Kunststoff-Spritzgießen

Direktumspritzung zur Einhausung elektronischer Baueinheiten

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Gehäusebaugruppe wurde mit dem Kunden überarbeitet

In Zusammenarbeit mit dem Kunden erfolgte eine grundlegende Überarbeitung der Gehäusebaugruppe. Das Layout und die Bestückung der Platinen wurden mit dem Kunststoffverarbeitungsverfahren abgestimmt. Auf diese Weise wurde dafür Sorge getragen, dass weitgehend temperatur- und druckresistente elektronische Komponenten zur Anwendung kamen.

Die Überarbeitung der Wanddicken reduzierte die Temperaturbelastung auf die elektronischen Bauteile und verringerte die Fertigungskosten infolge der erzielten Werkstoffersparnis und der Zykluszeitoptimierung. Die Werkstoffwahl für das Gehäuse fiel auf einen duroplastischen Kunststoff, der alle Anforderungen hinsichtlich der Beständigkeit erfüllt (Bild 2). Der Duroplast lässt sich bereits bei relativ niedrigen Temperaturen verarbeiten.

Außerdem wurden die Schmelzeführung sowie der Werkzeugaufbau dem Bauteil angepasst. Infolge einer geeigneten Werkzeugkonzeption sank die mechanische Beanspruchung der elektronischen Komponenten während der Einspritzphase auf ein Minimum. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit einer adäquaten Abstimmung von Bauteilgeometrie, Platinenlayout und Prozessführung sowie der geeigneten Werkstoffwahl wurden die Anforderungen an das Gehäuse erfüllt und zugleich ein wirtschaftliches Fertigungsverfahren realisiert.

Für die Elektronikumspritzung gibt es kein Patentrezept

Die Erfahrungen der Hans Huonker GmbH in diesem Projekt wie auch in den vorangegangenen Untersuchungen zeigen jedoch: Für die erfolgreiche Umsetzung einer Elektronikumspritzung existiert kein Patentrezept. Aufgrund der Komplexität der einzelnen Anwendungen muss jeder Fall individuell geprüft und bewertet werden.

Wie im vorliegenden Anwendungsfall ist man auf das Prozesswissen des Entwicklungspartners sowie auf die enge Zusammenarbeit mit den Kunden angewiesen, um maßgeschneiderte Lösungen erarbeiten zu können.

* Markus Blank ist Geschäftsleiter der Hans Huonker GmbH in 78052 Villingen-Schwenningen. Dipl.-Ing. Andreas von Riewel ist dort als Projektleiter tätig.

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