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Zentriergerät für Spindeln spart viel Zeit beim Umrüsten

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Die Spindeln der 25 Drehautomaten wurden mit einer Messuhr und entsprechenden Aufnahmen ausgerichtet. Das war nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern auch stark vom Wissen, der Routine und dem Geschick des Bedieners abhängig. Beim Zentrieren einer Maschine mit mehreren Werkzeugen war sie dann nicht selten den ganzen Tag nicht einsetzbar.

Mit Mowidec-TT geht das bei Medizin- und Dentaltechnik nun wesentlich schneller. Bis 80 % der bislang gebrauchten Zeit für das Ausrichten und Zentrieren wird eingespart. Bei rund 20 Rüstvorgängen pro Woche sind das viele Stunden, die für die Produktion genutzt werden können.

Doch nicht nur mit Schnelligkeit, sondern auch mit hoher Präzision kann das Gerät punkten. Durch die analoge Anzeige der Messuhr waren Ablesefehler und damit Ungenauigkeiten nicht auszuschließen. Dass an schwer zugänglichen Stellen die Messuhr gelegentlich auf dem Kopf stand und mit einem Spiegel abgelesen wurde, erhöhte das Fehlerpotenzial.

Das Zentrieren der Spindeln erfolgt schnell und präzise

Um Zeit zu sparen, wurde deshalb sogar unter Umständen per Augenmaß zentriert. Bei Fertigungstoleranzen von 0,01 mm konnte sich das fatal auswirken. Die digitale Anzeige des Zentriergeräts erübrigt solche Umwege und sorgt mit einer Messgenauigkeit von 1 bis 3 µm für höchste Präzision.

Dass man mit dem Gerät Spindeln so schnell und präzise zentrieren kann, liegt nicht zuletzt an der einfachen Handhabung: Zu Beginn platziert der Einrichter das handliche Steuergerät mit gut lesbarer Displayanzeige per Magnethalterung bequem in seiner Sichtweite am Maschinenkörper. Danach wird der passende Sensoraufnahmering auf der Spindel angebracht, die kontaktlose Transversalsonde parallel zur Lage der Achsen gedreht und in 0,2 bis 0,8 mm Entfernung zum Werkzeug mit der Feststellschraube fixiert.

Nun wird die Spindel anhand von drei Punkten exakt positioniert. Der Prüfvorgang startet senkrecht über dem Werkzeug. An diesem ersten Punkt setzt der Anwender mit der Reset-Taste den Anzeigewert auf null. Nach einer Drehung des Sensors um 180° zum zweiten Prüfpunkt zeigt das Steuergerät die Zentrierungsdifferenz an der senkrechten Achse an. Um diesen Durchmesserfehler zu beheben, muss der Anwender die Achse mithilfe der Maschinensteuerung um die Hälfte des Wertes korrigieren.

System kann vom Anwender ohne Schulung gehandhabt werden

Für die Ausrichtung der waagerechten Achse wird das System auf null zurückgesetzt und die Spindel mit dem Sensor um 90° an den dritten Prüfpunkt gedreht. Da nun der tatsächliche Verfahrwert angezeigt wird, muss die Achse um den gesamten Anzeigewert korrigiert werden.

Das System ist so einfach, dass es jeder Anwender ohne aufwendige Schulung handhaben kann (Bild 2) – das ist ein weiterer Vorteil im Vergleich zur Messuhr.

Medizin- und Dentaltechnik betreibt 25 CNC-Langdrehautomaten von Hanwha, Star und Tornos. Auf all diesen Maschinen kann das Zentriergerät verwendet werden. Inzwischen gibt es Lösungen für über 100 Maschinentypen.

* Jörg Schwartz ist Geschäftsführer von Schwartz tools and more in 76327 Pfinztal.

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