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Energiemanagement

Bei der Energieeffizienz können KMU noch aufholen

| Autor / Redakteur: Marco Fuchs / Marco Fuchs

LED-Beleuchtung verspricht neben Energieeinsparungen auch Flexibilität und eine lange Lebensdauer. Im Bild zu sehen ist das LED-Lichtbandsystem „Taureo“ von Waldmann.
LED-Beleuchtung verspricht neben Energieeinsparungen auch Flexibilität und eine lange Lebensdauer. Im Bild zu sehen ist das LED-Lichtbandsystem „Taureo“ von Waldmann. (Bild: Herbert Waldmann)

Viele Energiesparmaßnahmen sind sehr rentabel und werden zudem vom Staat gefördert. Ungeahntes Sparpotenzial findet man etwa in Lichtquellen oder modernen Motoren. Bis zu 70 % der Energiekosten können Unternehmen einsparen. Der Beitrag zeigt, wo Sie ansetzen können.

Sie verbrauchten bis zu 1000 l Heizöl täglich: zwei ölgefeuerte Heizkessel aus den 80er-Jahren, die immer unzuverlässiger wurden. Für den mittelständischen Textilmaschinenhersteller Reiners + Fürst mit 75 Mitarbeitern war klar, dass die Heizungsanlage für den 6300 m² großen Hallenkomplex grundsätzlich überholt werden musste. 240.000 Euro wurden in eine effizientere Hallenheizungsanlage investiert, das Ergebnis ist beeindruckend: Die neue Anlage spart pro Jahr 675.000 kWh, die Kosten sanken von jährlich 71.500 auf 25.000 Euro. Von der Deutschen Energieagentur (Dena) wird die Maßnahme als „Best-Practice“-Vorbild gelistet und ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen. Denn das Sparpotenzial in deutschen KMU ist groß und der Wettbewerbsdruck wächst: Bei fast jedem zweiten KMU liegen die Energiekostenanteile an den Gesamtkosten höher als 5 %, bei jedem fünften KMU mindestens bei 10 %. Laut einer Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts und der Unternehmensberatung BDO sind die Strompreise für Industriekunden seit 2002 um 125 % gestiegen. 11,57 Cent pro Kilowattstunde haben die Unternehmen demnach im ersten Halbjahr 2014 durchschnittlich gezahlt. Zum Vergleich: Konkurrenten in den USA zahlten im selben Zeitraum mit 5,21 Cent pro Kilowattstunde weniger als die Hälfte. Die Energiekosten der Produktion werden damit immer mehr zum internationalen Wettbewerbsfaktor. Doch gerade kleinere Unternehmen tun sich mit Investitionen in rentable, energieeffiziente Anlagen noch schwer. „Die Orientierung in diesem komplexen Themenfeld ist für Unternehmen mit wenig Ressourcen nicht einfach“, meint Dr. Carola Kantz, Geschäftsführerin des Forums Energie im VDMA.

Lebenszykluskosten als Gegengewicht zur Amortisationszeit

„Unserer Erfahrung nach investieren Unternehmen häufig nicht in effiziente Technologien, da nur sehr kurze Amortisationszeiten von Investitionen akzeptiert werden“, so Kantz. Ein Großteil der Investitionen in energieeffiziente Anlagen hat jedoch Laufzeiten von mehr als zehn Jahren. Trotz hoher Rentabilität bleiben so Effizienzoptionen auf der Strecke. „Notwendig ist eine längerfristige Betrachtung, die insbesondere die Bewertung der Lebenszykluskosten miteinschließt“, fordert Kantz.

„KMU setzen sich mit dem Thema Energieeinsparung erst sehr spät auseinander. Häufig erst dann, wenn die Energiekosten erheblich gestiegen sind“, sagt Markus Paluszkiewicz, Projektmanager beim Industriedienstleister Wisag. "Größere Unternehmen haben das Thema Energieeinsparung eher erkannt und besitzen einen Vorsprung gegenüber klein- und mittelständischen Unternehmen." Ein hemmender Faktor für konkrete Maßnahmen ist das oft fehlende Wissen zum Energiebedarf der eigenen Anlagen. Sparsamere Alternativen werden so gar nicht erst in Erwägung gezogen. Auch fehlende Hinweise auf die Rentabilität energieeffizienter Produkte seitens der Hersteller sind teilweise noch ein Problem. Denn eins ist für Paluszkiewicz klar: „Der entscheidende Antrieb ist und bleibt der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens.“

Großes Sparpotenzial gibt es etwa im Bereich der Lüftungstechnik: Dabei empfiehlt sich eine vorausgehende Analyse von Energieverbrauch- und Bedarf. So können oft die Strömungsgeschwindigkeit verringert und die Auslegung der Ventilatoren optimiert werden. Die Lüftungsanlage und der Filter sollten zudem regelmäßig gereinigt werden. Je nach Anlage kann auch der Einbau eines Wärmetauschers zu Heizkostenersparnissen führen. Aufschluss darüber gibt eine Rentabilitätsberechnung vom Hersteller. Prozessgeräte, die selten benutzt werden, wie etwa Tropfenabscheider oder Kühler, sollten nach Möglichkeit komplett ausgebaut werden.

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