Anwenderforum 3D-Druck – Was geht und was noch nicht

Autor: Simone Käfer

Das Fraunhofer IPA hat ein Anwenderforum zur additiven Fertigung veranstaltet. Redner sprachen über die Fortschritte und Schwierigkeiten der Technik. Interessant war vor allem der Versuch, den 3D-Druck in die eigenen Prozesskette zu integrieren.

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Medizinische und kommerzielle Produkte sind für die Additive Fertigung ein Steckenpferd. Aber auch in der Fertigungsindustrie wird die Technik immer gefragter. Auf dem Anwenderforum des Fraunhofer IPA unterhielten sich Hertseller und Anwender über Materialien, Verfahren, Software und Herausforderungen.
Medizinische und kommerzielle Produkte sind für die Additive Fertigung ein Steckenpferd. Aber auch in der Fertigungsindustrie wird die Technik immer gefragter. Auf dem Anwenderforum des Fraunhofer IPA unterhielten sich Hertseller und Anwender über Materialien, Verfahren, Software und Herausforderungen.
(Bild: Simone Käfer)

Sie ist zu teuer, zu langsam, der Automatisierungsgrad ist viel zu niedrig. Zurzeit ist die additive Fertigung eher für Unternehmen, die es sich leisten können, mit neuer Technik zu experimentieren. Aber sie ist auch ganz deutlich auf dem Vormarsch und bietet viel Potenzial für ganz unterschiedliche Bereiche im und nach dem Produktionsprozess. Beim „21. Anwenderforum – Additive Fertigung in der Industrie” des Fraunhofer IPA ging es um den aktuellen Stand, darum, was Materialien und Technik schon leisten können und was noch nicht.

Keramikdruck erobert die Schmuckwelt

So sprach Richard Gaigon von 3DCeram über die Möglichkeiten des Keramikdrucks. Sie arbeiten mit Stereolithographie und Laser, da hier die Qualität besser sei, erklärt Gaigon. Das Ausgangspulver bestünde aus 60 % Keramik, das Endprodukte hätte eine Dichte von 98,3 – also kaum ein Unterschied zu Keramik, die auf traditionellem Weg entstand. Wichtige Kunden kommen aus der Luxusgüterbranche. Vielleicht wurde Ihre Chanel-Uhr ja ausgedruckt?

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Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung lag jedoch auf Kunststoffdruck. Jonas Fischer vom Fraunhofer IPA beispielsweise führte Entwicklungspotenzial rund um faserverstärkte Werkstoffe im 3D-Druck auf: Eine andere Düsengestaltung sowie erweiterte thermische Auslegungen könnten den Gebrauch wesentlich vereinfachen und die Einsatzmöglichkeiten erhöhen.

Additive Fertigung im industriellen Prozess

Auch Agor verarbeitet Kunststoff. Sie nutzen das FLM-Verfahren (Fused Layer Modeling, auch bekannt als FDM und FFF), es gehört zu den Schmelzschichtverfahren. Dabei haben sie den Standard-Drucker durch ein Roboter basiertes System ersetzt, erzählt Evgeniy Khavkin. Dafür hat das Unternehmen auch eine eigene Software entwickelt, die mit allen gängigen Robotern kompatibel wäre.

Ebenfalls an der praktischen Umsetzung im industriellen Umfeld arbeitet Arburg. Der Spritzgießmaschinenhersteller versucht seinen Freeformer in die Prozesskette zu integrieren. Eberhard Duffner erklärte die Herausforderungen dabei, die beispielsweise im Signalaustausch zum Roboter liegen, in der Inline-Vermessung, die mit automatischer Höhenkorrektur arbeiten sollte, einer automatischen Tür, die natürlich mit dem be- und entladenden Roboter gekoppelt sein muss oder auch der Planung von Reinigungszyklen.

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 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung