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Pflugschar-Mischer Der Koloss aus Paderborn

| Autor / Redakteur: Alexander Völkert / Frank Jablonski

Er malocht im indischen Stahlwerk das ganze Jahr hindurch, jeden Tag – rund um die Uhr. Gerade mal zwei Wochen pro Jahr gönnt man ihm eine Pause für Wartungsarbeiten, ansonsten muss er laufen und laufen und Millionen von Tonnen an Roheisen produzieren. Dabei hungert es den Hochofen permanent danach seine Sinter-Rohmischung zu bekommen: Stark abrasive Materialien mit sehr hohen Durchsätzen, – eine Aufgabe, die man im Fachjargon eine Heavy-Duty-Anforderung nennt.

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Ein Mensch wirkt winzig neben dem KM 57000 SIN, dem bisher größten Mischer, der in der 77-jährigen Firmengeschichte der Gebrüder Lödige Maschinenbau gefertigt wurde.
Ein Mensch wirkt winzig neben dem KM 57000 SIN, dem bisher größten Mischer, der in der 77-jährigen Firmengeschichte der Gebrüder Lödige Maschinenbau gefertigt wurde.
(Bild: Gebrüder Lödige Maschinenbau)

Diesen Job kann nur ein Riesenmischer erledigen, der aus dem fast 7000 km entfernten Deutschland stammt und sich „Kontinuierlicher Pflugscharmischer KM 57000 SIN“ nennt. Der Koloss ist elf Meter lang und 60 Tonnen schwer. Seine riesige Trommel hat ein Volumen von 57.000 Litern und verarbeitet 1350 Tonnen Eisenerz, Kalkstein, Koks, Sinter-Rückgut und Binder für die Roheisen-Produktion; und das in 60 Minuten. Zum Vergleich: Ein Betonmischer für den Heimwerkerbedarf wiegt etwa 80 Kilogramm und hat ein Fassungsvermögen von 160 Litern. In der Trommel eines dreiachsigen LKW-Betonmischers können bis zu sieben Kubikmeter transportiert werden – mehr als acht dieser Ladungen bräuchte man, um den Koloss aus Paderborn zu füllen.

Die Pflugschar mischt die Branche auf

Wenngleich der Pflugschar-Mischer bereits im Jahr 1949 in Westfalen erfunden wurde und man in Paderborn über jahrelanges Know-how verfügt, war dieser Koloss selbst für die Konstrukteure der Gebrüder Lödige Maschinenbau GmbH eine große Herausforderung. „KM 57000 SIN“ ist der bisher größte, der in der 77-jährigen Firmengeschichte gefertigt wurde. Für diese Einzelanfertigung waren viele der 300 Mitarbeiter am Standort in Westfalen ein Jahr lang in unterschiedliche Prozessschritte eingebunden.

Doch wo fängt die Geschichte des Westfälischen Riesenmischers an? Das 1938 von den Brüdern Fritz und Rudolf Lödige gegründete Unternehmen konzentriert sich zunächst auf die Produktion von Ballenpressen und landwirtschaftliche Ausrüstungen. Im Jahr 1949 erfindet Wilhelm Lödige einen Mischer, der nach einem Schleuder- und Wirbelverfahren arbeitet. Herzstück ist die patentierte Pflugschar-Schaufel. Sie gibt dem Mischer fortan seinen Namen.

Die universelle Einsatzfähigkeit führt zu vielen Anwendungen in der chemischen Industrie, der Lebensmittel- oder Baubranche. Und der Bedarf an diesen Mischern scheint riesig zu sein. Innerhalb von sechs Jahren werden 8000 Mischer verschiedener Größen für unterschiedliche Anwendungen geliefert, fast jeder zweite davon ins Ausland.

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