Laserbearbeitung

Besser als Chemie und Handarbeit

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Mit der Umstellung auf Composites wächst die Wirtschaftlichkeit

Das umweltverträgliche, wirtschaftliche Entlacken von Flugzeugoberflächen stand anfangs auch bei einem SLCR-Projekt im Bereich Faserverbundwerkstoffe (CFK und GFK) im Vordergrund. Schon seit langer Zeit sucht die Luftfahrtindustrie nach einem Ersatz für chemische oder mechanische Entlackungsverfahren. Erste Testergebnisse konnten einige führende Anwender überzeugen, sich mit diesem völlig neuen Verfahren auseinanderzusetzen.

Über viele Jahre hinweg wurde eine Vielzahl von Tests absolviert, um die Werkstoffverträglichkeit des Verfahrens auch bei vielfacher Anwendung sicherzustellen. Inzwischen haben Lufthansa Technik, Airbus und Boeing das SLCR-Verfahren zum Entlacken von Flugzeugoberflächen freigegeben.

Dennoch hat sich der Laser als Entlackungswerkzeug in der Luftfahrtindustrie noch nicht großflächig durchgesetzt. Die Ursache dafür liegt nicht im SCLR-Prozess, sondern eher bei der immer noch begrenzten Anwendung von Faserverbundwerkstoffen. Zwar funktioniert das Verfahren auch auf metallischen Oberflächen, doch werden diese nach wie vor großflächig auf vorhanden Anlagen oder in großen Flugzeughangars chemisch entlackt.

Lasertechnik erfordert hohe Investitionen

Weil die Lasertechnik hohe Investitionen erfordert, lohnt sich eine Umstellung erst bei entsprechender Auslastung. Das ist bei den bisherigen Stückzahlen an Strukturteilen, die in der Luftfahrttechnik aus Faserverbundwerkstoffen gefertigt sind, noch nicht der Fall. Blickt man auf die Flugzeuge der neuen Generation wie die Boeing 787 oder den Airbus A350 XWB, wird sich das jedoch bald ändern. Die ersten industriellen Anwendungen belegen bereits das Potenzial der neuen Technik.

Unabhängig davon, gibt es heute für den Laser bereits weitere Anwendungen rund um die Faserverbundwerkstoffe. So wird der SLCR-Prozess bereits zur Aktivierung von Kunststoffoberflächen angewendet: zur Oberflächenvorbereitung für nachfolgende Prozesse wie Lackieren oder Kleben. Dabei entfernt der Laser zum Beispiel vorhandene Trennmittelreste von den Bauteiloberflächen oder dient zum Konditionieren.

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