CFK sorgloser zerspanen

Seite: 4/5

Anbieter zum Thema

Blasstrategie unter Kreislaufführung der Prozessluft

Wie das Team um Andreas Gebhardt herausgefunden hat, gelingt die Späne- und Stauberfassung besonders gut, wenn man die Maschine einhaust und den „Flugweg“ der Partikel durch gezielten seitlichen Blaslufteinsatz mit 7000 m³/h in Richtung Bearbeitungsstelle manipuliert (Bild). Ein gegenüber installiertes Absaugsystem, das mit etwa 10.000 m³/h arbeitet, schafft die anfliegenden Späne und Staubteile aus dem Bearbeitungsraum in einen Grobfilter.

Mit etwa 3000 m³/h wird ein Teil der grob vorgefilterten Prozessluft danach einer Feinfilteranlage zugeführt. Die restliche Prozessluft wird in geschlossenem Kreislauf mit den bereits erwähnten 7000 m³/h wieder als Blasluft verwendet. Die bestehende Volumenstromdifferenz von 3000 m³/h gleicht man durch Zuführung von sauberer Hallenluft einfach aus. Als Benefit dieser innovativen Strategie werden die Partikel sehr wirksam von den empfindlichen Maschinenkomponenten ferngehalten und der gesamte Prozess benötigt weniger Energieeinsatz als herkömmliche Herangehensweisen, wie Gebhardt betont. Eine bereits bestehende Pilotanlage zeige, dass man die CFK-Späne- und -Feinstauberfassung bei rund 20 % weniger Energieaufwand auf über 90 % treiben könne.

Das Unternehmen Keller Lufttechnik gehört dabei zu den Spezialisten, die sich mit der Projektierung und Installation von effektiven Absauganlagen an bestehende Werkzeugmaschinen auskennen. Wer Nachrüstaktionen vermeiden will, kann auch in bereits fertige Maschinen investieren, die schon für die Bearbeitung von Faserverbundwerkstoffen ausgelegt sind. Die gibt es von vielen bekannten Anbietern, wie etwa die Pro.x von MAP. Deren Preislage bewegt sich im Falle des Einsatzes für den Prototypen- und Modellbau im unteren fünfstelligen Bereich. Kleinere Werkzeugmaschinen kosten in der Regel einen mittleren sechsstelligen Betrag.

(ID:44859096)