Suchen

Extrusionstechnik Hochleistungs-Extrusion für den Gewächshaus-Bauboom

| Redakteur: Peter Königsreuther

Das dänische Unternehmen Staal og Plast A/S aus Ringe verarbeitet jetzt 3 mm dickes Polystyrol (PS) zu Gewächshauskomponenten. Eine neue 3-Schicht-Extrusionslinie aus Deutschland unterstützt dabei.

Firma zum Thema

Im dänischen Ringe stehen solche Highspeed-Extrudersysteme bereit, um den steigenden Bedarf an robusten Gewächshauskomponenten aus High-Impact-Polystyrol zu decken. Spezialist für diese Produkte, und Betreiber der Anlagen von Battenfeld-Cincinnati, ist Staal og Plast. Insgesamt verarbeiten die Systeme maximal 3 t Kunststoff in der Stunde.
Im dänischen Ringe stehen solche Highspeed-Extrudersysteme bereit, um den steigenden Bedarf an robusten Gewächshauskomponenten aus High-Impact-Polystyrol zu decken. Spezialist für diese Produkte, und Betreiber der Anlagen von Battenfeld-Cincinnati, ist Staal og Plast. Insgesamt verarbeiten die Systeme maximal 3 t Kunststoff in der Stunde.
(Bild: Battenfeld-Cincinnati)

Ein Blick in die Produktionshallen in Ringe offenbart: Hier steht mit einer Grundfläche von 20 m² die weltweit größte Thermoformanlage, die aus etwa 3 mm dicken extrudierten High-Impact-PS-Halbzeugen sogenannte Ebbe-&-Flut-Platten für Gewächshäuser formt. Zur Herstellung der bis zu 8 m langen und 2,5 m breiten Halbzeugplatten installierte Battenfeld-Cincinnati Germany aus Bad Oeynhausen eine neue 3-Schicht-Flachfolienlinie mit einer Durchsatzleistung von maximal 3000 kg/h.

Die Weltbevölkerung wächst – der Wunsch nach Grünem auch!

Der Grund für die Entscheidung der Dänen war, dass mit der steigenden Weltbevölkerung und der daraus resultierenden Nachfrage nach Blumen-, Busch- sowie Gemüsesetzlingen für professionelle Gartenbauer und Hobby-Gärtner sowie Kräutertöpfe für die moderne Küche, aber auch der steigende Anbau von Cannabis, für einen Gewächshaus-Bauboom sorgen, heißt es. Genau diesen Nischenmarkt beliefert man nun mit maßgeschneiderten sowie widerstandsfähigen HI-PS-Platten. Offensichtlich geht die Rechnung auf, denn das mit 15 Mitarbeitern relativ kleine Unternehmen produziert 60 bis 70 % aller weltweit benötigten Plattenwaren für Gewächshäuser. Besonders in Nordamerika sei die Nachfrage nach den sogenannten „Dänischen Trays“ enorm, weil dort der Cannabis-Anbau zum Teil legal ist. „Ich schließe eine Erweiterung unserer Kapazitäten in dieser Region deshalb nicht aus“, lässt Jacob Sörensen, der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, wissen.

Drei Highspeed-Extruder für ganz besondere Gewächshausplatten

Für die im Jahre 2018 installierte 3-Schicht-Plattenanlage von Battenfeld-Cincinnati brauchte Staal og Plast zunächst eine komplett neue Halle, die die 65 m lange Linie aufnehmen kann und zudem genug Platz für die Riesenthermoformanlage bietet, sowie genug Freifläche für das problemlose Handling der großflächigen Kunststoffplatten. Für die maximale Produktivität von 3 t/h ist in der neuen Coextrusionslinie der Highspeed-Extruder 1-75 T6.1 als Hauptextruder verantwortlich, heißt es weiter. Dieser allein erreiche für das Material HIPS schon eine Ausstoßleistung von rund 2 t/h. Highspeed-Extruder, erklärt Battenfeld-Cincinnati, sind vergleichsweise kompakt gebaut und erreichen durch ihre relativ hohen Schneckendrehzahlen diese enormen Werte. Die Verweilzeit der Schmelze im Extruder sei noch lang genug, damit es zu einer guten Homogenisierung komme, aber kurz genug, um mechanische oder thermische Schäden im Material sicher zu vermeiden.

Bei uns plastifiziert dieser Schnellläufer nun den Rohstoff für die Hauptschicht der Platten, in die zusätzlich zum Frischmaterial auch hauseigene Reststoffe, die bei Umstellungen und beim Stanzen anfallen, eingearbeitet werden, erklärt Sörensen. Das Material für das Äußere des 3-schichtigen Verbundes stellen zwei Coextruder des Typs 1-75 T2.1 bereit – ebenfalls Highspeed-Extruder, die jeweils bis zu 500 kg/h Ausstoß schaffen. „Ein Alleinstellungsmerkmal unserer Platten ist diese Außenschicht, die mit den Pflanztöpfen in Kontakt kommt. Sie hat nämlich eine Lebensmittelzulassung und ist UV- und chemikalienbeständig. Wir haben die Rezeptur dafür mit einem dänischen Partnerunternehmen entwickelt“, betont der Geschäftsführer.

(ID:46600444)