Hat auch früher nicht geschadet Mercedes-Aufsichtsratschef ist für Rückkehr zur 40-Stunden-Woche

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Der Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller hat eine Diskussion über wettbewerbsfähigere Arbeitskosten in Deutschland gefordert ...

Martin Brudermüller (rechts) hat den Aufsichtsratsvorsitz im Mai 2024 von Dr. Bernd Pischetsrieder übernommen.(Bild:  © Mercedes-Benz Group AG)
Martin Brudermüller (rechts) hat den Aufsichtsratsvorsitz im Mai 2024 von Dr. Bernd Pischetsrieder übernommen.
(Bild: © Mercedes-Benz Group AG)

Nach Ansicht von Martin Brudermüller, Ex-Chef der BASF, ist es in der heutigen schwierigen Situation zumutbar, wieder länger zu arbeiten: „Wir sollten ernsthaft die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche angehen!“ Das äußerte er dem Handelsblatt. In der deutschen Autoindustrie ist bei den tarifgebundenen Unternehmen die 35-Stunden-Woche zwar Standard – auch bei Mercedes-Benz – aber das ist ein Zugeständnis und keine gesetzliche Pflicht, wie er klarmacht. Im Herbst dieses Jahres steht nicht zuletzt in der Metall- und Elektroindustrie, zu der bekanntlich auch die Automobilindustrie gehört, die nächste Tarifrunde an. Und Arbeit ist in Deutschland im internationalen Vergleich, wie es weiter heißt, nun zu teuer geworden.

Wirtschaftlicher Verstand fordert längere Lebensarbeitszeit

„Einen Produktivitätsvorteil gegenüber wichtigen Wettbewerbern haben wir nicht mehr“, sagte Brudermüller. „Es gibt zwei Stellschrauben. Entweder Sie kürzen die Gehälter oder es wird länger gearbeitet für das gleiche Gehalt.“ Ersteres sei in der Praxis nicht zumutbar.

Angesprochen auf eine längere Lebensarbeitszeit, antwortete Brudermüller, dass angesichts älter werdender Menschen der wirtschaftliche Verstand sagt, dass unser System ohne längere Arbeitszeit in sich nicht finanzierbar ist. Länger zu arbeiten, leiste demnach einen Beitrag, im hohen Alter gesund und aktiv zu bleiben. Und, was nicht vergessen werden dürfe: Arbeit gibt den Menschen außerdem Struktur, Teilhabe und Sinn im Leben.

Politik erwägt Abkehr von täglicher Höchstarbeitszeit

In Deutschland sorgt nicht zuletzt derzeit auch eine geplante Reform der Arbeitszeiten für Diskussionen. Denn Arbeitgeber fordern mehr Freiraum und Gewerkschaften lehnen deren Pläne ab. Was die Politik angeht, so haben Union und SPD bei der Reform der Arbeitszeit vereinbart, im Einklang mit der europäischen Arbeitszeitrichtlinie, die Möglichkeit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz zu verankern. Nach dem aktuellen Arbeitszeitgesetz darf die tägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen bekanntlich aber auf maximal zehn Stunden verlängert werden.

Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit muss man dann eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben, wobei eine Verkürzung auf zehn Stunden möglich ist – etwa in Krankenhäusern, in Verkehrsbetrieben oder im Gastronomieumfeld.

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