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Hybridmaschinen Generative Fertigung von Werkzeugnestern

| Autor / Redakteur: Udo Hipp / Rüdiger Kroh

Die Spritzgießwerkzeuge zum Herstellen von Abdeckkappen aus Kunststoff wurden aufwändig aus zwei Teilen gefertigt und gelötet. Mit dem in ein Bearbeitungszentrum integriertes Metall-Pulver-Auftragsverfahren konnte das Werkzeug einteilig aufgebaut und die Fertigungszeit reduziert werden.

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Bild 1: Arbeitsraum des Fünf-Achs-Bearbeitungszentrums mit integrierter MPA-Technik bei der Herstellung eines Werkzeugeinsatzes.
Bild 1: Arbeitsraum des Fünf-Achs-Bearbeitungszentrums mit integrierter MPA-Technik bei der Herstellung eines Werkzeugeinsatzes.
(Bild: Hermle)

Im Praxiseinsatz hat das generative Fertigen mit der MPA-Technologie (Metall-Pulver-Auftragsverfahren) von Hermle bei der Julius Blum GmbH neue Möglichkeiten im Werkzeugbau aufgezeigt. Blum ist ein weltweit tätiges Unternehmen, das auf die Herstellung und den Vertrieb von Möbelbeschlägen spezialisiert ist. Die Hauptproduktgruppen sind Klappen-, Scharnier- und Auszugsysteme für Möbel, vorwiegend in Küchen. Im Jahr 1952 von Julius Blum gegründet, zählt das Unternehmen heute zu den Marktführern der Möbelbeschlagbranche. Mit knapp 6400 Mitarbeiter wurde ein Jahresumsatz (Juli 2013 bis Juni 2014) von mehr als 1,4 Mrd. Euro erwirtschaftet, bei einem Exportanteil von 97 %. Blum produziert in sieben Werken im österreichischen Bundesland Vorarlberg sowie in weiteren Werken in Polen, USA und Brasilien. Unterstützt von 27 Tochtergesellschaften und Repräsentanzen, beliefert die Blum-Gruppe Kunde in über 120 Ländern der Erde.

Mit hohem Eigenfertigungsgrad dem Qualitätsanspruch gerecht werden

Dem Standort Vorarlberg kommt dabei die führende Rolle zu, denn dort sind in sieben Werken sowohl die Zentrale und Verwaltung als auch Forschung und Entwicklung, Konstruktion, Werkzeug- und Sondermaschinenbau, Lehrlingsausbildung und Produktion angesiedelt. Um den Wünschen der Kunden sowie dem selbst gestellten hohen Liefer- und Qualitätsanspruch auf Dauer genügen zu können, setzt Blum auf einen hohen Eigenfertigungsgrad, der auch alle für die Produktion relevanten Betriebsmittel, Werkzeuge und Sondermaschinen umfasst.

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Dazu Gerhard Gorbach, Leiter Betriebsmittelbau Werk 3 bei der Julius Blum GmbH in Höchst: „Wir setzen wann immer möglich und sinnvoll auf neueste Techniken und Verfahren und gehen solche Projekte mit einem dreistufigen Evaluationsvorgehen an. Dazu gehören die grundsätzliche Aufnahme einer Idee sowie die Machbarkeitsprüfung und das Formulieren des Vorhabens. Danach folgt die Grundsatzentscheidung über die Wahl der Technik. Den vorläufigen Abschluss bildet die Wahl des Partners, der mit uns den neuen Weg gehen soll. Wir wollen immer langfristig zusammenarbeiten und beteiligen uns aktiv an den Entwicklungsschritten.“

Rationalisieren durch generative Fertigung

So auch geschehen beim generativen Fertigen, das im laufenden Projekt „Automatisierte Fertigung im Werkzeugbau“ künftig eine wichtige Rolle spielen dürfte. Ausgehend von der bei Blum mit großem Erfolg praktizierten Fünf-Achs-Komplettbearbeitung auf den CNC-Bearbeitungszentren des langjährigen Lieferanten Hermle und anlässlich der Vorstellung der neuen MPA-Technologie zur generativen Fertigung von Komponenten für Spritzgieß- sowie Druckgusswerkzeuge und Formen fiel die Entscheidung, sich hier zu engagieren. Denn die generative Fertigung stellt nach Ansicht von Gorbach und seiner Kollegen den nächsten logischen Schritt dar, das Herstellen von Spritzgießwerkzeugen mit konturnaher Kühlung oder Formeinsätzen mit CU-Kern weiter zu rationalisieren.

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