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Direktmesssystem kontrolliert Achsdrehung
Um die geforderten Fertigungsgenauigkeiten der Medizintechnik zu erreichen, werden alle A-Achsen mit einem Direktmesssystem ausgestattet, das Teilgenauigkeiten von bis zu ±2,5 Winkelsekunden ermöglicht. Um diese Genauigkeitsklasse zu verdeutlichen, wird folgendes Anwendungsbeispiel angeführt: Bei einem Werkstück von 180 mm Durchmesser beträgt die Abweichung bei der Indexierung maximal ±0,001 mm. Die A-Achse kann mit einem pneumatisch bedienbaren Futter ausgestattet werden, so dass der Fertigungsprozess automatisiert ablaufen kann.
Im Zusammenspiel einer Drahterodiermaschine und einer zusätzlichen Rotationsachse eröffnen sich mannigfaltige Möglichkeiten für die Herstellung rotationssymmetrischer Teile. Die zu bearbeitenden Rohlinge werden dabei in die Rotierspindel aufgenommen. Bei Drehzahlen bis zu 1500 min-1 kann nun mit dem Draht der Erodiermaschine jede beliebige Kontur an dem rotierenden Teil hergestellt werden.
Hohe Oberflächengüte beim erosiven Drehen
Die Vorteile des sogenannten erosiven Drehens liegen in der Oberflächengüte und besonders auch darin, dass filigrane Teile prozesssicher hergestellt werden können, weil bei dieser Fertigungsmethode kein seitlicher Bearbeitungsdruck entsteht, wie zum Beispiel beim Rundschleifen. Definierte Stege, Spitzen, Scheiben oder Kugeln im Bereich von Millimetern bis zu wenigen Mikrometern sind mit einer hohen Oberflächenqualität realisierbar.
Um diese Ergebnisse erzielen zu können, hilft außer der Rundlaufgenauigkeit der Spindel ein patentiertes Spannsystem für runde Teile, das eine Ausrichtung von Rundlauf und Taumel nahezu auf null ermöglicht (Bild 4). Typische Anwendungsbeispiele des erosiven Drehens in der Medizintechnik sind die Herstellung von Nadeln für die Hirnchirurgie, von Bauteilen für Herzschrittmacher, von Werkzeugen für das Venenfräsen sowie Biopsiegeräte, aber auch die Fertigung von Formkernen und Ausstoßerstiften für das Mikrospritzgießen zur Herstellung medizinischer Geräte oder Produkte. Bei dieser Kombination von Drehen und Erodieren ist der Werkstückwechsel ebenfalls automatisierbar.
Jüngste Entwicklung auf dem Gebiet des erosiven Drehens ist eine kombinierte Rotier- und Positionierspindel. Sie ermöglicht nicht nur ein erosives Drehen, in der gleichen Aufspannung können auch Flächen angeschnitten werden (Bild 5). Das erhöht die Wirtschaftlichkeit.
Dipl.-Kfm. Horst Schneider ist kaufmännischer Geschäftsführer der Hirschmann GmbH in Fluorn-Winzeln.
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