Bewerbermangel Coronabedingte Nachwuchskrise im Maschinen- und Anlagenbau

Redakteur: Peter Königsreuther

Auch im Ausbildungsjahr 2020/2021 gehen die Bewerbungen für einen Berufseinstieg im Maschinen- und Anlagenbau zurück, wie der VDMA bestürzt berichtet.

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Maschinenbau schafft Bewegung – das hat doch was! Dennoch bewerben sich immer weniger junge Leute in diesem Industriesektor. Der VDMA berichtet hier über die Lage und darüber, wie man dagegensteuern kann. Auch Influencer sollen dabei helfen.
Maschinenbau schafft Bewegung – das hat doch was! Dennoch bewerben sich immer weniger junge Leute in diesem Industriesektor. Der VDMA berichtet hier über die Lage und darüber, wie man dagegensteuern kann. Auch Influencer sollen dabei helfen.
(Bild: Siemens)

Die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz sinkt in den maschinenbaurelevanten Berufen überdurchschnittlich, meldet der VDMA. Viele bereitstehende Ausbildungsstellen bleiben deshalb unbesetzt. Um durchschnittlich 16 Prozent ging die Bewerberzahl demnach vom 1. Oktober 2020 bis Ende September diesen Jahres zurück. Die Zahl der angebotenen Ausbildungsstellen stieg aber gleichzeitig um 6 Prozent. Das jedenfalls belegen die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Der Rückgang der Bewerberzahlen in der betroffenen Sparte liege mit 16 Prozent über dem Durchschnitt aller Ausbildungsberufe (8 Prozent). Umgerechnet kommen auf jeden Bewerber rund 1,4 Ausbildungschancen, betonen die Analysten.

Die Babyboomer gehen, die Nachfolger kommen nicht

Die Ergebnisse kommentiert der Abteilungsleiter Bildung des VDMA, Dr. Jörg Friedrich, wie folgt: „Die Lage am Ausbildungsmarkt für die Betriebe im Maschinen- und Anlagenbau im Ausbildungsjahr 2020/21 hat sich vor allem durch die Corona-Krise verschärft. Knapp 10 Prozent der rund 88.000 angebotenen Ausbildungsstellen blieben deshalb unbesetzt.“

Der Löwenanteil dieses Minus auf der Bewerberseite ist nach Ansicht von Friedrich durch die eingeschränkte Berufsorientierung an den Schulen zu erklären, als die Corona-Zeit voll wirksam war. Der Trend zu zurückgehenden Bewerberzahlen, merkt Friedrich jedoch an, war schon vor Corona zu beobachten. Schuld sei die demografisch bedingte Rückgang der Schulabgänger und der Hang, ein Studium zu ergreifen. Weil die Generation der sogenannten Babyboomer in den nächsten Jahren in Rente gehen wird, ist kaum mit einer Besserung zu rechnen.

Der Kampf um geeignete Azubis wird hart

Friedrich mahnt, dass die Unternehmen sich deshalb bemühen sollten, geeignete Auszubildende zu finden und dabei nicht nicht müde werden dürften. Vermutlich müssten sie zukünftig ihren Blick verstärkt auf Bewerberinnen und Bewerber richten, die halt nicht allen Anforderungen genügten.

Nicht vergessen: Mit seinem Nachwuchsportal Talentmaschine.de unterstützt der VDMA das matching von Nachwuchs anhand von Angeboten der Maschinenbauunternehmen. Hier fänden alle jungen Leute etwa Praktikastellen, Studienarbeiten oder eine Azubi-Stelle. Um den Nachwuchs auf das Portal aufmerksam zu machen betreibt der VDMA eine Youtube-Kampagne mit den Influencern „The Real Life Guys“. Baut doch mal `ne Rakete, oder so! Reinschauen lohnt sich!

Mit seiner Nachwuchsstiftung Maschinenbau bietet der VDMA auch konkrete Unterstützung für ausbildende Unternehmen, Berufslehrkräfte, Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler.

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