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Qualitätssicherung Etikettierprozess wird elektronisch überwacht

Autor / Redakteur: Alexander Tillmann / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Eine mit Sensoren, Projektor, Kamera und Touchdisplay ausgestattete Box, die über dem Arbeitsplatz montiert wird, überwacht den gesamten Etikettierprozess eines Unternehmens.

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Alexander Tillmann
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(Bild: Bosch)

Nie mehr falsche Etiketten bei Fuel Return Lines (FRL), also Kraftstoff-Rückführleitungen: Diesem Ziel ist man in der Fertigung von Bosch in Waiblingen jetzt einen großen Schritt nähergekommen. In der Vergangenheit gab es oft Probleme: „Unsere Etikettiermaschine hat immer wieder Fehlermeldungen produziert, die wir per Hand nachsteuern mussten“, sagt Werner Waibel, der als Koordinator für Prüftechnik, Maschinenbau und Produktionseinrichtungen für die Qualität der Etikettierung verantwortlich ist. Die Mitarbeiter an der Etikettiermaschine konnten oft nur schwer zwischen Maschinenproblem und Produktionsfehler unterscheiden. „Wir haben nach einer Lösung gesucht, die sicherstellt, dass jede Leitung immer das richtige Etikett bekommt“, erklärt Waibel. Mit dem sogenannten Assistenten des Fellbacher Herstellers Ulixes haben Waibel und sein Team eine Lösung gefunden – und dabei noch weitere Anwendungsmöglichkeiten entdeckt.

Assistent wird über dem Arbeitsplatz montiert

Der Assistent ist eine mit Sensoren, Projektor, Kamera und Touchdisplay ausgestattete Box, die über dem Arbeitsplatz montiert wird und den gesamten Etikettierprozess unterstützt. Implementiert werden die Lösungen durch den Ulixes-Partner IMT Systeme und Services aus Fellbach. Das Gerät liest per Barcodescan die Daten des jeweiligen Auftragsbegleitzettels und überprüft per Kamera, ob für die jeweilige FRL das passende Rüstwerkzeug verwendet wird. Dabei projiziert der Assistent ein Bild der Leitung auf den Arbeitsplatz. Darüber hinaus überprüft das Gerät, ob es lesbar angebracht ist. Anschießend geben Assistent und Mitarbeiter gemeinsam den Prozess für den nächsten Vorgang frei.

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Der Prozess wurde nicht nur schneller, sondern auch sicherer

Der Assistent zählt automatisch mit und weiß, wann die nächste Charge ansteht. „Wir haben keine Fehllesungseffekte mehr“, berichtet Waibel. „Darüber freuen sich nicht nur die Mitarbeiter. Der Prozess ist insgesamt schneller und vor allem sicherer geworden, weil Mensch und Maschine jeden Arbeitsschritt gemeinsam kontrollieren.“ Ende November 2016 fiel die Entscheidung für den Assistenten, seit Anfang März 2017 läuft er dort zur vollen Zufriedenheit. Auch an anderen Stellen im Werk ist der multifunktionale Assistent schon im Einsatz – beispielsweise bei der Erkennung der Palettenbestückung von Spritzgussteilen. Über weitere Anwendungen der blauen „Wunderkiste“ von Ulixes denkt man im Werk bereits nach.

* Alexander Tillmann ist Geschäftsführer der Ulixes Robotersysteme GmbH in 70736 Fellbach

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