Energiemanagement

Bei der Energieeffizienz können KMU noch aufholen

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Energieberatung als Startrampe zum Kostensenken

Um zwischen den vielen Möglichkeiten, die neben der Lüftungs- und Beleuchtungstechnik auch die Bereiche Druckluft, Pumpen, Wärmedämmung oder Prozesswärme umfassen können, die bestmöglichen Maßnahmen für das jeweilige Unternehmen auszumachen, sind Experten gefragt. „Die Energieberatung im ersten Ansatz ist meist sehr rentabel“, sagt Energieexperte Engelmann. „Insbesondere ein Energiekonzept mit einer langfristigen Strategie lohnt sich fast immer.“ Bis zu 80 % der Kosten für eine Energieberatung werden dabei durch staatliche Fördermittel gedeckt (mehr dazu lesen Sie auf Seite 29). Eine Evaluation dieses Programms durch das Fraunhofer-ISI hat ergeben, dass pro Beratung im Durchschnitt 5,4 Maßnahmen vorgeschlagen wurden, von denen 2,8 anschließend realisiert wurden. Die Amortisationszeit der Maßnahmen betrug dabei im Mittel 6,1 Jahre. Wer den Aufwand einer Beratung scheut und sich schnell einen Eindruck über das eigene Energiesparpotenzial machen will, der wird auf der Homepage des TÜV Süd fündig: Das kostenlose Web-Tool „Energieeffizienz-Check!“ bietet eine erste Bewertung auf Basis der eigenen Energie- und Verbrauchsdaten an.

Energiemanagementsysteme gewinnen an Bedeutung

Um die großen Energiefresser auszumachen und Unregelmäßigkeiten im Verbrauch schneller zu bemerken, bietet sich die Installation eines unterstützenden Programms an. „Die Einführung eines betrieblichen Energiemanagementsystems ist auch in kleinem Umfang sinnvoll“, sagt Engelmann. "Nur mit Hilfe eines Monitoring-Systems können erfolgte Maßnahmen dokumentiert werden und damit den Nutzen und die Amortisierung nachweisen", bekräftigt Paluszkiewicz.. Schon das System selbst biete nennenswerte Einsparungen. „Allein durch die Einführung eines Energiemanagementsystems und die daraus abgeleiteten nicht investiven Maßnahmen lassen sich in der Regel Einsparungen beim Energieverbrauch von bis zu 10 % erzielen“, verspricht die Dena.

Ein kürzlich abgeschlossenes Forschungsprojekt der Beuth Hochschule soll das industrielle Energiemanagement weiter vereinfachen: Gemeinsam mit dem Energieberatungsunternehmen Cleopa hat die Fachhochschule den weit verbreiteten Bastlercomputer Raspberry Pi zur Verwendung als Recheneinheit in einem Energiemanagementsystem umgerüstet. Per Wifi oder LAN empfängt der „Cleo-Pi“ Sensordaten der wichtigsten Energieverbraucher, visualisiert diese und speichert sie. So sollen Spitzenlasten begrenzt und Kosten reduziert werden. Das System soll gerade für Einsteiger die Hemmschwelle zum betrieblichen Energiemanagement senken. Das wichtigste Argument ist dabei der Preis von gerade einmal 40 Euro zuzüglich der Software- und Messtechnikkosten. „Wir sehen den Cleo-Pi als optimalen Einstieg, um Energieflüsse zu verstehen und zu optimieren“, erkärt Geschäftsführer Detlef Olschewski. Die Produktion des Systems ist bereits gestartet.

Durch Energie-Monitoring können auch die Mitarbeiter sensibilisiert werden. Bei Wisag in Frankfurt ist das gängige Praxis. „Im Eingangsbereich können die Mitarbeiter täglich den Energieverbrauch beobachten. Wenn sich von der Geschäftsführung bis zum Auszubildenden jeder beteiligt, können schon mit einfachen Mitteln Einsparungen sichtbar gemacht werden“, so Paluszkiewicz. Und Engelmann prognostiziert: „Das Energiemanagement wird sicherlich, insbesondere durch staatlich verordnete Maßnahmen, bedeutender werden.“

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