Werkzeugmaschinen weltweit

An Chinas Marktmacht führt kein Weg vorbei

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Fast ein Drittel des Weltmarktes

2016 steigt die Produktion in China nach einigen schwächeren Jahren mit 12 % wieder kräftig an, berichtet der VDW in seinem Marktbericht 2016. Das Produktionsvolumen beläuft sich demnach auf 17,1 Mrd. Euro (Deutschland: 11,1 Mrd. Euro), 25,2 % des Weltmarktes. Mit 31,9 % oder 21,6 Mrd. Euro Volumen ist auch die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen im Reich der Mitte nach wie vor riesig. Insgesamt wird ein Großteil des weltweiten Volumens (54,1 % oder 36,6 Mrd. Euro) in Asien verkauft. Dabei geht der Trend hin zu höherer Qualität und stärkerer Automatisierung, ein Umstand, der gerade deutschen Werkzeugmaschinenherstellern nutzen könnte.

Besonders stark steigt Chinas Produktion in der Umformtechnik auf einen Weltanteil von 33,4 %, das sind 6,9 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Auf Platz 2 folgt mit deutlichem Abstand Deutschland mit einem Produktionsvolumen von 2,9 Mrd. Euro. Auch in der Zerspanung legen die Chinesen zu. 47,1 Mrd. Euro beträgt 2016 das weltweite Produktionsvolumen, traditionell gehörte hier der Spitzenplatz den Japanern. Im Ranking der Produktionsergebnisse liegt 2016 aber erstmals China mit 10,2 Mrd. Euro und einem Weltanteil von 21,7 % vor Japan, das mit 9,4 Mrd. Euro und 19,9 % Anteil auf den zweiten Platz verdrängt wird.

Japans Hersteller verlieren kräftig

Die japanische Werkzeugmaschinenproduktion insgesamt ist im Jahr 2016 deutlich gefallen, von 12 Mrd. Euro im Jahr 2015 auf 11,0 Mrd. Euro im letzten Jahr. Japan verliert damit Rang 2 der weltweit größten Werkzeugmaschinenproduzenten an Deutschland. Japans Hersteller leiden derzeit besonders unter der Schwäche des asiatischen Absatzmarktes.

Das dürfte sich, dank der wiedererstarkenden Nachfrage aus China, in den kommenden Jahren allerdings wieder ändern. So stiegen die Auftragseingänge für spanende Maschinen im 1. Quartal 2017 bereits um 12 % an, nachdem sie 2016 insgesamt um 16 % gefallen waren. Die Schwäche des asiatischen Heimatmarktes bekommen auch andere Länder zu spüren. Die Produktion in Südkorea bricht um ein Fünftel ein und rutschte damit auf Platz 6 ab. Auch der Werkzeugmaschinenverbrauch geht von 4 Mrd. Euro 2015 auf knapp 3,2 Mrd. Euro 2016 zurück. Die südkoreanische Industrie hatte ihre Kapazitäten in den letzten 15 Jahren deutlich ausgebaut und 2011 einen bisherigen Höchstwert in der Produktion erlangt. Erreicht wurde dieser seitdem nicht mehr, was auch mit dem Abflauen des Wirtschaftsbooms in China zusammenhängt. 2016 liegt die Produktion 21 % unter der von 2011.

Auch Taiwan verbucht ein hohes einstelliges Minus, die Produktion fällt von 3,7 Mrd. Euro 2015 auf 3,4 Mrd. Euro 2016. Ähnlich geht es unseren Nachbarn aus der Schweiz. Die Nummer 8 der weltweiten Werkzeugmaschinenhersteller produziert 2016 Werkzeugmaschinen im Wert von 2,6 Mrd. Euro. Im Vorjahr waren es 2,8 Mrd. Euro.

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