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Insolvenz

Bei SHW-Gießerei ist bald der Ofen endgültig aus

| Autor: Stéphane Itasse

Das kommt nicht wieder: SHW High Precision Casting Technology muss den Betrieb wohl endgültig einstellen.
Das kommt nicht wieder: SHW High Precision Casting Technology muss den Betrieb wohl endgültig einstellen. (Bild: SHW High Precision Casting Technology)

Die SHW High Precision Casting Technology GmbH in Königsbronn wird voraussichtlich ihren Betrieb einstellen müssen. Das hat der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Mucha den 162 Mitarbeitern mitgeteilt, wie die Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger berichtet.

Das Unternehmen befindet sich aktuell im dritten Insolvenzverfahren innerhalb von fünf Jahren. Bereits im Oktober 2018 wurde der Gießereibetrieb eingestellt. SHW High Precision Casting Technology hat sich als Gießerei auf die Produktion von Walzen spezialisiert. Die Gussteile wiegen zwischen 100 kg und 120 t. Zum Angebot gehören auch technische Dienstleistungen wie Walzenberechnung, -auslegung und -konstruktion, Werkstoffauswahl und Simulation.

Bereits im April 2013 und im Juli 2017 war das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und musste Insolvenz anmelden, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Im Juni 2018 übernahm die Rheinische Mittelstandsbeteiligungs GmbH das Werk in Königsbronn. Im Verlauf des Sommers zeichnete sich bereits ab, dass der neue Gesellschafter nicht über ausreichend Finanzmittel verfügte, um den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Im Oktober 2018 wurde deshalb der Gießereibetrieb in Königsbronn eingestellt. Die Geschäftsführung startete daraufhin gemeinsam mit dem Vor-Eigentümer eine Rettungsaktion unter Einbeziehung der Hauptkunden, die jedoch Anfang Dezember 2018 scheiterte. Die Geschäftsführung stellte daraufhin Insolvenzantrag.

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„Um den Kaufpreis für das Unternehmen aufzubringen, verkaufte der Investor die Maschinen an eine Leasinggesellschaft, die er fortan von dieser für einen hohen fünfstelligen Betrag im Monat zurückmietete. Die Vorräte wurden an den Vor-Eigentümer zur Besicherung des noch offenen Kaufpreisanteils übereignet. Damit fand ich zu Beginn des Verfahrens ein Unternehmen vor, das praktisch über keine materiellen Werte mehr verfügte“, berichtet Mucha. „Die dauerhafte Sanierungssituation und die misslungenen Investorenlösungen führten zu nachhaltigen Vertrauensverlusten bei den Kunden. Ich habe unmittelbar nach Insolvenzantrag Gespräche mit den Hauptkunden über eine Sanierung des Geschäftsbetriebs des Unternehmens aufgenommen, die jedoch am Mittwoch dieser Woche endgültig scheiterten, nachdem sich die Hauptkunden nicht dazu durchringen konnten, die notwendige finanzielle Unterstützung zu geben.“

Der vorläufige Insolvenzverwalter informierte daraufhin die Belegschaft, dass man nicht mehr von einer langfristigen Unterstützung der Hauptkunden ausgehen könne und der Betrieb aller Voraussicht nach eingestellt werden müsse.

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