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Verbindung von CAD/CAM-Entwicklung und -Programmierung eingeführt
2010 war die Zeit reif für eine grundlegende Änderung: Der Medienbruch sollte überwunden, eine nahtlose Verbindung von CAD/CAM-Entwicklung und -Programmierung eingeführt werden. Um die geeignete Software zu finden, wurde zunächst ein Benchmark gemacht. Die Entscheidung fiel auf das Software-Paket von PTC mit Creo, Creo-NC und Windchill mit der Simulationslösung Ncsimul Machine von Spring Technologies.
Das Projekt wurde vom Systemhaus und PTC-Platinumpartner Inneo Solutions durchgeführt. Im Herbst 2011 begann die Pilotphase. Nach ausführlicher Vorbereitung und Tests durch das Key User Team wurde das neue System ab Ende 2012 nacheinander erfolgreich in allen Bereichen eingeführt. Werner Würfel, Gruppenleiter IT-Systeme und als Projektleiter Globale Projekte für die Einführung der CAD/CAM- und PLM-Lösung verantwortlich, verdeutlicht: „Für die gesamte Fertigung haben wir jeweils neue Postprozessoren mit einheitlicher Simulation zur Verfügung gestellt sowie alle betroffenen Mitarbeiter in der Fertigung und der Produktentwicklung geschult. Insgesamt wurden 20 virtuelle Ncsimul-Maschinen entwickelt.“ Mittlerweile ist der durchgehende CAD/CAM-Verbund bei Gebr. Brasseler im Einsatz und läuft auf mehr als 100 Maschinen.
Fertigungsgerechte 3D-Modelle ersetzen Konstruktionszeichnungen
Der gesamte Prozess der Produktentwicklung hat sich seither geändert, statt Konstruktionszeichnungen werden nun direkt fertigungsgerechte 3D-Modelle erstellt. Über sogenannte user-defined-features fließen Fertigungsinformationen schon in die Produktentwürfe mit ein. Das wichtigste Ziel, durch effizientere Prozesse Zeit und Kosten zu sparen, wurde erreicht: Durch die Umstellung auf die CAD/CAM-Programmierung werden bis zu 26 % Zeit in der Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte gespart.
Verbessert hat sich aber weit mehr. Die neue Technologie fördert den Austausch und die Kommunikation im Unternehmen. „Unsere Entwickler setzen sich jetzt schon von Anfang an mit den CAM-Programmierern in Verbindung, um die nötigen Fertigungsinformationen zu berücksichtigen. Schwierigkeiten werden vorab geklärt und Lösungen gefunden, noch bevor das Produkt in die Erstfertigung geht“, schildert Würfel.
Komplexe Informationen aus dem Postprozessor fließen in die Simulation
Mithilfe der Simulation kann der CAM-Programmierer den NC-Code unmittelbar auf Kollisionsfreiheit prüfen, Fertigungswege und -zeiten ermitteln. Dabei wird nativ auf ein 3D-Modell aufgesetzt, das im Ergebnis der Simulation direkt verbessert werden kann. Diesen Vorteil nutzen die Programmierer bei Brasseler vor allem für die Entwicklung neuer Verzahnungsgeometrien, indem sie virtuell prüfen, ob mit dem neuen Fertigungsprozess am Ende auch tatsächlich die gewünschte Geometrie erzeugt wird.
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