Hannover-Messe 2014 Die Marke „Dodge“ bleibt auch unter ABB erhalten

Redakteur: Stefanie Michel

Nach der Übernahme von Baldor zeigt ABB auf der Hannover-Messe nun auch Lösungen mit den Produkten beider Marken. Wir haben mit Michael Gebhardt, Produktmanager der MPT-Produkte bei ABB Automation Products, über die Zusammenarbeit gesporchen.

Anbieter zum Thema

Michael Gebhardt: „Baldor ist sehr stark im Heimmarkt USA, während ABB in Europa und anderen Kontinenten stark vertreten ist. Das musste erst einmal zusammenwachsen.“
Michael Gebhardt: „Baldor ist sehr stark im Heimmarkt USA, während ABB in Europa und anderen Kontinenten stark vertreten ist. Das musste erst einmal zusammenwachsen.“
(Bild: ABB)

Vor drei Jahren hat ABB Baldor übernommen und damit sein Elektromotoren-Spektrum erweitert. Wurden damit auch neue Branchen und Anwendungsbereiche erschlossen?

Gebhardt: Ja, auch hier in Deutschland wurden neue Branchen erschlossen, wie etwa die Kühltürme von Fabriken und Kraftwerken. Das ist ein komplett neuer Bereich, den wir mit einem speziellen Produkt von Baldor bedienen können. Andere Branchen, wie Recycling, Mining oder Food & Beverage, können ebenfalls als positive Beispiele genannt werden.

Wie werden die Namen Baldor in Europa sowie ABB in den USA eingesetzt? Wie reagieren die Kunden darauf?

Gebhardt: Baldor als gut eingeführter Markenname im nordamerikanischen Markt wird professionell fortgeführt. In allen anderen Märkten steht der Name ABB im Vordergrund, wobei die Untermarke Dodge für die MPT-Produkte, also die mechanischen Antriebsprodukte, als Markenname erhalten geblieben ist. Mittlerweile suchen die Kunden auch bei ABB nach Dodge- oder Baldor-Produkten. Die neue Konstellation ist im Markt inzwischen bekannt und man hat erste Erfolge damit.

Was waren die ersten Schritte der Zusammenarbeit und was ist bereits umgesetzt?

Gebhardt: Es wurden mehrere Teams für großvolumige Einkäufe gebildet, die ein „Worldwide Buying“ realisieren. Die Erfolge, die man sich von dieser Akquisition erhofft hat, sind in diesem Bereich inzwischen eingetreten.

Welche Herausforderungen galt es beim Zusammenspiel von Baldor- und ABB-Produkten zu meistern?

Gebhardt: Baldor ist sehr stark im Heimmarkt USA, während ABB in Europa und anderen Kontinenten stark vertreten ist. Das musste erst einmal zusammenwachsen und es musste ein gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Märkte gefunden werden. Das gilt natürlich auch im Bereich der Produkte – speziell für Paket-Lösungen, wie beispielsweise ABB-Frequenzumrichter zusammen mit dem klassichen Motoren-Portfolio von Baldor. Es betrifft aber auch Bereiche wie die Servotechnik von Baldor, die inzwischen hier in Europa in die ABB-Servogruppe integriert ist und wird.

Wie soll die zukünftige Produktentwicklung aussehen? Werden mechanische Komponenten weiterhin in den USA entwickelt?

Gebhardt: Die Trennung ist klar. Beim mechanischen Part hat eindeutig Dodge die Oberhoheit, weil bei dieser Marke auch die Erfahrung für diesen Bereich liegt. Mechanische Produkte wie Lager, Kupplungen und Getriebe werden weiterhin in den USA entwickelt werden. Produkte, wie NEMA-Motoren, liegen in der Verantwortung von Baldor, das in diesem Markt zuhause ist und die Anforderungen besser definieren kann. Für die anderen Produkte wie Frequenzumrichter und IEC-Motoren liegt die Zuständigkeit ganz klar beim europäischen Konzernbereich.

Wird ABB in Europa zukünftig den kompletten Antriebsstrang inklusive Lager, Getriebe und Kupplungen unter dem Namen „ABB“ anbieten?

Gebhardt: Nein, der Name „Dodge“ wird als Markenname innerhalb der ABB-Gruppe fortbestehen. Dodge hat gerade im Bereich Lager für viele Kunden auch in Europa einen hohen Wiedererkennungswert.

ABB Automation auf der Hannover-Messe 2014: Halle 11, Stand A35X

* Das Gespräch führte MM-Redakteurin Stefanie Michel

(ID:42608717)