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Neue Faserkombinationen ermöglichen Spezialisierung
Alles in allem wird es dem Unternehmer so möglich, seiner Fürsorge- und Aufsichtspflicht intensiver und damit rechtssicherer nachzukommen. Denn die neuen Faserkombinationen in den Schutzgeweben lassen zunehmend auch eine Spezialisierung der Kleidung zu (Bilder 1 bis 4). An vielen heißen Arbeitsplätzen reicht ein Standardschutz gegen Funkenflug und Schweißperlen, der den Normen EN ISO 11611 „Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren“ und EN ISO 11612 „Schutzkleidung für hitzeexponierte Industriearbeiten“ entspricht. Doch Mitarbeiter, die zum Beispiel mit dünnflüssigem Aluminium oder in der Zementherstellung mit 800 °C heißem Mahlgut umgehen müssen, benötigen ganz speziellen Schutz.
Und dieser liegt nach wie vor in der Verantwortung des Arbeitgebers. Seine Pflicht ist es, dafür zu sorgen, dass die Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes in seinem Betrieb umgesetzt und eingehalten werden. Das 1996 in Kraft getretene Arbeitsschutzgesetz verpflichtet sowohl Kleinbetriebe als auch Großunternehmen zu mehr Verantwortung am Arbeitsplatz. Das betrifft insbesondere das Tragen von Schutzkleidung. Rechtliche Grundlage ist die Richtlinie 89/656/EWG vom 30. November 1989 für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Benutzung persönlicher Schutzausrüstung durch Arbeitnehmer bei der Arbeit.
Gefährdungsbeurteilung in Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben
Vor welchen Gefahren zu schützen ist, weiß nur, wer sie kennt. Deshalb ist eine Gefährdungsbeurteilung in Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben. Mit ihrer Hilfe können mögliche Gefahren am Arbeitsplatz erkannt, bewertet und in konkrete Schutzmaßnahmen umgesetzt werden. Bisher war es allerdings in einigen Fällen gar nicht möglich, Mitarbeiter umfassend zu schützen.
Eine Schutzkleidung, die die für deren Arbeitsplatz geforderten Funktionen besaß, war weder am Markt erhältlich, noch konnte sie konzipiert werden. Es fehlten die technischen Voraussetzungen. Aufgrund neuer Möglichkeiten in der Faserkombination sind inzwischen aber Gewebe entwickelt oder vorstellbar, die einen entsprechend speziellen Schutz bieten.
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