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Rapidtech

Die junge Fabber-Szene mischt den professionellen Markt des 3D-Drucks auf

| Autor / Redakteur: Stefanie Michel / Stefanie Michel

Ob sinnvolle Produkte oder „Plastikzeug“ zum Spaß aus dem 3D-Drucker kommen sollen, war eines der Themen, über die Experten auf der Fabcon 3.D und der Rapidtech diskutierten.
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Ob sinnvolle Produkte oder „Plastikzeug“ zum Spaß aus dem 3D-Drucker kommen sollen, war eines der Themen, über die Experten auf der Fabcon 3.D und der Rapidtech diskutierten. (Bild: Michel)

Die Rapidtech in Erfurt ist bereits eine etablierte Kongreßmesse zum Thema Rapid Prototyping. In diesem Jahr fand allerdings erstmals parallel dazu die Fabcon statt, die den Bereich der günstigen 3D-Drucker für das „Home-Office“ abdeckt. Das ist wohltuend und verleiht der Doppelveranstaltung Dynamik.

Der Hype um 3D-Drucker – besonders um die für den „Hausgebrauch“ – ist übertrieben; darin sind sich die Experten in Erfurt einig. Dennoch belebt die erstmals zur Rapidtech stattfindende Fabcon sowohl das Messegeschehen als auch die Diskussion. Deutlich wurde dies auf der einleitenden Podiumsdiskussion, die klären wollte, ob der 3D-Druck eine neue industrielle Revolution darstelle oder nur ein Spaß für das Wohnzimmer sei. Hier prallten die unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen von professionellen Anbietern, wie dem Geschäftsführer von Alphacam, Michael Junghanß, auf die des jungen Community-Mitglieds Florian Horsch oder auf Carl Fruth, den Geschäftsführer der Sintermask GmbH (Fabbster).

3D-Drucker für Industriekunden benötigen Gewährleistungen und Garantien

Es ging hier weniger darum, ob der Trend eine neue industrielle Revolution auslöst, sondern vielmehr um die Unterschiede zwischen den Modellen für Industriekunden und solchen für zu Hause. Grundsätzlich sind für die Industrie Garantien, Gewährleistungen und Service natürlich von größter Bedeutung – Anforderungen, die die jungen Startups kaum leisten können. Selbst Alexander Hafner, Ingenieurdienstleister und Distrubutor für Makerbot, der sogar mehr Industrie- als Privatkunden hat, gab zu, trotz eines Angebots noch weiter daran zu arbeiten. Auf einen weiteren großen Unterschied wies auch Junghanß hin: „Im professionellen Bereich ist das Produzieren des Bauteils kein Spaß mehr, sondern muss einfach funktionieren – 8 Stunden am Tag, 5 Tage in der Woche.“

Prof. Dr. Gerd Witt von der Universität Duisburg-Essen ist sich aber dennoch sicher, dass für den privaten Bereich der 3D-Drucker auch ins Wohnzimmer kommen wird, wie bereits der Computer. Doch damit werden sich ähnliche Probleme ergeben, wie mit dem Kopieren von Musik, Texten und Bildern: wie sieht es mit dem Urheberrecht aus, wenn jeder seine Ersatzteile beispielsweise für Küchengeräte selbst herstellen kann? Florian Harnisch sieht das weniger kritisch – im Gegensatz zu Carl Fruth: „Es ist rechtlich ganz schwierig, im Privatkundenmarkt die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Urheberrecht zu schaffen.“

Mit 3D-Druck Interesse an Konstruktion bei jungen Leuten wecken

Trotz aller Diskussion war das Interesse an der Doppelveranstalung vor allem bei jungen Leuten groß und belegte, was Hafner bereits während der Diskussionsrunde erwähnte: „Wir hatten als CAD-Haus Probleme, junge Leute für Konstruktion zu begeistern. Seit wir an Universitäten in Kursen die Konstruktionen gleich ausdrucken können, wächst das Interesse stark an.“ Gerade die Fabcon 3.D begeisterte sowohl Aussteller als auch die 2600 Besucher. „Mit unserer Messepremiere haben wir den Nerv der Zeit getroffen und sowohl die Experten als auch die stetig wachsende Community erreicht“, sagt Messegeschäftsführer Wieland Kniffka.

Auch die Rapidtech konnte vom Boom profitieren und verzeichnet 18 % mehr Besucher. Insgesamt verzeichnete die Spezial-Veranstaltung, die insbesondere die industrielle Nutzung des 3D-Drucks abbildet, 1532 Tagungs- und Ausstellungsgäste (2012: 1300). In der Messehalle 2 zeigten 70 Aussteller aus fünf Ländern (+4 %) ihre Produkte, Maschinen und Dienstleistungen rund um das Thema generative Fertigung. 70 Fachvorträge informierten Neueinsteiger und Experten neueste Ergebnisse, Trends und Anwendungen additiver Fertigungstechnologien.

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