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Gelegentlich wird allerdings die Wirtschaftlichkeit der Drucklufttechnik bemängelt. Je nach Bauart nutze der Druckluftmotor die Expansionsarbeit der Druckluft nicht optimal aus, heißt es; als Folge werde mehr komprimierte Luft verbraucht als unbedingt nötig. Der Verbrauch an Energie für den elektrischen Kompressor sei demnach höher, als wenn der Strom direkt für ein elektrisches Werkzeug genutzt werde.
Druckluftmotoren und Elektromotoren nicht direkt vergleichbar
Solch einer Argumentation ist entgegenzusetzen, dass es sich als unzweckmäßig und praxisfern erwiesen hat, Druckluftmotoren und Elektromotoren direkt – gewissermaßen „eins zu eins“ – zu vergleichen. Die Erfahrung lehrt: Die Anwendung muss die Antriebslösung bestimmen. An einem Beispiel wird dieser Grundsatz deutlich:
Dabei soll ein Motor in einer Verpackungsmaschine eine Drehzahl von 450 min-1 erzielen. Zum Verschluss eines Packbandes sei über einen längeren Zeitraum ein Drehmoment von 25 Nm mit reduzierter Drehzahl gefordert. Für eine übliche Lösung mit einem Elektromotor würde das schwierig, denn der Motor würde wahrscheinlich überlastet werden und sich unzulässig überhitzen. Deshalb müsste ein Elektromotor für diese Verpackungsmaschine auf das Lastdrehmoment ausgelegt werden und würde eine Leistung von 1170 W benötigen.
Ganz anders sähe die Rechnung bei einem Druckluftmotor aus. In diesem Fall könnten beide Anforderungen der Verpackungsmaschine durch den günstigen Drehmomentverlauf von Druckluftmotoren mit einem kleineren Motor realisiert werden: zum Beispiel genügt ein Motor mit einem Nenndrehmoment von 15 Nm bei einer Nenndrehzahl von 275 min-1. Da das Arbeitsdrehmoment unter dem Nenndrehmoment läge, würde der Motor unter geringer Last nahe der Leerlaufdrehzahl mit 450 min-1 drehen. Die benötigte Leistung des Druckluftmotors würde nur 430 W betragen. Weil beim Druckluftmotor für diese Verpackungsmaschine nur ein Drittel der Leistung eines Elektromotors installiert werden müsste, würde die Energiebilanz des Druckluftmotors gleich in einem ganz anderen Licht erscheinen.
Energie sparen durch sorgfältige Auswahl des Druckluftmotors
Druckluftmotoren arbeiten nahe der Nenndrehzahl am effektivsten. Deshalb ist es ratsam, sie bei jeder Anwendung sorgfältig auszuwählen – das spart ganz eindeutig elektrische Energie und Betriebskosten. Auch die einfachen und seit Langem bewährten konventionellen Maßnahmen können die Wirtschaftlichkeit bereits deutlich erhöhen: Zum Beispiel sollten die vom Hersteller empfohlenen Schlauchweiten unbedingt eingehalten werden, denn jede Engstelle wirkt als Drossel und reduziert die Leistung des Pneumatikmotors.
Auch die Hersteller der für die Druckluftstationen benötigten Kompressoren leisten ihren Beitrag, um den Energieverbrauch der Drucklufterzeugung zu senken. Der Marktführer Kaeser Kompressoren bietet unter anderem ein PC-gestütztes Druckluftaudit an, das für neue, aber auch bestehende Anlagen den tatsächlichen Luftbedarf akkurat ermittelt. Solche Kenntnisse sind wichtig, denn – wie die Fachleute wissen – je mehr Transparenz über Kosten und Einsparpotenziale bei der Druckluftversorgung besteht, desto näher kommen alle Beteiligten dem Ziel, den Energieverbrauch der Drucklufterzeugung zu drosseln – zum Vorteil der Unternehmensbilanzen und der Umwelt.
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