Werkzeuge für Aerospace Gühring KG

Gühring ist einer der weltweit führenden Hersteller von rotierenden Präzisionswerkzeugen für die Metallzerspanung.

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Der Kronenbohrer von Gühring perfektioniert die Bearbeitung von Faserverbundwerkstoffen.
Der Kronenbohrer von Gühring perfektioniert die Bearbeitung von Faserverbundwerkstoffen.
(Bild: Gühring)

1. Welche Anforderungen stellt die Branche an Werkzeughersteller?

  • Die Anwendungsfälle in der Luftfahrtindustrie unterscheiden sich grundsätzlich von den konventionellen Anwendungen: Im Flugzeugbau handelt es sich meist um Großbauteile, für welche die Einzelteile auf großen Maschinen gefertigt und dann auf Vorrichtungen zusammengefügt werden.
  • Diese Strukturen sind empfindlich und können nicht wie konventionelle Teile stabil aufgespannt werden. Weiterhin werden in großem Stil portable Maschinen eingesetzt, die nicht das Leistungsspektrum eines Bearbeitungszentrums erreichen.
  • Um dennoch die Bauteile in hervorragender Qualität herstellen zu können, kommt dem Werkzeug eine besondere Rolle zu.
  • Durch die genannten Einflussfaktoren, welche in verschiedensten Kombinationen vorkommen, ist jede Anwendung eine Herausforderungen und mit anderen Anwendungen nur schwer vergleichbar. Entsprechend muss der Hersteller von Werkzeugen langjährige Erfahrungen effizient und zielgerichtet anwenden und auch die Situation vor Ort in eigenen Testzentren nachbilden können. Aufwendige Testreihen beim Endkunden sind aus Kapazitäts- und Wettbewerbsgründen nicht mehr erwünscht.
  • Weiterhin werden in Spezialfällen auch Fertigungshilfsmittel entwickelt um negative Einflüsse von manuellen oder instabilen Anwendungen kompensieren zu können.
  • Durch das Know-How in allen Werkzeugkategorien und Schneidstoffen in Verbindung mit der Erfahrung in den luftfahrtspezifischen Fertigungsabläufen ist Gühring ein führender Lieferant von Luftfahrtwerkzeugen in allen Bereichen.

Wo sind Sie besonders stark vertreten?

  • Gühring ist seit Jahrzehnten bei Boeing und Airbus vertreten und ein wichtiger Lieferant im JSF-Rüstungsprojekt. Dafür wurde ein neues Werkzeugkonzept entwickelt, das es sogar in die Fertigungsvorschrift von Lockheed Martin geschafft hat.
  • Mit dieser eigens entwickelten Sonderlösung, die den extremen Qualitätsanforderungen im militärischen Bereich gerecht wird, werden die negativen Einflüsse des händischen Bohrens – das im Bereich Luftfahrt aufgrund der oben genannten Gründe wie z. B. instabiler Aufspannungen – weiterhin eine enorme Rolle spielt, eliminiert.

Was wird mit Ihren Werkzeugen noch hergestellt?

  • Im Bereich Aircraft gibt es kaum ein Bauteil, an dem Werkzeuge von Gühring nicht zum Einsatz kommen. Gühring baut diesen Geschäftsbereich seit 1969, stets in Zusammenarbeit mit allen namhaften Flugzeugherstellern, kontinuierlich aus. Denn nur durch enge Kooperationen und der gemeinsamen Entwickelung von perfekt aufeinander abgestimmten Bauteil-Werkzeug-Konzepten sind die enormen Qualitätsanforderungen realisierbar.
  • Die Expertise reicht von der Bearbeitung von Triebswerksbauteilen, der Radaufhängung und der Außenschale über die Zerspanung hochlegierter und hochwarmfester Materialien im Motorenbau bis hin zu verschiedensten Material-Kombinationen im Strukturbau (Rumpf, Flügel, Leitwerk).

Beliebte Werkzeuge

Kronenbohrer für Stack-Materialien:

  • perfektioniert die Bearbeitung von Faserverbundwerkstoffen. Der Vorteil in der Anwendung: Der Stopfen wird sicher ausgestoßen. Delamination ist nach wie vor eine der größten Fehlerquellen beim Bohren von Faserverbundwerkstoffen (FVK). Schädigungsfreie Durchgangslöcher sind daher ab Durchmesser 25,00 Millimeter fast nur noch durch Helixfräsen herstellbar. Dies allerdings ist zeitaufwendig, führt zu hohem Werkzeugverschleiß und zu starker, möglicherweise gesundheitsschädlicher, Staubentwicklung.
  • Ein neu entwickelter Kronenbohrer von Gühring zeigt sich in diesem Anwendungsfeld als das überlegene Werkzeugkonzept. Der große Vorteil in der Anwendung des neu entwickelten Kronenbohrers ist der sichere Ausstoß des Stopfens. Dieser bleibt bei Bohrungen großer Durchmesser übrig. Bei der Anwendung eines Kronenbohrers zerspant der Anwender nur die Wandstärke des Bohrwerkzeugs, ist dadurch schneller, hat einen geringeren Werkzeugverschleiß und eine viel geringere Staubbelastung gegenüber dem Helixfräsen.
  • Bohrsenker
  • Ein spezieller Bohrsenker für ADU garantiert die One-Shot-Lösung bis zum finalen Bohrdurchmesser. Spezielle Beschichtungen sorgen für maximale Standzeit. Der Bohrsenker wird individuell auf verschiedene Materialkombinationen und Anwendungsfälle angepasst. Und zwar hinsichtlich Trägermaterial, Beschichtung und Geometrie. Dank der hauseigenen Kernkompetenzen von eigener Hartmetallherstellung über Werkzeugschleifmaschinen aus dem eigenen Anlagen- und Maschinenbau bis zur eigenen Schichtentwicklung können – je nach Austrittsmaterial (Verbund oder Metall) – spezielle Anpassungen dieser Parameter realisiert werden, um Ausreißer und Gratbildung zu verhindern. Delamination wird vorgebeugt.
  • Dreibein
  • Als sogenanntes „Supporter-Tool“ entwickelt Gühring auch Hilfsmittel rund um die Zerspanung, um Bohrungen weiter zu perfektionieren. Ein eigens entwickeltes Dreibein für die Handbohrmaschine stellt durch elektronische Überwachung die Rechtwinkligkeit sicher, sorgt für eine gute Dämpfung, damit der Bohrer nicht ausbricht und saugt gegebenenfalls sogar entstehende CFK-Stäube ab.

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