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Remote Support Additiv gefertigte Smart Glasses erleichtern die Kommunikation

Autor: Simone Käfer

Mit den Smart Glasses des Wiener Startups Viewpointsystem soll die Kommunikation bei der Fernwartung erheblich einfacher werden. Ihre Besonderheit liegt im Eye-Tracking und der Herstellung per 3D-Druck.

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Mittels integriertem Eye Tracking ermöglicht die Brille auch bei komplexen Reparaturen und sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten eine reibungslose Kommunikation.
Mittels integriertem Eye Tracking ermöglicht die Brille auch bei komplexen Reparaturen und sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten eine reibungslose Kommunikation.
(Bild: Viewpointsystem)

Mit Smart Glasses kann beispielsweise ein Mitarbeiter von seinem Büro aus einen Kollegen oder sogar den Kunden, der vor Ort in der Produktion oder direkt an der Maschine steht, bei der Installation oder Wartung unterstützen. Die Brille des österreichischen Startups Viewpointsystem heißt VPS 19 und wird komplett in Europa, größtenteils in Österreich, gefertigt. Zur Brille gehört eine Smart Unit, ein handliches Gerät mit einer Multitouch-Anzeige, mit der die Brille kalibriert über das die Verbindung zwischen den Personen hergestellt wird. Für die Übertragung ist Wifi notwendig. Der Experte am Schreibtisch sieht an seinem PC, genau das, was der Techniker vor Ort durch die Brille sieht. Davon kann er Screenshots erstellen, diese bearbeiten, etwa bestimmte Stellen markieren, und zurück an den Techniker senden. Auch eine Dokumentübertragung ist möglich. Das besondere Highlight ist die ein Blickpunkt, der zeigt, auf welchen kleinen Bereich des Blickfeldes der Fokus des Technikers exakt liegt. Das erleichtert die Kommunikation erheblich. Die Eye-Tracking-Brillen wiegen nur 43 g. Außerdem sind die Nasenauflage und die Bügel individualisierbar.

Das Brillengestell ist komplett additiv gefertigt. „Es ist ein organisches Produkt, das keine gerade Linie hat und mit dem Menschen sich wohl fühlen sollen“, sagt Nils Berger, CEO und Eigentümer von Viewpointsystem. Das prädestiniert die Brille für die Additive Fertigung. Auch, dass Verbesserungen am Gestell und individuelle Größen schnell und kostengünstig umsetzbar sind, ist ein enormer Pluspunkt der jungen Fertigungsverfahren. Einziges Problem war die Biokompatibilität der Materialien. Der Hersteller von 3D-Druckern, mit denen Viewpointsystem in Kontakt war, ist HP. Diese konnten Anfang dieses Jahrs das Problem lösen. Nun werden 50 Brillen pro Baujob in einer Multi-Jet-Fusion-Maschine gedruckt, werden nach dem etwa 20-stündigen Abkühlen von ihrem Pulverkuchen befreit, mit Glasperlen abgestrahlt und in einem Schritt gefärbt. In das Brillengestell wird nun per Hand die Elektrik eingelegt und die Frontabdeckung aufgeklickt. Diese wurde früher geklebt, aber mit dem neuen Klicksystem bleibt die Brille beweglicher.

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Die Brillen werden mit einer Systemlizenz verkauft. Bei einer Laufzeit von drei Jahren liegt der Preis bei 8.643 Euro. In der Betaphase befindet sich die Mixed-Reality-Brille, die auf die VPS 19 über das Klicksystem aufgesteckt werden kann. Laut Berger soll sie Ende 2020 oder Anfang 2021 erhältlich sein.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe