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Leasinggesellschaften könnten weiter vergleichsweise günstige Konditionen bieten, versichert Friedhelm Westebbe, Hauptgeschäftsführer des BDL: „Zum einen besitzen Leasinggesellschaften eine stärkere Sicherheitsposition, weil sie Volleigentümer des Leasinggutes werden. Zum anderen sorgen die Leitzinssenkungen der Zentralbanken zu Beginn diesen Jahres, abgesehen von den weiterhin hohen Liquiditätszuschlägen, für günstigere Refinanzierungsbedingungen.“ Westebbe zufolge werden Leasing-Unternehmen verstärkt von Firmen angesprochen, denen ihr Geldinstitut keine Investitionen mehr finanziert.
Finanzierungsverträge ohne Spekulationsblasen
Ähnlich zuversichtlich zeigt sich Gerrit Kirstein, Marketingdirektor der SG Equipment Finance (SGEF, Gefa-Leasing) in Wuppertal: „Im Leasing sind die Risiken überschaubar, es werden ordentliche Erträge erwirtschaftet. Da gibt es keine Spekulationsblasen, weil jedes Geschäft mit realen Werten abgesichert ist.“ Laut Kirstein entfielen 2008 von den 3,3 Mrd. Euro Neugeschäft der SGEF in Deutschland gut 16% auf Maschinenleasing.
Systematisch lässt sich das Vertriebsleasing in unterschiedliche Stufen der Zusammenarbeit einteilen: In der einfachsten Form besteht nur eine lockere Zusammenarbeit, bei welcher der Hersteller seinem Kunden eine Finanzierung über die Leasinggesellschaft vermittelt. Provisionen spielen im Maschinensegment keine Rolle, versichert Dietmar Hammerstein, Vertriebsleiter Machinery bei der VR-Leasing AG in Eschborn: „Dies ist von den Herstellern gar nicht gewollt.“
Insbesondere bei Kooperationen nutze die VR-Leasing auch die Objekt- und Branchen-Expertise des Herstellers als Ergänzung zu den eigenen Erfahrungswerten für die Risikobeurteilung, erläutert Hammerstein. Die Konditionen ergeben sich dem Experten zufolge aus dem Objektrating, das die Einschätzung der Leasinggesellschaft über die Branche und das Leasingobjekt widerspiegelt, dem Stellenwert des Herstellers sowie dem klassischen Kreditrating des Leasingnehmers. Typische Vertragsvolumen im Maschinenbau bewegen sich laut Hammerstein zwischen 50 000 und 250 000 Euro.
Feste Partnertschaften als zweite Stufe
Auf einer zweiten Stufe der Kooperation werden feste Partnerschaften geschlossen. Wie Gerrit Kirstein von SGEF erläutert, kann dabei in Rahmenverträgen unter anderem die Mithaft des Herstellers sowie eine eventuelle Beteiligung am Verwertungserlös der Maschine bei Insolvenz eines Kunden vereinbart werden. „Wenn der Leasingpartner nach einem Blick in die Bilanzen des Kunden den Kauf nicht komplett finanzieren will, kann der Hersteller damit trotzdem die Investition ermöglichen, weil er vom Kunden und dessen Chancen mit der neuen Maschine überzeugt ist“, sagt Kirstein.
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