Herz Ätztechnik

Ätzen statt stanzen

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Ein Spezialist auf diesem Gebiet ist die Herz Ätztechnik aus Epfendorf am Neckar. Markus Götze, Vertriebsleiter bei Herz, sagt: „Mit unserem Know-how in der Ätztechnik möchten wir als Lohnfertiger neue Möglichkeiten eröffnen und immer wieder Impulse geben. Durch Ätzen sind beispielsweise filigranste Stege möglich, die mit der Stanztechnik nicht mehr realisierbar sind. Dadurch werden bereits in der Konstruktion andere Designs oder Geometrien machbar.“

Die Herz-Gruppe besteht aus der Ätztechnik- und der Lasertechnik-Sparte, was eine Kombination beider Techniken ermöglicht. Mit insgesamt 120 Mitarbeitern lebt Herz das Ätzen und wächst stetig. Das zweite Werk, 100 m vom ersten Werk entfernt, befindet sich aktuell im Bau, außerdem wurde erst im Spätsommer ein weiteres Gebäude hinzugekauft, auf dem ein neues Logistikzentrum entsteht.

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Der Ätzprozess: kosteneffizient, flexibel und schnell

„Prototyp oder Vorserie? Klein- oder Großserie? Mit Ätztechnik alles wirtschaftlich“, erklärt Götze. Eine Produktion ist sowohl im Zuschnitt oder Reel-to-Reel möglich. Der Zuschnitt ist für kleine Stückzahlen und anschließende manuelle Weiterverarbeitung prädestiniert. Dabei werden die Teile aus Metallplatten geätzt. Alternativ bietet Herz Reel-to-Reel, also Ätzen vom Band, das besonders für die automatische Weiterverarbeitung und für mittleren und großen Stückzahlen geeignet ist.

Der Ätzprozess ist in sechs Schritte aufgeteilt. Erstens: Die Vorbehandlung. Die Metallzuschnitte werden gereinigt und die Oberfläche wird gegebenenfalls mechanisch aufgeraut.

Zweitens: Das Laminieren. Die Metallzuschnitte werden beidseitig mit einer UV-lichtempfindlichen Folie beschichtet, damit der Metallzuschnitt später gleichzeitig von oben und von unten an den gewollten Stellen vor der Säure geschützt werden kann.

Drittens: Das Belichten. Die lichtempfindliche Folie auf den Metallzuschnitte wird mit UV-Licht belichtet. Ein Filmwerkzeug bildet dabei die Kontur des Formätzteils ab. Das Filmwerkzeug wird mithilfe von CAD-Daten erstellt und funktioniert wie eine Schablone: Die Folienbereiche, die von UV-Licht erreicht werden, härten zu einer säureresistenten Oberfläche aus. Sie bilden später das Formätzteil.

Viertens: Das Entwickeln. Die nicht belichteten Bereiche auf der Folie werden angelöst und entfernt. Das spätere Ätzteil bleibt weiterhin durch die Folie geschützt. Wird beidseitig entfernt, wird das Material durchgeätzt, wird nur einseitig entfernt, wird das Material nur angeätzt, beispielsweise für eine Beschriftung, oder als Vertiefung, die in der Weiterverarbeitung als Biegekante genutzt werden kann.

Fünftens: Das Ätzen. Die Metallzuschnitte werden mit einem Ätzmedium beidseitig besprüht, um das freiliegende Metall aufzulösen. Nur die Bereiche, die durch die Folie geschützt sind, bleiben erhalten. So nimmt das Teil die gewünschten Konturen an. Hierbei ist das Verfahren sehr materialschonend und es kann eine Gratfreiheit zu 100 % garantiert werden.

Sechstens: Das Finishing. Beim sogenannten Strippen wird die schützende Folie von den gefertigten Teilen entfernt. Abschließend werden die Formätzteile aus dem Ätznutzen gelöst, vereinzelt und nach eingehender Qualitätskontrolle verpackt.

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