chrom-Anteil. Nichtrostender Stahl stelle keine besondere Herausforderung dar und Titan (Grade 5) kenne man aus dem Bereich Aerospace, obwohl in der Medizintechnik vorwiegend reinere Sorten verwendet werden.

Wesentlich seltener sind Titanlegierungen Grade 2, 3 und 4 in der Industrie anzutreffen. Diese Werkstoffe stellen eine gewisse Besonderheit in der Medizintechnik dar. Grade 2 und 3 sind Reintitan-Sorten, das zur Steigerung der Festigkeit üblicherweise kaltgereckt wird, Grade 4 ist eine niedriglegierte Titanlegierung, aber erheblich leichter zu bearbeiten als das klassische TiAl6V4 (Grade 5).

Bildergalerie

Bildergalerie mit 7 Bildern

Qualität und Sicherheit haben allerhöchsten Stellenwert

Bei Instrumenten oder Hilfswerkzeugen, die dazu dienen, bei der Operation das Implantat einzusetzen, handelt es sich um hochlegierte Stähle, wie sie auch sonst in der Industrie zum Einsatz kommen. Schneidwerkzeuge für den Einsatz bei Operationen müssen absolut resistent gegen Korrosion sein. Deshalb werden häufig härtbare rost- und säurebeständige Stähle verwendet. Ein typisches Material ist X90CrMoV18 (1.4112), aber auch solche Werkstoffe stellen für die spanende Bearbeitung keine unbekannte Herausforderung dar.

Natürlich sei auch bei der Herstellung medizintechnischer Komponenten die Produktivität sehr wichtig, aber „allerhöchsten Stellenwert haben Qualität und Sicherheit beim Einsatz dieser Komponenten“, erklärt Josef Gießler. „Da werden dann schon mal die Schnittparameter zugunsten der Qualität reduziert, um sicherzustellen, dass die bearbeiteten Teile keine negativen thermischen oder mechanischen Beeinflussungen durch die Zerspanung erfahren.“

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 326926)