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Digitalisierung Bei der Nachwuchsgewinnung auf den digitalen Wandel reagieren

Gute Fachkräfte sind das Rückgrat eines Unternehmens. So ist es kein Wunder, dass Arbeitgeber sich einiges einfallen lassen müssen, um sie an ihre Firma zu binden. Doch was macht einen Arbeitgeber in Zeiten des digitalen Wandels attraktiv? Wie gewinnen die Firmen Nachwuchskräfte und wie halten sie ihre Mitarbeiter im Unternehmen? Die EMO Hannover 2019 gibt Antworten darauf.

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Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer IAO und Technologiebeauftragter des Landes Baden-Württemberg: „Viele Betriebe nehmen sich keine Zeit für die Digitalisierung, weil die Auftragsbücher voll sind. Dabei sind gerade in wirtschaftlich guten Zeiten die nötigen Mittel vorhanden, um das Thema anzugehen.“
Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer IAO und Technologiebeauftragter des Landes Baden-Württemberg: „Viele Betriebe nehmen sich keine Zeit für die Digitalisierung, weil die Auftragsbücher voll sind. Dabei sind gerade in wirtschaftlich guten Zeiten die nötigen Mittel vorhanden, um das Thema anzugehen.“
(Bild: Trumpf/Weise)

Agiles Arbeiten, IT-Kompetenz und lebenslange Weiterbildung – von den Mitarbeitern werden heute vielfältige und komplexe Fähigkeiten erwartet. Zudem treten die bisherigen Formen der Zusammenarbeit durch die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung in den Hintergrund. Diesen Veränderungen müssen sich die Unternehmen stellen. Einer der Vorreiter in diesem Bereich ist die Trumpf GmbH + Co. KG in Ditzingen. Anfang April öffnete der Werkzeugmaschinenbauer erstmals die Türen für die agile Community. Im Mittelpunkt der 1. Agile Days stand der lösungsorientierte Austausch zu aktuellen Trends und Herausforderungen im agilen Kontext. Doch was heißt das konkret? „Wir möchten mutig die Initiative ergreifen, um der sich rasant verändernden Welt nicht nur gerecht zu werden, sondern sie aktiv zu gestalten – als Unternehmen, als Team, als Mensch“, erklärt das Unternehmen. Und so waren für zwei Tage Interessenten nach Ditzingen zum Austausch eingeladen. Im Fokus standen vier Themenschwerpunkte: Kunde und Innovation, Rollen und Kompetenzen, Strategie und Ziele sowie Organisation und Kultur.

Digitalisierung verlangt auch einen kulturellen Wandel

Mithalten mit der Digitalisierung, sie nach eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten gestalten und dabei trotzdem Altbewährtes weiter nutzen – so kann es funktionieren. Prof. Wilhelm Bauer, Leiter des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und Technologiebeauftragter des Landes Baden-Württemberg, sieht für eine erfolgreiche Digitalisierung drei Schritte: „Unternehmen müssen zunächst erkennen, dass die Digitalisierung eine signifikante Transformation der Wirtschaft bedeutet. Sie müssen zweitens ihre Kompetenzen weiterentwickeln und drittens den Mut haben, Dinge anzupacken.“ Dass das Thema noch nicht flächendeckend bei den Unternehmen angekommen ist, läge auch an der guten Konjunktur: „Viele Betriebe nehmen sich keine Zeit für die Digitalisierung, weil die Auftragsbücher voll sind. Dabei sind gerade in wirtschaftlich guten Zeiten die nötigen Mittel vorhanden, um das Thema anzugehen.“

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Für den Trumpf-Personalchef Oliver Maassen verlangt die Digitalisierung auch nach einem kulturellen Wandel: „Der digitale Wandel erfordert die Freiheit, Fehler machen zu dürfen, um aus ihnen zu lernen“, sagte Maassen. Agile Arbeitsweisen helfen, dieses neue Verständnis von Arbeit bei Trumpf zu etablieren. „Bestehende Strukturen müssen elastisch sein, um frische, kreative Ideen, zum Beispiel von Berufseinsteigern, zuzulassen“, ergänzt Bauer. „Egal ob top-down oder bottom-up – wenn die Veränderung aus beiden Richtungen angestoßen wird, verstärkt sich der Prozess gegenseitig“, so Bauer weiter.

Doch Digitalisierung bedeute auch, das Verständnis von Führung zu verändern. „Für den Chef oder die Chefin 4.0 steht die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter im Fokus“, sagte Maassen. „Gleichzeitig entwickelt die Führungskraft ihre eigenen Fähigkeiten weiter und holt sich regelmäßig Feedback ein. Das Stichwort für den Erfolg lautet Kommunikation.“

Zukunftsorientierte Mitarbeiterbindung beginnt mit der Ausbildung

Fest steht: Nur qualifizierte Mitarbeiter garantieren gerade mit Blick auf die vielfältigen Veränderungen in der Arbeitswelt eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens. Ein Weg, diese zu bekommen, ist, sie selbst auszubilden.

Seit nunmehr zehn Jahren hat sich die Nachwuchsstiftung Maschinenbau gGmbH zu einem wichtigen strategischen Partner der beruflichen Bildung in Deutschland entwickelt. Die Stärkung der Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen, die Absicherung des Fachkräftebedarfs für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau sowie der zeitnahe Innovationstransfer neuer Technologien in die berufliche Bildung stehen im Fokus der Aktivitäten. Entsprechend stehen auch Themen wie Industrie 4.0 und mobiles Lernen auf der Agenda der Stiftung. In verschiedenen Workshops werden Lehrkräfte im Maschinenbau Informationen und Methodiken zum Umgang mit diesen Zukunftsthemen vermittelt. Ein Beispiel ist Mobile Learning in Smart Factories. Dies ist eine in der jeweiligen Arbeits- und Lernumgebung nutzbare Applikation auf einem Mobilgerät, die über das Internet abrufbare kontextrelevante Informationen didaktisch aufbereitet zur Verfügung stellt. Zielgruppe sind Auszubildende und ihre Ausbilder sowie Berufsanfänger im Maschinenbau.

Dass die Angebote gern angenommen werden, bestätigt Stiftungsleiter Peter Bole: „Seit Gründung der Stiftung wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 7.300 Ausbilder und Lehrer in mehrtägigen Seminaren auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet, um den Technologietransfer des Maschinenbaus in die berufliche Bildung sicherzustellen. Ebenso konnten wir mehr als 120.000 junge Menschen im Rahmen der Sonderschau Jugend auf der letzten EMO Hannover und weiteren Leitmessen von der Attraktivität und den Chancen der Branche überzeugen.“ Er unterstreicht, dass Digitalisierung und Industrie 4.0 zunehmend ein fester Bestandteil der Ausbildung sind. „Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau hat sich den Herausforderungen der Digitalisierung gezielt mit drei wegweisenden Projekten gestellt: mit der Erprobung einer Zusatzqualifikation für digitale Fertigungsprozesse im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung, mit dem Aufbau eines Innovations- und Transfernetzwerkes in Baden-Württemberg zur Umsetzung der Digitalisierung in der beruflichen Bildung und mit der Umsetzung eines NRW-weiten Pilotprojekts zur Implementierung von Industrie 4.0 und Digitalisierung. Hier werden 600 Ausbilder und Lehrer zu Multiplikatoren qualifiziert. In einem zweiten Schritt werden diese zusätzlichen Kompetenzen zu Industrie 4.0 dann an zirka 1.200 Auszubildende vermittelt.“

Unternehmen empfiehlt Stiftungsleiter Bole, beim Recruiting von Auszubildenden auch auf digitale Methoden zu setzen. „Wer junge Menschen für sich gewinnen möchte, muss ihr Interesse wecken. Die Nutzung moderner Kommunikationsmedien, wie zum Beispiel Social Media Kanäle, ist eine Möglichkeit, attraktiver zu werden und potenziellen Nachwuchs anzusprechen. Zunehmend ist davon auszugehen, dass bei den Digital Natives auch der Digitalisierungsgrad im beruflichen Umfeld ein entscheidender Faktor wird. Unternehmen sollten ihre Ausbildung dahingehend weiterentwickeln und dies über die eingangs genannten Kanäle auch kommunizieren.“

Agile Strukturen erfordern bereichsübergreifende Zusammenarbeit

Agile Strukturen erfordern, dass Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam an Projekten arbeiten. Bei Trumpf praktizieren Studenten der dualen Hochschule Baden-Württemberg diese Form der Zusammenarbeit bereits im Rahmen ihrer Ausbildung. Im ersten Lehrjahr ihrer Ausbildung erhalten sie die Aufgabe, ein Produkt zu entwickeln – vom Modell über die Konstruktion bis hin zur Vermarktung. Dabei soll vermittelt werden, wie ein Produktentstehungs- und Vermarktungsprozess abläuft.

Der so genannte Trumpf-Cube, den sie dabei entwickeln, soll 30 Zentimeter hoch, lang und breit sein. Welche Funktion das Produkt letztendlich hat, bleibt dabei den Studenten überlassen. Sie bearbeiten die Aufgabe in fünf- bis sechsköpfigen Teams, die sich aus Studierenden der Fachrichtungen Mechatronik, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau zusammensetzen. Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen: einen Auftaktworkshop, in dem jedes Team ein Cube-Modell aus Papier entwirft und einen zweiten Schritt, in dem ein funktionsfähiger Prototyp entsteht. Jedes Team erhält das gleiche Budget, über das es frei verfügen kann. „Beim Projekt Digitaler Schlüsselkasten nutzten die Studierenden dieses Budget zum Beispiel für kleine Motoren, die einen Greifarm antreiben. Der Greifarm schleust die Schlüssel auf Knopfdruck automatisiert über eine 3D-gedruckte Rampe aus dem Cube aus“, beschreibt Torsten Klaus, Leiter der technischen Ausbildung bei Trumpf in Ditzingen, ein praktisches Beispiel.

Menschen haben im digitalen Zeitalter Schlüsselfunktion

Bereits Mitte 2018 hat die WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) sich mit den gesellschaftlichen Folgen von Digitalisierung und Vernetzung in der deutschen Industrie auseinandergesetzt. In ihrem Standpunktpapier Industriearbeitsplatz 2025 haben sich die Autoren mit dieser Entwicklung auseinandergesetzt und ein neues Modell entwickelt, das den Automatisierungsgrad in der Industrie analysiert. Es zeigt, in welche Richtung Handlungsbedarf besteht. „Jede industrielle Revolution, und als solche wird ja Industrie 4.0 bezeichnet, geht mit immensen gesellschaftlichen Umwälzungen einher", sagt Prof. Berend Denkena, Präsident der WGP und Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen IFW der Universität Hannover. „Wir wollen als Zusammenschluss deutscher Professoren der Produktionstechnik unser Know-how einbringen, um diese Umwälzungen möglichst menschengerecht zu gestalten.“

Im Fazit des Standpunktpapieres heißt es, dass sowohl der Mensch als auch die Produktionstechnik in Form von automatisierten Systemen weiterhin gemeinsam gefordert seien. Es gelte, ein optimales Verhältnis zwischen menschlicher Arbeit und automatisierter Produktionstechnik zu gestalten. Die Entwicklungen der Digitalisierung und die sich dadurch verändernden Automatisierungs- und Autonomiegrade von Produktionssystemen stellen auch nach Aussage der WGP neue Anforderungen an die Fähigkeiten und Fertigkeiten der in der Produktion arbeitenden Menschen. „Neben den steigenden Anforderungen an die Produktionsmitarbeiter wird in Zukunft aber auch die Verfügbarkeit qualifizierter, stets den Anforderungen entsprechend ausgebildeter Mitarbeiter eine wesentliche Rolle spielen", heißt es. Dies werde wiederum durch die Demografie oder die zunehmende Heterogenität der Eingangsqualifikationen der Menschen in der Ausbildung beeinflusst.

Dass dies eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, unterstreicht neben der WGP auch Oliver Maassen von Trumpf: „Wir brauchen bei der Aus- und Weiterbildung eine noch stärkere Unterstützung der Politik. Digitalisierung muss ein fundamentaler Baustein der Bildung werden, egal ob in Grund- oder Hochschulen.“ Trumpf, die WGP und die Nachwuchsstiftung Maschinenbau zeigen Industrie 4.0-Lösungen auch im September auf der EMO Hannover.

* Annedore Bose-Munde ist freie Fachjournalistin in Erfurt

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