Batterie-Versteher Bosch liefert praktisch alles zur Batteriefertigung

Redakteur: Peter Königsreuther

Von einzelnen Komponenten über Software bis hin zu Montagelinien will Bosch den Markt für die Batterieherstellung bedienen. Dafür nutze man nicht nur alles maschinenbauliche Können.

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Experten bei Bosch schätzen, dass das Unternehmen mit dem neuen Geschäftsfeld „Fabrikausrüstung zur Batterieherstellung“ ab 2025 rund 250 Millionen Euro umsetzen kann.
Experten bei Bosch schätzen, dass das Unternehmen mit dem neuen Geschäftsfeld „Fabrikausrüstung zur Batterieherstellung“ ab 2025 rund 250 Millionen Euro umsetzen kann.
(Bild: Bosch)

Bosch bündelt seine Kompetenzen im Maschinenbau und bietet Unternehmen nun Fabrikausrüstungen für die Batterieproduktion aus einer Hand, heißt es. Zu den Pilotkunden zählt bereits der Automobilzulieferer Webasto, der bei der Ausstattung seiner Batteriefabriken auf Bosch-Technik setzt. Nach eigener Aussage „versteht“ Bosch das Produkt Batterie in all seinen Facetten sehr gut, was deshalb auch seine Herstellung mit einschließt.

Natürlich verspricht sich Bosch auch finanzielle Vorteile vom herrschenden E-Mobilitäts-Trend. Ab 2025, glauben die Experten, könnte sich ein Umsatz von rund 250 Millionen Euro jährlich ergeben. Bosch greift übrigens auf seine eigene Technik zurück. So etwa im Werk Eisenach, wo mithilfe eines Invests von rund 70 Millionen Euro, mit der Serienproduktion von 48-Volt-Batterien der zweiten Generation begonnen wurde.

Der Bedarf an Batterien steigt stark an

Der Bedarf in puncto Lithium-Ionen-Batterien ist hoch, heißt es weiter, Tendenz steigend! So schätzen Experten, dass bis 2030 ein Leistungsbedarf von 2000 Gigawattstunden besteht. Vor zwei Jahren war es nur ein Zehntel. Bosch fokussiert sich dabei auf die 48-Volt-Batterie für Hybridfahrzeuge, Produkte für vollelektrische Typen und für brennstoffzellenbetriebene Varianten. Nach Einschätzung von Bosch, wächst der Batteriemarkt jährlich um rund 25 Prozent. Da will der Konzern natürlich seinen Teil dazu beitragen.

Das setzt Webasto von Bosch ein

Webasto gilt als Vorreiter in Sachen Batteriepackherstellung. Die Batterieproduktion im Werk in Schierling könne man als Blaupause für neue Produktionsstätten, wie zum Beispiel im koreanischen Dangjin, betrachten. Von Bosch kommen etwa automatisierte Montagelinien zum Verschweißen und Einkleben der Batteriezellen. Hierfür werden die verschiedenen Funktionen der Modulfertigung vereint, was sich von der Zellreinigung mit Eingangsprüfung, über den Stapelprozess sowie einem speziellen Laserschweißprozess, bis hin zur End-of-Line-Prüfung zur Qualitätssicherung erstreckt. Das spezielle Linienkonzept vermeidt bei der Bearbeitung Verunreinigungen durch Partikel, merkt Bosch an. Die Zellstapel werden per Roboterhandling in einem zweistufigen Prozess montiert. Dieser besteht aus Dispensertechnik und Laserschweißen. Mit einem umfangreichen Sicherheitskonzept ist es danach möglich, die elektrische Verbindung des Batteriemoduls mithilfe eines produktiven sowie präzisen Laserschweißprozesses zu schaffen.

Das bietet Bosch als IoT- und Maschinenbauspezialist

Beim Aufbau von Fabriken agiere Bosch als Generalunternehmer und Zulieferer von einzelnen Komponenten und Software-Systemen. Bosch entwickelt Anlagen, Maschinen, Hard- und Software zur Fertigung von Batteriemodulen und -packs, die aus zylindrischen, prismatischen oder Pouch-Zellen gebaut und in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden. Dabei werden Schraub-, Schweiß- oder Klebeprozesse genutzt, um die Zellen fest miteinander zu verbinden. Je nach Anforderung liefere Bosch sowohl teilautomatisierte als auch vollautomatische Fertigungslinien. Auch Antriebs- und Steuerungs-Know-how, sinnvoll konzipierte Handarbeitsplätze, Fertigungsmanagementsysteme (MES) zur Produktionsplanung sowie Software für die Vernetzung von Maschinen und Anlagen sind Teil des Portfolios, wie Bosch abschließend aufzählt.

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