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Durchgängige Daten Am besten mechatronisch

| Autor / Redakteur: Birgit Hagelschuer / Stefanie Michel

Wer Schaltschränke für kundenspezifische Anlagen in Losgröße 1 herstellt, ist auf effiziente Workflows angewiesen, um die Fertigung zu beschleunigen. Mit der Integration von E- und M-CAD-System in das PDM und damit auch in das ERP-System konnte ein Anwender Zeit und Kosten sparen sowie die Fehler reduzieren.

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Mit einem durchgängigen Datentransfer von der Konstruktion und Fertigung in die kaufmännischen Funktionen lässt sich die Fertigung effizienter gestalten.
Mit einem durchgängigen Datentransfer von der Konstruktion und Fertigung in die kaufmännischen Funktionen lässt sich die Fertigung effizienter gestalten.
(Bild: MS-Schramberg)
  • MS-Schramberg hatte sich für die Schaltschrankfertigung vorgenommen, Eplan und Solidworks an das PDM Pro-File und damit an das ERP-System anzubinden.
  • Ziel war eine mechatronische Stückliste, die einen durchgängigen Datentransfer zwischen der Konstruktion und den kaufmännischen Funktionen sicherstellen sollte.
  • Über den Eplan-Pro-File-Connector erhält das PDM nun Daten aus Eplan für den Lagerbestand, den Einkauf oder die Fertigungsplanung.
  • Durch die mechatronische Stückliste ließen sich Kosten und Zeit sparen sowie Doppelarbeit und Übertragungsfehler vermeiden.

Koerzitivfeldstärke, Remanenz und Sättigungspolarisation: Das sind Kenngrößen, mit denen die Entwickler der MS-Schramberg GmbH & Co. KG täglich zu tun haben. Denn MS-Schramberg gehört zu den führenden Herstellern von Magnet- und Systemlösungen. Mehr als 5000 verschiedene und immer kundenspezifische Bauteile dieser Art werden in Schramberg gefertigt. Dazu gehören zum Beispiel Magnetbaugruppen, die in Kfz-Automatikgetrieben die Drehzahl erfassen oder die Position des Schalthebels erkennen.

Die Automobilindustrie ist die wichtigste Branche für MS-Schramberg, aber auch die Medizintechnik, der Maschinenbau und Hersteller von Schienenfahrzeugen nutzen die Magnet- und Systemlösungen, die unter oftmals widrigen Bedingungen (zum Beispiel unter Öl, in korrosiver Umgebung und bei tiefen oder hohen Temperaturen) Magnetsignale erzeugen.

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Ein wesentlicher Faktor des Erfolgsrezeptes von MS-Schramberg ist die Kompetenz, den Kunden mit kompletten Baugruppen statt „nur“ mit kundenspezifischen Magneten zu versorgen. Da für (fast) jedes der 5000 zu fertigenden Produkte eigene Werkzeuge, Formen und Automatisierungsanlagen nötig sind, kommt dem hauseigenen Anlagenbau und hier besonders der Automatisierungstechnik große Bedeutung zu.

Schaltschrankbau im eigenen Hause

Heiko Schaumann, IT-Administrator CAD-Systeme bei MS-Schramberg: „Parallel zu dem kundenspezifischen Produkt planen unsere Maschinenbauer und Elektrotechniker die Produktionsanlage. Dabei setzen wir auf eine hohe Fertigungstiefe – weil wir die Expertise haben und weil oft Zeitdruck herrscht oder es noch Last-Minute-Änderungen am Produkt gibt, die wir berücksichtigen müssen. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass wir die Schaltschränke grundsätzlich selbst planen und bauen.“

Zu den Grundsätzen von MS-Schramberg gehört es auch, stets moderne IT-Werkzeuge zu nutzen. Deshalb arbeiten die Elektrokonstrukteure seit mehr als zehn Jahren mit der jeweils aktuellen Version von Eplan. Schaumann: „Da jede Anlage für das jeweilige Produkt geplant und gebaut wird, arbeiten wir fast immer in Stückzahl Eins. Die Konstrukteure nutzen aber Basismodelle für häufige Funktionen und Module, zum Beispiel für die Teileentnahme an Spritzgießmaschinen und für den Bauteiltransport in der Montage.“

Wunsch: Verknüpfung von E-CAD, PDM und ERP

Auch beim Produktdatenmanagement (PDM) ist MS-Schramberg seit Jahren gut ausgestattet. Hier kommt Pro-File von Procad zum Einsatz. „Dieses PDM-System hat sich bestens bewährt – auch und gerade bei der Dokumentation und Datenpflege sowie beim Änderungsmanagement“, erklärt Schaumann. Da die „ITler“ bei MS-Schramberg durchaus anspruchsvoll sind, hatten sie frühzeitig den Wunsch, Eplan sowie das M-CAD-System Solidworks an das PDM und damit – der eigentliche Zweck – an das ERP-System anzubinden. Das Ziel war die mechatronische Stückliste: ein durchgängiger Datentransfer zwischen der Konstruktion und den kaufmännischen Funktionen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hatte MS-Schramberg bereits eine eigens dafür entwickelte Lösung getestet, die aber nicht überzeugen konnte. Im Herbst 2018 wurde Schaumann auf den Eplan Pro-File-Connector aufmerksam: eine neue, von Eplan entwickelte Schnittstelle für die Anbindung an das PDM-System Pro-File.

Realität: konsistenter Datenbestand auf allen Ebenen

Diesen Connector setzt MS-Schramberg jetzt ein. Über ihn erhält das PDM nun Daten – vor allem Stücklisten – aus Eplan. Diese Verbindung wird genutzt, um die Daten weiter an das ERP-System zu geben. Schaumann: „Die Eplan-Daten sind eine wichtige Basis zum Beispiel für Ressourcenlisten, die wir für den Lagerbestand, den Einkauf, die Disposition und die Fertigungsplanung benötigen. Früher mussten wir diese Listen von Hand eingeben. Das war zeitaufwendig, fehleranfällig und letztlich redundant. Und es wurde dann schwierig, wenn – wie es immer häufiger geschieht – während des Planungsprozesses noch Änderungen vorgenommen werden. Jetzt haben wir auch in solchen Fällen einen konsistenten Datenbestand auf allen Ebenen: Was in der Konstruktion geändert wurde, findet sich in den Ressourcenlisten wieder.“

Konkret heißt das: Die Elektrokonstruktion endet mit einem Fertigungsauftrag, der über die Integration und Pro-File an das ERP-System übergeben und dort weiterbearbeitet wird. Weitere Vorteile ergeben sich daraus, dass MS-Schramberg Rittal-Schaltschränke einsetzt, die sich mit Eplan besonders gut planen lassen – einschließlich Routing und Klimatisierung. Die Daten der benötigten Zukaufkomponenten laden die Konstrukteure jetzt aus dem Eplan-Data-Portal hoch.

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