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Geplantes Großlager-Prüfzentrum von SKF erhält sein „Innenleben“

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Schwergewichtige Laufkatzen durch Dachöffnung positioniert

Als nächstes galt es, die beiden Laufkatzen des Hauptkrans auf dessen Querträger zu heben. „Die Laufkatzen können im Tandembetrieb für alle Fahrt- und Hubrichtungen absolut simultan fahren. So lassen sich ihre Tragfähigkeiten bei Bedarf für eine gemeinsame Hubaufgabe zusammenfassen, ohne dabei an der nötigen Präzision zu verlieren“, erklärt von Schleinitz. „Die Katzen haben eine nominelle Tragkraft von jeweils 50 t“, ergänzt Büchner, „und wiegen selbst gut 7 t pro Stück.“

Zur Montage der Laufkatzen hatten die Schwerlast-Experten des Nürnberger Unternehmens Gebr. Markewitsch GmbH außerhalb des Gebäudes einen 220-Tonnen-Kran postiert. Durch eine Öffnung im Dach nahm der Kran die Laufkatzen auf und setzte sie vorsichtig auf die Querträger. Da der Kranführer bei diesem Vorgang keinen direkten Blick aufs Geschehen innerhalb der Halle hatte, wurde er von seinen Kollegen „vor Ort“ per Funk dirigiert. „Das hat alles reibungslos geklappt“, lobt Büchner die Arbeit der gesamten Mannschaft.

Damit man später – zur Wartung und Prüfung der Anlagen – derart schwierige Vorgänge nicht wiederholen muss, sind an den Kränen insgesamt zehn miteinander verbundene Bühnen vorgesehen; acht davon sogar mitfahrend, so dass man durch einen Gebäudezugang elegant zu Fuß auf die Krananlage gelangen kann. „Das ermöglicht über die gesamte Hallenbreite und bis zu 14 m Höhe den direkten Zugriff auf nahezu sämtliche Komponenten“, berichtet von Schleinitz – und fügt schmunzelnd hinzu: „Außerdem wird man dort oben mit einem eindrucksvollen Ausblick belohnt!“

Installation der riesigen Prüfstände wird im Herbst 2016 beginnen

Nachdem die frisch installierten Kräne ihre abschließenden „Stresstests“ mit einer maximalen Prüflast von bis zu 140 t anstandslos absolviert haben, gilt die Montage der beiden neuen Prüfstände als nächster Meilenstein in Sachen Baufortschritt: Die riesigen „Kraftprotze“ der Augsburger Renk Test System GmbH werden die Herzstücke des leistungsfähigsten Großlager-Testcenters der Welt. Ihre Installation soll noch im Herbst anlaufen.

„Wir rechnen damit, dass wir unser Prüfzentrum im Laufe des nächsten Jahres seiner Bestimmung übergeben können“, so Dr. Martin Göbel, Leiter des Gesamtprojekts bei SKF in Schweinfurt. „Dann wird uns das Zentrum wichtige Erkenntnisse für die Verbesserung der heute verfügbaren rechnerischen Simulationsmodelle liefern und Einblicke in bisher unzugängliche Abläufe ermöglichen.“ Durch diese Vorzüge werde die 40-Millionen-Investition ein bahnbrechendes Instrument, um Anwendern in den verschiedensten Industriezweigen den Weg in eine effizientere Zukunft zu ebnen.

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