Intralogistik Zum aufpeppen oder neu kaufen

Autor: Simone Käfer

In der Intralogistik geht es immer mehr um Schnelligkeit. Denn inzwischen soll „just in sequence“ geliefert und produziert werden. Nicht alle automatisierten Transportmittel können da mithalten, vor allem nicht, wenn man die Verbindung zu ihnen und damit kostbare Zeit verliert.

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(Bild: Bild: Continental Regensburg)

Der Automobilzulieferer Continental in Regensburg hat seinen gesamten Logistikprozess für eine Just-in-Sequence-Produktion ausgelegt: Das von der Fertigung angeforderte Material wird automatisch aus einem der 6200 Stellplätze in dem 60 m langen und 30 m hohen Hochregallager entnommen. Dann bringen zwölf automatisch gesteuerte Fahrzeuge das Material auf einer Elektro-Flurförderbahn vom Logistikzentrum in die Fertigung. Zielkennzahl zwischen der Materialanforderung aus der Fertigung und der Lieferung ist dabei eine Stunde.

Auf der etwa 130 m langen Flurförderbahn können die Transporter jedoch nicht überwacht werden. Kam es früher auf der Bahn zu einer Störung, dauerte es bis zu 10 min, bis die SPS des Flurförderzeuges sie meldete. Bei etwa zehn Störungen in der Woche belief sich die vergeudete Zeit auf etwa 100 min. Alternative Lösungen wie WLAN-Systeme waren zu teuer und mit einer aufwendigen Installation durch die IT-Abteilung verbunden.

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Signalleuchte und Funksender

Also montierte Continental Regensburg Ende 2014 auf seinen Flurförderzeugen je eine Signalsäule mit den Farben grün und gelb sowie je einen Funksender. Das System von Werma basiert auf einem Wireless Information Network und funktioniert als kostengünstiges, funkbasiertes Maschinen-Daten-Erfassungs-System (MDE) zur Verbesserung von Logistik, Fertigung und Montage. Durch den einfachen Bajonettverschluss wird jede Signalsäule per Plug-&-play mit einem Funksender ausgerüstet.

Dieser überträgt die Zustände der einzelnen Säulenelemente drahtlos an den Empfänger, der an den USB-Anschluss eines zentralen Rechners gekoppelt ist. In Regensburg steht dieser PC eine Etage tiefer, im Büro des Teamkoordinators Industrial Engineering, Mathias Meier. Wann immer das Signal an einem Flurförderzeug auf Störung geht, bekommt er sofort die dazugehörige Meldung auf seinem Bildschirm in der entsprechenden Software angezeigt.

Darüber hinaus erhalten alle Mitarbeiter der jeweiligen Schicht eine Information über die Störung auf ihr Mobiltelefon. Sie können das aufgetretene Problem annehmen, bearbeiten und anschließend quittieren. Durch diese sofortige Rückmeldung der Störung ist auch eine schnelle Reaktion möglich, sodass der durchschnittliche Zeitverlust drastisch reduziert wurde.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung