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Großteilezerspanung Bauteiloptimierte Zerspanung von Großteilen ist noch wirtschaftlicher

Redakteur: Peter Königsreuther

SSB-Maschinenbau kann für die Ansprüche vieler Industriebranchen individualisierte Zerspanungssysteme entwickeln und bauen. Damit hole man mehr aus dem jeweiligen Zerspanungsprozess heraus...

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SSB-Maschinenbau baut maßgeschneiderte Maschinen für die Großteilezerspanung. Zu den Besonderheiten der Systeme zählt unter anderem dieser Cytec-Gabelfräskopf.
SSB-Maschinenbau baut maßgeschneiderte Maschinen für die Großteilezerspanung. Zu den Besonderheiten der Systeme zählt unter anderem dieser Cytec-Gabelfräskopf.
(Bild: SSB)

Trotz des Einflusses der immer noch herrschenden Marktunsicherheiten stehen laut SSB-Maschinenbau dennoch Investitionen von vielen Milliarden Euro an, die neue Fertigungsstrategien und -equipment beinhalten, um die Produktion der Zukunft effizienter und klimafreundlicher zu machen. Unterstützt werden sie dabei auch von Partnern, die ihnen nicht das Bearbeitungszentrum von der Stange schmackhaft machen wollen, sondern kundenspezifische, bauteil- und prozessoptimierte Anlagen empfehlen – auch zur Großteilebearbeitung! Denn das ist auf lange Sicht gesehen, oft der bessere Weg, so SSB.

Individualisierbare Großteilzerspanung basiert auf Standardplattformen

Zu den Bauteilen, die der Maschinenbauexperte meint, gehören etwa große und deshalb schwere Achsen, Wellen und diverse Motorkomponenten sowie Teile für Flurförderzeuge und Kräne. Sie stehen für ein Bauteilspektrum, das mit Standardmaschinen nicht wirklich wirtschaftlich bearbeitet werden kann, erklärt SSB. Hier komme die Expertise in Sachen individuell konzipierter Zerspanungssysteme der Bielefelder voll zum Tragen. Und trotz aller anwendungsspezifischer Besonderheiten, fußt alles auf Standardplattformen, mit denen sich Sonderbohr- und -fräsmaschinen zusammenstellen lassen. Da gibt es die SSB-VPZ, ein vertikales Portalbearbeitungszentrum, die -HFZ als horizontal ausgeführtes Fahrständer-Frässystem und die -PBZ, ein weiteres Portalsystem. Verschiedene Be- und Entladeoptionen und spezielle Spindel-, Werkzeug- und Spannmöglichkeiten dienen dann zur Individualisierung.

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Hilfreiche Zusatzsysteme garantieren kurze Nebenzeiten

Wenn es um eine typische Branche geht, in der die Konfigurierungsflexibilität punktet, dann ist es der Fahrzeugbau wegen der großen Teilevielfalt, sagt SSB. Darunter sind auch einzigartige Komponenten zu finden, die eben groß, entsprechend schwer und dennoch im automatisierten Arbeitsablauf gefertigt werden müssen. Das können etwa Radsatzwellen von Schienenfahrzeugen sein, Achsträger von Nutzfahrzeugen oder diverse Antriebswellen, führt SSB weiter aus. Nicht selten bestünden diese Einzelbauteile auch aus schwer zerspanbaren Werkstoffen und müssten am Ende enge Toleranzen einhalten. SSB-Maschinenbau kann aber für jeden Einsatzfall die passende Anlage zusammenstellen, heißt es weiter. Damit die Nebenzeiten besonders kurz ausfallen, können dabei auch Systeme zum Werkzeugwechsel, zur Bauteilvermessung, zur Erkennung des Werkzeugverschleißes und zur Späneentsorgung integriert werden, betonen die Bielefelder. Das Ganze kann bis hin zur flexiblen 5-Achs-Bearbeitung getrieben werden. Hinzu kommen diverse Dreh-, Wende- und Kipptische, Wendespanner und die bereits genannten Be- und Entlademöglichkeiten.

Hier ein kleines Beispiel dazu, was da machbar ist...

Die vielen Optionen erlauben es Anlagen zu bauen, die sowohl zur schweren Schrupp- als auch präzisen Feinst- und Finishzerspanung eingesetzt werden können, betont SSB. Als ein aussagekräftiges Beispiel verweist man auf ein Zerspanungssystem für die Bearbeitung von bis zu 8 m langen Stahlprofilen, die ein Gewicht von 350 kg auf die Waage bringen. Trotz der Dimension der Werkstücke, ist die Anlage dazu fähig, zwei solcher Profile zu handeln und zu bearbeiten, heißt es. Das funktioniere auch bei wechselnden Zerspanungsprozessen und unterschiedlichen Profiltypen – dann aber nacheinander.

Damit das noch besser geht, ist die SSB-Anlage an ein SAP-System angeschlossen. SSB erklärt: per Barcode oder Datenübertragung werden die notwendigen Parameter des jeweiligen Profils aufgenommen. Die definierten Zerspanprozesse werden dann an beiden Profilen parallel, und bei Bedarf, an allen vier Seiten durchgeführt. Das funktioniert wegen einer von SSB selbst entwickelten Wendevorrichtung sowie einer schwenkbaren Spindel. Während der gesamten Bearbeitung, inklusive der Be- und Entladungssteps, sei dabei kein manueller Eingriff mehr notwendig.

Nicht nur produktiv, sondern auch nachhaltig zerspanen

Hinzu kommt ein SSB-Konzept zur Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz. Dabei habe sich speziell die Digitalisierung als wesentlicher Impuls zur nachhaltigen Fertigung erwiesen. So ist die hier beschriebene Maschine auch mit präventiv wirkenden Funktionen ausgerüstet. Dazu gehört ein System, das den Werkzeugverschleiß erkennt und so für die optimale Ausnutzung der Zerspanungswerkzeuge sorgt. Auch liefere es wichtige Daten im Rahmen von Predictive Maintenance, durch die der günstigste Wartungszeitpunkt bestimmt werden könne. Damit die Energieeffizienz stimmt, setzt SSB-Maschinenbau unter anderem modernste Hydraulik-, Pneumatik- und Kühlungskomponenten ein. Energiesparende Drehstrommotoren und genau auf die jeweilige Belastung hin dimensionierte Antriebe schonen zusätzlich Ressourcen. Effiziente Antriebs- und Steuerungspakete, Lineartechnik sowie intelligente Energierückeinspeisung ins Stromnetz, die per selbstgeführter Ein- und Rückspeiseeinheiten funktioniert, reduzieren den Energiebedarf zusätzlich, ergänzt SSB. Zerspanungswerkzeuge mit hoher Standzeit, etwa unter Minimalmengenschmierung respektive Trockenzerspanung eingesetzt, reizten weitere Nachhaltigkeits- und Effizienzpotenziale auch bei der Bearbeitung von Großbauteilen aus. Produktionssteigernd kommen noch besondere Bearbeitungsstrategien hinzu, wie etwa die parallele Endenzerspanung sowie Rundtisch- und Rundtaktkonzepte, heißt es abschließend.

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