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EVS Technology

Feinstreinigung: Entfettung in der Gitterbox

| Autor/ Redakteur: Ruxandra Nusfelean / Frauke Finus

Der Anspruch nach Sauberkeit steigt, denn die Kontamination einzelner Teile kann verheerende Folgen wie Kurzschlüsse in elektronischen Schaltungen oder das Verklemmen bewegter Komponenten nach sich ziehen. Die Vorgaben nach VDA 19 und ISO 16232 sowie herstellerspezifische Normen verlangen nach Restschmutz-Höchstgrenzen – die industrielle Teilereinigung gewinnt immer mehr an Bedeutung.

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Der Anlage Pero R2 ist ein Förderband vorgeschaltet. Auf diese Weise können sechs Boxen gleichzeitig bestückt werden, wodurch Stillstände vermieden und eine stressfreie Arbeitsatmosphäre geschaffen werden konnte.
Der Anlage Pero R2 ist ein Förderband vorgeschaltet. Auf diese Weise können sechs Boxen gleichzeitig bestückt werden, wodurch Stillstände vermieden und eine stressfreie Arbeitsatmosphäre geschaffen werden konnte.
( Bild: EVS )

Es wird immer wichtiger, dass Bauteile von Ölen, Fetten, Spänen und sonstigen Partikeln befreit werden: Jedes Blech, jedes Biegeteil und jede Schraube benötigt zur Herstellung oder Bearbeitung Öle und Fette“, erklärt Benjamin Schatz, Geschäftsführer des Pleinfelder Lohnreinigers EVS Technology. „Diese müssen aber oftmals für weitere Arbeitsschritte, beispielsweise Lackierung oder Montage, entfernt werden.“ Dazu gehören Öle für die Umformung, Restbestände von Kühlschmiermitteln oder anderen Emulsionen, Schleifstaub, Polierpasten und weitere Partikel an den Bauteilen, die die Reinheit beeinflussen. Werden diese Rückstände nicht entfernt, kann das zu schweren Schäden und Ausfällen bei den Endgeräten, beispielsweise durch Leckagen oder das Verstopfen von Ventilen, führen. Hierfür wurden inzwischen zahlreiche offizielle Vorgaben wie die VDA 19 und die ISO 16232 sowie eigenständige Hersteller- beziehungsweise Werksnormen eingeführt. Diese schreiben vor, wie viele Partikel welcher Größe maximal vorhanden sein dürfen. Um diese Werte einzuhalten, ist in der Regel eine industrielle Teilereinigung samt Restschmutzbestimmung notwendig.

Waschprogramme werden Kundenanforderungen angepasst

„Bei uns im Haus bestand schon lange ein Bedarf an der Entfettung unserer eigenen Produkte, doch bis 2015 haben wir die Aufträge immer extern vergeben. Schließlich haben sie einen so enormen Umfang erreicht, dass wir entschieden haben, unsere Teile selbst zu reinigen – und dies auch als Dienstleistung anzubieten“, fasst Schatz zusammen. Inzwischen ist EVS Technology mit der Marke „Green Clean“ zum Anbieter rund um die Bauteilsauberkeit herangewachsen. Mit Anlagen von den führenden Herstellern stellen sowohl kleine, empfindliche Teile als auch größere Komponenten mit schwierigen Geometrien kein Problem dar. Prinzipiell eignen sich vor allem Stanz-, Biege-, Zieh und Fließpressteile für die Reinigung, aber auch Elektrobauteile, Dreh- und Fräs- beziehungsweise Gussteile sind möglich.

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Dabei können kleinere Anlagen Teile mit maximalen Abmessungen von 660 x 480 x 300 mm und Chargen bis 200 kg bearbeiten, die größte Anlage reinigt Chargen bis zu einer Abmessung von 1.250 x 840 x 970 mm und bis zu 1.000 kg Gewicht. So findet sich sowohl für Schüttgüter wie Schrauben als auch für ausladende Einzelteile wie Motorblöcke, Rohrleitungen oder Gehäuse die richtige Anwendung. Die Waschprogramme werden vorab den Kundenanforderungen entsprechend in der Arbeitsvorbereitung zusammengestellt und an der Maschine lediglich durch einen Barcode abgelesen. Auf diese Weise konnten mögliche Fehlerquellen wie die Falscheingabe an der Maschine umgangen und die Nachverfolgbarkeit erhöht werden.

Die Körbe werden einzeln der Maschine zugeführt und durchlaufen dort bis zu drei Bäder. Durch Vollbäder, Fluten beziehungsweise Schwallfluten oder Dampfentfettung löst sich selbst hartnäckigster Schmutz. Bei schwer anhaftenden Pasten kann zusätzlich Ultraschall eingesetzt werden. Wenn gewünscht, kann in einem weiteren Bad zudem ein Korrosionsschutz zur Konservierung aufgetragen werden. Für die Reinigung verwendet EVS Technology modifizierten Alkohol. „Dieser ist im Gegensatz zu einigen anderen Lösemitteln nachweislich gesundheitlich unbedenklich. Trotzdem achten wir auf geschlossene Kreisläufe, sodass nichts nach außen dringt“, bemerkt Schatz. Um dies zu erreichen, wird das Reinigungsmedium ständig ausdestilliert und gefiltert, damit es anschließend erneut zum Einsatz kommen kann. Eine Charge benötigt inklusive Vakuumtrocknung je nach Größe und Grad der Verschmutzung zwischen 6 und 45 Minuten. Um Stillstandszeiten zu vermeiden, sind den Anlagen Förderbänder zur Beschickung vorgeschaltet. „Unsere Mitarbeiter haben durch die Beschickungen deutlich mehr Zeit, die Körbe zu bestücken. Eine Einzelbestückung wäre um einiges anstrengender und auch die Herausnahme der gereinigten Teile ist so stressfreier möglich“, begründet Schatz diese Entscheidung.

Garantierter Standard für technische Sauberkeit durch eigenes Labor

EVS Technology bietet rund um die Teilereinigung noch viele weitere Services an: „Direkt anschließend an die Teilereinigung erfolgt die Verpackung der Teile, je nach Anforderung, sogar im Sauberraum. Dadurch wird sichergestellt, dass die gereinigten Bauteile nach ihrer Reinigung keinem Schmutz oder anderen Dreckpartikeln ausgesetzt sind“, so Julian Graf, Vertriebsleiter bei EVS Technology. Hierbei sorgt ein Reinraumfilter dafür, das Schmutzpartikel am Boden gehalten werden und sich nicht auf den Oberflächen absetzen. Ist ein Nachweis der Sauberkeit gewünscht, kann dieser im hauseigenen Sauberkeitslabor mithilfe von Restschmutz- und Sauberkeitsanalysen ausgestellt werden. Dabei werden verschiedene Normen unterstützt, auch werkseigene Vorgaben können in die Untersuchung mit einbezogen werden. „Viele Unternehmen lassen die Restschmutzanalyse von einem externen Labor vornehmen. Das hat allerdings den Nachteil, dass sie um einiges mehr Zeit in Anspruch nimmt als eine Prüfung im eigenen Haus. Außerdem können wir so viel schneller auf Fehler bei der Reinigung reagieren“, führt Schatz aus.

Um noch höhere Reinheitswerte zu erreichen, wird derzeit eine neue Halle errichtet, in der zukünftig die Aufträge abgewickelt werden sollen. Diese wird in Kürze in Betrieb genommen.

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