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Bei der Formula Student Germany steht Ingenieurskunst im Vordergrund
Worum aber geht es bei der Formula Student Germany (FSG)? Sicher nicht nur um Pole-Positions, schnellste Rennrunden und Champagnerduschen. Nein, es geht um studentische Ingenieurskunst. Und jedes Jahr konstruieren die Studenten aller Fachrichtungen, also Maschinenbauer, Elektrotechniker, Mechatroniker, Wirtschaftsingenieure und viele andere., dafür einen neuen Rennwagen: Sie beginnen mit einem weißen Blatt. Dann heißt es: Entwürfe zeichnen, Sponsoren finden, Teile fertigen, den Bordcomputer programmieren, den Budgetplan im Auge haben, das Auto zusammenschrauben und es immer weiter verbessern – um während der zehnten FSG ihr Können in Disziplinen wie Beschleunigung, Ausdauer, Treibstoff-/Energieeffizienz, Design und Finanzplanung unter Beweis zu stellen.
Dank des Regelwerkes der FSG unterscheiden sich die Fahrzeuge nicht nur optisch, sondern auch technisch. In erster Linie gilt es, sich für eine der zwei Kategorien zu entscheiden: Verbrennungs- oder Elektromotor. Das Vorgehen der Studententeams bei der Konstruktion unterscheidet sich im Groben nicht von der Arbeit eines professionellen Rennstalls:
- Zunächst werden Teammitglieder geworben, ausgewählt und eingearbeitet.
- Dann stellen die verschiedenen Unterteams wie Fahrwerk, Karosserie und Motor ihre Konzepte vor. Im Oktober geht es in die Konstruktionsphase. Mithilfe von CAD-Software werden die Einzelteile an Computern erschaffen.
- Dann beginnt die Fertigung der Teile, einerseits in Eigenfertigung, andererseits werden die Vorlagen und Formen an externe Produzenten weitergegeben.
- Wenn alle Bauteile vorhanden sind, beginnt die Phase des Zusammenbauens die abschließt mit dem Roll-out und diversen Testfahrten.
- Die ersten Wettbewerbe stehen an.
Unter anderem werden Konstruktion und Beschleunigung bewertet
Nach der langen Vorbereitung geht es dann bei der FSG am Hockenheimring zur Sache. Sechs Tage Marathon: Registrierung, Box beziehen, das für den Transport zerlegte Auto zusammenbauen, technische Abnahme überstehen, Tests und vieles mehr. Aufregung, dauerhafte Konzentration, körperliche Anstrengung, Schlafmangel – die Teilnehmer der FSG muten sich einiges zu. Damit sie zwischendurch abschalten und Entspannung erfahren können, lädt Hauptsponsor Schaeffler die Studenten dann in die „Recharge Zone“ ein.
Ein Formula-Student-Wettbewerb besteht aus sogenannten statischen und dynamischen Disziplinen. Bewertet werden:
- Engineering Design: Bewertung der technischen und konstruktorische Aspekte und Eigenschaften des Fahrzeugs.
- Cost: Finanzplanung für das gesamte Fahrzeug, inklusive Fertigung.
- Business Plan: Präsentation einer Geschäftsidee, wie sich das selbst entwickelte Fahrzeug profitabel einsetzen ließe.
Bei den dynamischen Disziplinen sind die Fahrleistungen der Prototypen gefragt. Jede Disziplin prüft dabei andere Fähigkeiten der Fahrzeuge:
- Acceleration: Ein Beschleunigungsrennen über 75 m aus dem Stand.
- Skid Pad: Kurvenfahrt auf einem Kurs in Form einer liegenden Acht, bei der die Querbeschleunigung des Autos auf die Probe gestellt wird.
- Autocross: Qualifikation für das Endurance-Rennen mit dem Ziel, auf einem Pylonenkurs eine möglichst schnelle Rundenzeit zu fahren.
- Endurance & Efficiency: Ein Ausdauerrennen über eine Distanz von 22 km, inklusive Fahrerwechsel. Bei der Efficiency-Wertung wird die verbrauchte Energiemenge im Verhältnis zur gefahrenen Zeit bewertet.
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