Coopetition

Zusammen den Erfolg finden

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Wichtige Voraussetzung: Die Vorteile müssen überwiegen

Kooperationen sind schon keine einfache Sache, viele Spielregeln wollen eingehalten werden; aber sich auch noch mit dem Wettbewerb zusammenzutun? Die könnten schließlich hinter die Technik kommen, mit der man ihnen bisher immer einen kleinen Schritt voraus war. Daher gilt bei einer Coopetition mehr als bei jeder anderen Zusammenarbeit, dass beide Partner sich mehr Vorteile aus dieser Zusammenarbeit erhoffen können – und alle fair bleiben.

Somit ist Vertrauen auch der wichtigste Faktor. Das Vertrauen, dass einen der andere nicht hintergeht und er dasselbe Maß an Ressourcen einbringt wie man selbst; das Vertrauen, dass sich beide an die Abmachungen halten. Aber auch wenn in der Zusammenarbeit Probleme auftauchen, seien es technische oder menschliche, sollte man gemeinsam eine Lösung finden. Denn oft scheitern Coopetitions an Problemen der internen Zusammenarbeit, wie das Gründerlexikon berichtet. Das kann daher rühren, dass Mitarbeiter durchaus dem über Jahre hinweg ausgelebten Konkurrenz- und damit auch Geheimhaltungsdenken nicht entkommen können. Um diesen Fällen vorzubeugen, muss von der Geschäftsführung sehr klar der Sinn und Zweck dieser Verbrüderung mit dem Konkurrenten formuliert werden.

Von größerer Reichweite über Standardisierung zu Wettbewerbsfähigkeit

Da man bei einer Kooperation – gerade mit dem eigenen Wettbewerb – plötzlich nicht mehr alleine dasteht und auch eine größere Reichweite bedient, ist es nun möglich, Standards zu setzten. So wie it's OWL beispielsweise beim Problem des durchgängigen Engineerings. Dazu Moldehn: „Für Industrie 4.0 muss zum Beispiel ein durchgängiges Engineering geschaffen werden. Denn das ist der Schlüssel zu einer effizienten Produktentwicklung. Dazu bedarf es eines Verbunds von Engineering-Werkzeugen, die über Schnittstellen sowie gemeinsame Datenformate und -quellen zusammenarbeiten können. Durch die Nutzung und Kombination solch standardisierter Formate wie Automation-ML und E-Class lässt sich das Ergebnis des durchgängigen Engineerings – die digitale Produktbeschreibung – in der Fertigung einsetzen.” Coopetitions, die Standards setzen, zwingen nicht beteiligte Marktbegleiter zum Nachziehen.

Das entscheidende – aber auch gefährlichste – Argument ist der Zugang zum Know-how des anderen. Dadurch, dass man seine Kompetenzen bündelt, jeder vielleicht auch noch andere Sachkenntnis mit einbringt, kann man sein Wissen sogar vergrößern und somit vorhandene Lücken füllen. Aber auch sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren, diese vielleicht sogar noch weiter entwickeln. Und wer weiß, möglicherweise entsteht in der Kombination mit dem Wissen des Coopetition-Partners sogar erst die entscheidende Idee oder Technik, um eigene Produkte oder Methoden völlig neu zu gestalten. So weit die theoretischen Vorteile.

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