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Zerspanungswerkzeuge

Werkzeuge für die Medizintechnik stellen besondere Anforderungen an die Schneidstoffauswahl

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Nach Ansicht von Sabine Hopf, für Medizintechnik zuständige Spezialistin der Iscar Germany GmbH, Ettlingen, können in der spanenden Bearbeitung medizintechnischer Komponenten zumeist Standardprodukte eingesetzt werden. Allerdings seien Werkzeuge und Schneideinsätze mit verschleißfestem Substrat und Beschichtung zu wählen. Außerdem müsse der richtige Kompromiss zwischen positiver Schneide und stabiler Kante gefunden werden: „Ideal ist eine Kühlmittelzufuhr nahe an der Schnittzone, um bei der Bearbeitung von Titan und Edelstählen optimiert zu kühlen und die Späne besser abzutransportieren.“

Damit sich keine unerwünschten Stoffe am Bauteil ablagern, müsse bei der Auswahl auch auf die Unbedenklichkeit der Bestandteile von Schneidstoff und Beschichtung geachtet werden. Natürlich gebe es in der Medizinindustrie auch Bauteile, die nicht allein mit Standardwerkzeugen hergestellt werden können. „Für diese Fälle”, so Hopf, „wurden in unserem Hause eigene Systeme entwickelt. Ein Beispiel sind spezielle Fräswerkzeuge zur Bearbeitung von Titanlegierungen.“

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Freigabe zur Fertigung setzt Validierungsprozesse voraus

Die meisten Werkzeuge für die Medizintechnik werden auf Standardmaschinen eingesetzt, die oft zusätzlich mit Hochdruckpumpen ausgerüstet werden. Abhängig von der Genauigkeit mancher medizinischer Komponenten sind in vielen Fällen hochgenaue Maschinen erforderlich: „Das Maschinen- und Werkzeugkonzept muss zum Bauteil passen“, urteilt die Fachfrau. Auf jeden Fall brauche der Anwender ein besonderes Bearbeitungs-Know-how, denn er müsse alle Parameter aufeinander abstimmen.

Auf einen weiteren wichtigen Punkt weist die Iscar-Expertin ergänzend hin: „Da umfangreiche Validierungsprozesse nötig sind, um eine Freigabe zur Fertigung zu erhalten, sind die Herstellungsprozesse später nicht leicht veränderbar. Änderungen im Zerspanungsprozess und bei der Werkzeugauswahl müssen daher zuerst aufwändig getestet werden. Das hemmt oft den frühen Einsatz weiterentwickelter Werkzeugsysteme.“

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